Blick vom  L'Ofre auf die Hausberge von Alaró
21. Februar 2002
Donnerstag
L'Ofre
Höhenwanderung durch die einsame Ebene von Son Torella vom Stausee Cuber aus
mit Aufstieg zum 1090 m hohen L'Ofre
Mittelschwere Tour, ca. 5 Std., ca. 400 Höhenmeter, Anfahrt ca. 55 Min.)
Abendessen im Restaurant Gaia
zum Tagesmenue

 

Heute wollen wir die Tour, die eigentlich für Dienstag vorgesehen war, in Angriff nehmen. Nachts hat es gestürmt, auf unserer Dachterrasse wurden die Blumenkübel umgeweht. Und als wir nach dem Frühstück zu den Autos gehen, ist es noch empfindlich kühl.

Unser heutiges Ziel ist der L'Ofre, ein Berg mit 1090 m Höhe in der Nachbarschaft des Puig Mayor, des höchsten Berges Mallorcas. Wir fahren über Inca, Richtung Kloster Lluc und nach links auf Sóller die C-710 und am Fuße des Puig Mayor liegt der Stausee Gorg Blau. Dort steigen wir aus, und Thomas und Heiko bringen ein Auto an den Endpunkt unserer heutigen Wanderung, dem Embalse de Cuber.

Es ist grau, windig und kalt als wir losmaschieren. Gegen den kalten Wind ziehe ich über meinem warmen Vliespulli meine Regenjacke an und darüber die dicke Weste. Handschuhe könnte man gebrauchen und ein Stirnband!Wir wandern am rechten Ufer des Embalse Gorg Blau entlang. So voll haben wir den Stausee, der ganz Mallorca mit Trinkwasser versorgt, nicht nie gesehen. Start am Stausee Gorg Blau
Wir gehen durch die weite Ebene von Son Torella am Cuber vorbei und beginnen mit dem Aufstieg zum 1090 m hohen L'Ofre. Auf Geröllwegen, durch Pinienhaine, in Serpentinen,
Herrliche Ausblicke auf dem Weg nach oben
dann - den Gipfel vor Augen - müssen wir über ein Felsplateau nach beiden Seiten abfallend! Panik kommt bei mir hoch, der sehr starke Wind macht mir noch zusätzlich zu schaffen, mir ist schwindelig ohne Ende.
Verena am Berg Mein Gott, wie komme ich hier nur heil wieder runter! Die letzten Meter bis zum Gipfel gehe ich nicht mit. An einer einigermaßen windgeschützten Stelle bleibe ich zurück und warte, bis "meine Wandergesellen" zurückkommen. Heiko im Wind
Wir gehen einen anderen Weg hinunter, an der bewaldeten Rückseite führt ein Geröllweg in Serpentinen bergab. In für mich kritischen Situationen führt Thomas mich am "Händchen", so komme ich auch ohne die Höhenangstanfälle des Aufstiegs hinab.
Picknickpause an geschützter Stelle Blick auf die Alaró-Berge
Auf halber Höhe, auf einer von Mauern eingefassten Fläche, lassen wir uns zum Picknick nieder. Hier ist es windgeschützt und herrlich sonnig. In der Ferne sehen wir die beiden "Alaró-Berge".
Auf dem Weg nach unten Grandiose Ausblicke Auf dem Weg nach unten
Auf dem Weg nach unten machen wir noch einen kleinen Abstecher zum "Portal del Mar". Von hier hat man einen sagenhaften Blick auf Fornalutx und die Bucht von Sóller. Unser Weg führt uns weiter über Mondlandschaften,

hinter uns liegt der L'Ofre und vor uns das Puig Mayor Massiv. Wir gehen durch das Tal der Mönchsgeier. Diese Vögel sind so gut wie ausgestorben, auf Mallorca jedoch leben noch einige wenige Exemplare.

Schafe  imTal der Mönchsgeier Auf unsere Frage nach diesen Tieren, erzählt Thomas uns eine wahre Begebenheit.
"Portal del Mar" mit Blick auf Fornalutx und Puerto Soller
 

Im November 2001 hat er mit Jutta diese Wanderung zum L'Ofre gemacht, um sie in seinen Wanderplan mit aufzunehmen. Es war grau und sehr neblg, die beiden machten eine Picknickpause. Als sich plötzlich der Nebel vor ihnen lichtete, sahen sie sich zwei Mönchsgeiern gegenüber - die Tiere sind ca. 1,50 Meter groß! Der Schreck saß ihnen lange in den Gliedern.

Das Hochtal zieht sich lang hin, es sind alles ebene Wege, die gut zu laufen sind. Inzwischen ist die Sonne voll am Himmel und es ist schön warm. Als wir am Auto ankommen, sind wir 5 Stunden unterwegs gewesen und haben 400 Höhenmeter überwunden.

Es war doch eine ziemlich anstrengende Tour, die für mich noch einige Extraschwierigkeiten hatte wegen meiner Höhenangst. Hätte ich von diesen Passagen vorher gewusst - nein, ich hätte die Wanderung nicht mitgemacht! Allerdings hätte ich dann aber einiges verpasst!!!

Blick vom "Mirador de Ses Barques" auf Puerto Sóller Auf dem Heimweg machen wir noch einen kleinen Abstecher zum "Mirador de Ses Barques". Von hier hat man einen wunderschönen Blick auf die Bucht von Sóller - und ausserdem gibt es hier ausgezeichneten Zumo de Naranjas.
Weiter fahren wir auf Sóller und dann entlang der Küste über Deía bis Valldemossa. Hier fahren wir durch den Ort, in dem einst Frederic Chopin und George Sand im Winter 1838/39 einige Monate verbrachten. Die Strecke windet sich durch das Gebirge, sie bietet wunderschöne Ausblicke, dann öffnet sich die Sicht auf die große Ebene, in der auch die Hauptstadt Palma liegt. Wir verlassen die Straße links ab in Richtung Santa Maria und gelangen wieder nach Alaró. Valdemossa


Das war eine sehr, sehr schöne Tour, wir haben viel gesehen, und vor allen Dingen hatten wir Sonnenschein!!!

Um 19.30 Uhr treffen wir uns im Restaurant Gaia zum obligatorischen 4-Gänge-Gourmet-Menü. Im Anschluss an das Essen bestellen wir bei Luiza, unserer netten Kellnerin, einen Tutti. Verdutztes Gesicht und Achselzucken ¿que es Tutti ? Natürlich kennt sie das "Nationalgetränk von Cala Figuera" nicht. Wir nennen ihr die Zutaten (½ Palo + ½ Anis seco) und bekommen einen "Palo especial".

Unseren allabendlichen Absacker in Form eines Vino de Rosado nehmen wir wieder in der Bar "El Punto" zu uns mit Uta und Birgit.