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Heute wollen wir die Tour, die eigentlich für Dienstag vorgesehen
war, in Angriff nehmen. Nachts hat es gestürmt, auf unserer
Dachterrasse wurden die Blumenkübel umgeweht. Und als wir nach
dem Frühstück zu den Autos gehen, ist es noch empfindlich
kühl.
Unser heutiges Ziel ist der L'Ofre, ein Berg mit 1090 m Höhe
in der Nachbarschaft des Puig Mayor, des höchsten Berges Mallorcas.
Wir fahren über Inca, Richtung Kloster Lluc und nach links
auf Sóller die C-710 und am Fuße des Puig Mayor liegt
der Stausee Gorg Blau. Dort steigen wir aus, und Thomas und Heiko
bringen ein Auto an den Endpunkt unserer heutigen Wanderung, dem
Embalse de Cuber.
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| Es ist grau, windig und kalt als wir losmaschieren.
Gegen den kalten Wind ziehe ich über meinem warmen Vliespulli
meine Regenjacke an und darüber die dicke Weste. Handschuhe könnte
man gebrauchen und ein Stirnband!Wir wandern am rechten Ufer des Embalse
Gorg Blau entlang. So voll haben wir den Stausee, der ganz Mallorca
mit Trinkwasser versorgt, nicht nie gesehen. |
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| Wir gehen durch die weite Ebene von Son Torella am Cuber
vorbei und beginnen mit dem Aufstieg zum 1090 m hohen L'Ofre. Auf Geröllwegen,
durch Pinienhaine, in Serpentinen, |
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Herrliche Ausblicke auf dem Weg nach oben
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| dann - den Gipfel vor Augen - müssen wir über
ein Felsplateau nach beiden Seiten abfallend! Panik kommt bei mir hoch,
der sehr starke Wind macht mir noch zusätzlich zu schaffen, mir ist
schwindelig ohne Ende. |
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Mein Gott, wie komme ich hier nur heil
wieder runter! Die letzten Meter bis zum Gipfel gehe ich nicht mit.
An einer einigermaßen windgeschützten Stelle bleibe ich
zurück und warte, bis "meine Wandergesellen" zurückkommen. |
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| Wir gehen einen anderen Weg hinunter, an der bewaldeten
Rückseite führt ein Geröllweg in Serpentinen bergab.
In für mich kritischen Situationen führt Thomas mich am
"Händchen", so komme ich auch ohne die Höhenangstanfälle
des Aufstiegs hinab. |
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| Auf halber Höhe, auf einer von Mauern eingefassten
Fläche, lassen wir uns zum Picknick nieder. Hier ist es windgeschützt
und herrlich sonnig. In der Ferne sehen wir die beiden "Alaró-Berge". |
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Auf dem Weg nach unten machen
wir noch einen kleinen Abstecher zum "Portal del Mar".
Von hier hat man einen sagenhaften Blick auf Fornalutx und die
Bucht von Sóller. Unser Weg führt uns weiter über
Mondlandschaften, |
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hinter uns liegt der L'Ofre und vor uns das Puig
Mayor Massiv. Wir gehen durch das Tal der Mönchsgeier. Diese
Vögel sind so gut wie ausgestorben, auf Mallorca jedoch leben
noch einige wenige Exemplare.
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Auf unsere Frage nach
diesen Tieren, erzählt Thomas uns eine wahre Begebenheit. |
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"Portal del Mar" mit Blick auf Fornalutx
und Puerto Soller
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Im November 2001 hat er mit Jutta diese Wanderung zum L'Ofre gemacht,
um sie in seinen Wanderplan mit aufzunehmen. Es war grau und sehr
neblg, die beiden machten eine Picknickpause. Als sich plötzlich
der Nebel vor ihnen lichtete, sahen sie sich zwei Mönchsgeiern
gegenüber - die Tiere sind ca. 1,50 Meter groß! Der Schreck
saß ihnen lange in den Gliedern.
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Das Hochtal zieht sich lang hin, es sind alles ebene Wege, die
gut zu laufen sind. Inzwischen ist die Sonne voll am Himmel und
es ist schön warm. Als wir am Auto ankommen, sind wir 5 Stunden
unterwegs gewesen und haben 400 Höhenmeter überwunden.
Es war doch eine ziemlich anstrengende Tour, die für mich
noch einige Extraschwierigkeiten hatte wegen meiner Höhenangst.
Hätte ich von diesen Passagen vorher gewusst - nein, ich hätte
die Wanderung nicht mitgemacht! Allerdings hätte ich dann aber
einiges verpasst!!!
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Auf dem Heimweg machen wir noch einen
kleinen Abstecher zum "Mirador de Ses Barques". Von hier
hat man einen wunderschönen Blick auf die Bucht von Sóller
- und ausserdem gibt es hier ausgezeichneten Zumo de Naranjas. |
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| Weiter fahren wir auf Sóller
und dann entlang der Küste über Deía bis Valldemossa.
Hier fahren wir durch den Ort, in dem einst Frederic Chopin und George
Sand im Winter 1838/39 einige Monate verbrachten. Die Strecke windet
sich durch das Gebirge, sie bietet wunderschöne Ausblicke, dann
öffnet sich die Sicht auf die große Ebene, in der auch
die Hauptstadt Palma liegt. Wir verlassen die Straße links ab
in Richtung Santa Maria und gelangen wieder nach Alaró. |
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Das war eine sehr, sehr schöne Tour, wir haben
viel gesehen, und vor allen Dingen hatten wir Sonnenschein!!!
Um 19.30 Uhr treffen wir uns im Restaurant Gaia zum
obligatorischen 4-Gänge-Gourmet-Menü.
Im Anschluss an das Essen bestellen wir bei Luiza, unserer netten Kellnerin,
einen Tutti. Verdutztes Gesicht und Achselzucken ¿que es Tutti
? Natürlich kennt sie das "Nationalgetränk von Cala Figuera"
nicht. Wir nennen ihr die Zutaten (½ Palo + ½ Anis seco)
und bekommen einen "Palo especial".
Unseren allabendlichen Absacker in Form eines Vino de
Rosado nehmen wir wieder in der Bar "El Punto" zu uns mit Uta
und Birgit.
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