Freitag / Samstag
27./28.06.2003
Anreise - Budapest - Begrüßung
 
27.06.2003 - Freitag: Start in Hamburg pünktlich um 10:05 Uhr mit Malev Flug MA 543. Wir fliegen mit einer Fokker F70. Die Sitzreihen sind weit auseinander und bieten ausreichend Beinfreiheit. Beim Essen muss man sich vorbeugen - trotz ausgezogenem Tisch - um mit dem Kopf über den Teller zu kommen.
Landung um 11:30 Uhr. Das Gepäck kommt zügig, der Taxifahrer mit dem Namensschild "HENKE" ist schnell entdeckt und los geht's in Richtung Hotel "Walzer". Ca. 30 Minuten dauert die Fahrt vom Osten Budapests in den Ortsteil Buda. Einchecken, Zimmer Nr. 210, auspacken und frisch machen.

 

An der Hotelrezeption kaufen wir uns Bustickets - je Person/Fahrt 120 Ft. - und fahren mit der Linie 8, ab Haltestelle 200m oberhalb des Hotels, bis zur Endstation Elisabeth-Brücke. Wir schlendern durch die Vaci utca, trinken ein erfrischendes Bier und gehen weiter zur Markthalle. Auf der Galerie essen wir eine Kleinigkeit und trinken unser erstes Gläschen Feher-Bor.

Über die große Ringstraße schlendern wir dann weiter. Unser Ziel ist die große Synagoge. Als wir am 11. September 2001in Budapest ankamen, war an eine Besichtigung nicht zu denken. Das Areal um die Synagoge war abgesperrt. Heute also ein neuer Versuch.

Es geht vorbei am ungarischen Nationalmuseum. In einer Nebenstrasse in der Nähe der Synagoge stossen wir auf ein Haus, das beeindruckend "Licht und Schatten" in nachsozialistischer Zeit widerspiegelt.
Und dann liegt die Synagoge vor uns im Sonnenschein - und wieder sind wir vergeblich hier. Es ist jetzt ca. 15:30 Uhr und die Öffnungszeit ging nur bis 15:00 Uhr. Morgen, am Samstag - dem jüdischen Sabbat - ist auch keine Besichtigung möglich.
 

Also geht es weiter auf dem Ring. Vergangenheit und neue Ära kann mann auch hier an den Gebäuden ablesen und den Hinweis auf geschichtsträchtige Tage in Ungarn. Über Erzsébet-Ter, Vörosmarty-Ter gelangen wir wieder auf die Vaci utca und schlagen die Richtung zur Elisabeth-Brücke ein. Ein erfrischendes Sör im Freien lassen wir uns schmecken.

Von den Parkanlagen an der Elisabeth-Brücke blickt man rückwärts auf das Millenium-Center und hat zur anderen Seite einen tollen Blick auf Gellért-Berg mit Gellért-Denkmal und die Freiheits-Statue an der Zitadelle. So langsam begeben wir uns zur Bushaltestelle an der Elisabeth-Brücke, um zurück ins Hotel zu fahren.

Abends sitzen wir in dem kleinen Gartenlokal unterhalb des Hotels, das wir schon aus dem Jahr 2001 kennen, und essen leckeren Fisch (Heiko Karpfen vom Rost, ich Zanderfilet). Der Oláz-Riesling dazu schmeckt auch gut.

Es ist um 21:30 Uhr dunkel, eine Stunde früher als in Hamburg. Um 23:00 Uhr liegen wir an diesem ersten Tag in der Falle.

Ezüstponty Vendeglö
 
28.06.2003 - Sonnabend (Velotouring-Anreisetag):
Wir frühstücken auf der Terrasse um 9:15 Uhr bei herrlichem Sonnenschein. Heute wollen wir zur Margareteninsel (Margit-Sziget). Wir fahren mit der Straßenbahn Linie 59 bis Moscva ter, steigen in die Linie 6 um bis Margit-Hid (Margaretenbrücke). Mitten in der Donau liegt die Margareteninsel - ohne Autoverkehr, es gibt dort nur eine Buslinie und Treträder und -autos zum Selberfahren.

Die Insel erinnert an unseren Stadtpark mit vielen Freizeit- und Sportmöglichkeiten und unzähligen Liegewiesen, Spielplätzen und Badegelegenheiten. Um die Insel herum verläuft eine Tartanbahn, die von Joggern und Radfahrer fleißig frequentiert wird.

 

Am Eingang befindet sich eine Statue, umgeben von wunderhübschen Anpflanzungen.

Dahinter sehen wir einen großen Springbrunnen, dessen Wasserfontänen sich im Rhythmus zu der aus Lautsprechern ertönenden Musik bewegen.

Wunderschön!

Wir machen einen großen Rundgang über diese wunderschöne Insel mit vielen Eindrücken und nehmen am Ende noch eine Erfrischung zu uns an einem kleinen Freilichtlokal. Schließlich kommen wir wieder auf die Margarethen-Brücke (Margit-Hid) zurück.
Wir begeben uns jetzt auf die Pester Seite ins Parlaments-Viertel. Es ist dies das erste Mal, dass wir hier zu Fuß sind. Bei unseren bisherigen Budapest-Aufenthalten sind wir am Parlament immer mit dem Bus vorbeigefahren. Das war schon beeindruckend. Wir wollen dieses imposante Ensemble jetzt einmal unmittelbar auf uns wirken lassen. Hier vom Parlament hat man einen tollen Blick auf die Budaer Seite.

Der Gebäudekomplex des Parlaments ist wirklich überwältigend. Wenn man sich diese Größe vor Augen hält, kann man sich vorstellen, mit welchem (Macht-) Anspruch hier gebaut wurde. Die umliegenden prachtvollen Gebäude und Monumente verstärken diesen Eindruck noch.

Auch das Denkmal zur Erinnerung an den Ungarn-Aufstand im Oktober 1956 und die Staatsflagge mit herausgeschnittenen Sozialismus-Symbolen beeindruckt.

Dies besonders, wenn man sich ein wenig mit diesem geschichtlichen Hintergrund beschäftigen "musste".

Wir schlendern weiter durchs Regierungsviertel, bewundern viele restaurierte Gebäude, sehen aber auch, dass noch viel zu tun bleibt. Auf der großen Allee, die die Innenstadt mit dem Regierungsviertel verbindet, erfrischen wir uns noch mit einem (teuren) Gläschen Wein, um dann schließlich am Vörösmarty ter zu landen.

Hier besuchen wir das Caféhaus Gerbeaud. Um die Atmosphäre dieses ehrwürdigen und traditionsreichen Hauses so richtig genießen zu können, setzen wir uns ins Innere. Wir schlemmen mit Gerbeaud-Torte und Budapester-Torte, trinken einen "großen" Kaffee dazu
und lassen die gediegene Stimmung auf uns wirken.
 

Als wir wieder an der Bushaltestelle auf Fuße der Elisabethbrücke auf unsere Linie 8 warten, entdecken wir einen Touristenbus aus Varasdin / Kroatia. Es gibt es also doch, dieses geheimnisvolle Varasdin, in dem die Rosen blühen!!

Um 18 Uhr soll heute die Begrüßung durch die Velotouring-Leute sein. Wer wird das wohl sein? Vielleicht Ernö oder Peter (unsere "Scouts" aus dem Jahre 2001) oder beide? Wir sind gespannt. Und dann stellen wir mal wieder fest, dass die Welt ein Dorf ist. Um 17.50 Uhr entdeckt Heiko in der Lobby des Hotels vor dem Fahrstuhl eine ehemalige Kollegin aus Geesthacht ...

... Frau Bronietzki. Großes Erstaunen - großes Hallo! Sie kommt gerade von einer anderen Velotouring-Tour (Unbekanntes Südungarn) zurück. Und der Leiter dieser Tour war Ernö.

Als Krönung treffen wir an der Rezeption auf Peter, der sich als unser mitradelnder Fahrer - zusammen mit seiner Frau Marietta im VW-Transporter - outet. Wir begrüßen uns herzlich und mit viel Hallo.
Auf der hinteren Terrasse des Hotels ist eingedeckt für unser erstes gemeinsames Abendessen anlässlich der Begrüßung durch die Reiseleitung Velotouring.
Unsere Gruppe besteht aus 23 Teilnehmern (13 Bayern, 6 Engländern und 4 Deutschen - Heiko + ich aus Hamburg sowie Reinhard und Gina aus Hoyerswerda). Unser Reiseführer Peter stellt sich vor und gibt uns wichtige Erläuterungen für unsere Radtour an die Hand.

Anschließend haben Heiko und ich noch Gelegenheit, Ernö zu begrüßen, der den letzten Abend mit seiner Gruppe feiert.

Um 20 Uhr starten wir mit dem Bus zu einer Lichterfahrt durch Budapest. Das erste Ziel ist der Hösök tere. Die Erläuterungen aller Art dauern diesmal doppelt lange, da Peter alles in deutsch und englisch erklärt.

Dann folgt als Überraschung eine Bootsfahrt auf der Donau, die Peter für uns organisiert hat. Es ist ein Traum!! Eine Fahrt auf der Donau bei Nacht, von der Margareten-Insel bis zur Josefs-Brücke! Es ist eine unglaubliche Stimmung bei lauer Sommernacht! Wir alle sind begeistert - das hätte sicher keiner erwartet.

Anschließend im Hotel trinken wir noch einen Absacker (vörös bor), am nächsten Morgen um 9 Uhr ist Abfahrt.

Reinhards Tagebuch
 

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