8. Tag
17. September 2000
Sonntag
2.Rundgang um Laspuña & Ainsa
 
Als wir aufwachen sind die Berge auf der gegenüberliegenden Seite in den Wolken verschwunden.
Wir treffen uns um 10.30 Uhr am Marktplatz und laufen (mit Wanderstiefeln, aber ohne Rucksack) aus Laspuña in nördlicher Richtung. Wir sehen Ceresa, besichtigen die kleine Kapelle, für die Erich den Schlüssel besorgt hat. Im Innern des kleinen Gebäudes leben Fledermäuse, die aber heute ausgeflogen zu sein scheinen.
. Der weitere Weg ist fast zugewachsen mit Brombeerranken. Erich hat - in weiser Voraussicht - eine Gartenschere dabei und schneidet uns den Weg frei. Man assoziiert automatisch "Dornröschen", am Ende fehlt nur die schlafende Königstochter. Bei dieser Excursion lernen wir auch das uralte, aber immer noch aktuelle und aktive, Bewäs-serungssystem von Laspuña kennen. Nach einem genauen Zeitplan wird aus einer Art Ringleitung ganz simpel durch Umlegen eines Steines das Wasser aus den Bergen abgeleitet auf die einzelnen zu bewässernden Flächen. Das kostet keine Energie, nur die Aufmerksamkeit der Menschen - und es klappt!
Nach dem Essen fahren wir mit Grefes nach Ainsa zur Fiesta. Oben in der Altstadt sind viele Stände (Fress-, Sauf- und Souvenir-) sowie landwirtschaftliche Ausstellungen.
Im Inneren der Altstadt erleben wir eine Folklore-Gruppe. Es handelt sich um 10 Musiker mit z.T. alten, landestypischen Musikinstrumenten (Dudelsack, schrille Flöte, Kastagnetten u.a.). Die Musik ist wunderschön, wir stehen fast in vorderster Front, als die Männer unter den Arkaden spielen.
Man merkt Ihnen die Freude an der Musik an, sie besingen Ihre Heimat, das Königreich Sobrarbe. Wir sind glücklich, "dass wir das noch erleben dürfen" (hallo Herr Buhr)!
Der Himmel verdunkelt sich rapide, und wir treten nach einem kleinen Rundgang durch die Altstadt den Rückweg zum Auto an. Inzwischen ist der Himmel schwarz, auf dem Parkplatz erleben wir einen starken Sandsturm. Man spürt es förmlich zwischen den Zähnen knirschen. In Richtung Laspuña ist der Himmel tiefschwarz und es blitzt und zuckt hinter den Wolken. Ein einzigartiges Naturschauspiel! Kurz vor dem Ziel beginnt es zu regnen, schließlich gießt es wie aus Eimern. Wir setzen Ilse und Rolf vorm Hotel ab, sie haben einen Schirm dabei. Heiko uns ich fahren zum Marktplatz = Parkplatz, holen unsere Regenjacken aus dem Kofferraum und laufen unter dem Regen hindurch.

Abends erfahren wir, dass Erich und Maria mit den Kindern zur gleichen Zeit wie wir in der Altstadt von Ainsa gewesen sind und auch den Klängen der Folkloregruppe gelauscht haben. Und wir haben uns nicht gesehen! Sie waren dann anschließend in Escalona zum Essen, während wir unsere Mahlzeit im Sidora eingenommen haben.

Später treffen wir uns - wie fast immer - in der Bar bei einem Vino rosado.