Donnerstag
10.07.2003
Tokaj
 

Unser letztes Frühstück in der Panzio Bacchus, dann brechen wir auf nach Tokaj. Unser Weg führt uns über das Bükk-Gebirge. Es ist eine nie endende kurvige und menschenleere Strecke über ca. 30 Kilometer. Zum Glück hat die Straße eine vernünftige Breite, so dass man bei entgegenkommenden Fahrzeugen nicht in Bedrängnis gerät.

Das Handy zeigt in der abgeschirmten Region keinen Empfang, und wir hoffen, ohne Malesche durch diese irrsinnig verlassene Gegend zu kommen. Auf der Höhe des Gebirges sehen wir den Hinweis auf einen Campingplatz - und es fährt hier sogar eine Buslinie!! An einer verlassenen Haltestelle sehen wir 2 Gestalten warten! Als wir talwärts fahren, kommen wir durch den Kurort Lillafüred - sehr schön, aber doch sehr weit abseits.

Wir nähern uns der Großstadt Miskolc, die wir lt. Autokarte gerade durchfahren müssen, um auf die "37" zu kommen. Die Ausschilderung ist miserabel, die Orte auf den Hinweistafeln - wenn es überhaupt welche gibt! - sind entweder Budapest oder uns unbekannt. Wir landen in irgendeinem Industriegebiet, fahren zurück Richtung Budapest, dann über Nebenstraßen und landen letztlich an einer Ausfallstraße, die auf einen Kreisel führt, von dem wir auf die "37" gelangen können. Gott sei Dank, Miskolc haben wir hinter uns, eine sehr wenig schöne und graue Betonstadt.

Wir fahren an Sonnenblumen- und bereits abgeernteten Getreidefeldern vorbei und sind am frühen Nachmittag in Tokaj, dem berühmten Weinort am Fuße des Tokaj-hegy. In der Mitte ist ein Fußgängerbereich, den wir umfahren. Es sind hier sehr viele junge Leute zu sehen. Ist Tokaj so beliebt auch bei der Jugend?

Hinter dem Zusammenfluss von Theiß und Bodrog sehen wir rechts der Straße das Millenium Hotel, das wir bereits im Internet gesehen haben!


Wir fahren auf den Parkplatz, fragen an der Rezeption nach einem Zimmer und befinden uns wenige Minuten später in einem. - Na, das hat ja flott geklappt. Wir packen unsere Koffer aus, werfen einen Blick aus dem Fenster und stellen fest: Es ist laut!! Zum einen ist die vielbefahrene Straße vor dem Haus anscheinend eine Durchgangsstraße für Lastwagen aller Größen, zum anderen brüllt Musik aus Anlagen mit riesigen Wattzahlen - und junge Leute in Scharen bevölkern die Straßen. Ein Gang auf die andere Seite unseres Hotels lässt uns ein riesiges Festzelt mit einer leistungsstarken Musikanlage erkennen.

Eine Nachfrage an der Rezeption unseres Hotels ergibt, dass hier in diesen Tagen eines großes Rockfestival ( Woodstock in Ungarn!) auf dem jenseitigen Theißufer stattfindet. Zum Glück

hält das große Gebäude auf der anderen Straßenseite - die Halaczarda - den Lärm etwas ab.

Naja, wir bummeln durch den Ort, suchen ein kleines Lokal, in dem wir eine Kleinigkeit essen können, finden aber nichts was uns gefällt und landen im Restaurant unseres Hotels. Es befindet sich hinter dem Gebäude und hier ist es herrlich ruhig, kein Straßen- und Musiklärm.

Wir genehmigen uns hier etwas, was wir in diesem Urlaub noch nirgends bekamen: einen ganzen Zander vom Rost! Da er sehr groß ist, nehmen wir einen zusammen. Er ist köstlich, wunderschön angerichtet und schmeckt einfach hervorragend.

Danach geht's in die "Stadt", sie ist überfüllt! Selbst die Weinkeller sind belagert.

Wir wollten eigentlich den berühmten Rákóczi-Keller besichtigen - keine Chance - er ist restlos belagert - überbesetzt - selbst wenn wir einen Platz fänden, wäre der Besuch "abzuhaken".

In einer kleinen Weinstube trinken wir Tokajer Furmint und werden von einem heftigen Regenschauer überrascht. Zum Glück sitzen wir im Trockenen.

Später nehmen wir noch einen "Absacker" im Hotelrestaurant. Damit wir - wegen des Lärms - die nötige Bettschwere haben.

Wir schlafen nachts bei geschlossenem Fenster und ich mit Ohropax - es geht besser als wir dachten.

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