7. Tag
16. September 2000
Samstag
Belsierre - Puertolas - Bestué
 
Heute fahren wir mit zwei Autos. Erich fährt mit Rolf und Kurt nach Ainsa zum Schuster, um Rolf Wanderstiefel reparieren zu lassen. Wir fahren mit Ilse und Gitta nach Escalona und warten an der Straße nach Añisclo.
Dann geht es hoch 'rauf nach Belsierre, dem Geburtsort von Marias Vater. Am Eingang des Dorfes treffen wir auf einen Cousin von Maria und dessen Frau. Nach einem kleinen Plausch stehen wir von dem Geburtshaus von Marias Vater. Nebenan ist die neue Kirche. Da Erich bekannt ist, wird diese für uns geöffnet. Wir erfahren, dass auch in diesem Dorf nur noch drei Familien leben.
Oben auf dem Berg befindet sich die alte, einsturzgefährdete Kirche und drumherum der Friedhof, der auch heute noch benutzt wird. Die Toten werden den sehr steilen und beschwerlichen Weg hinaufgetragen und oben in der karstigen Erde begraben.

Über schmale Serpentinen fahren wir ins nächste und fast ausgestorbene Dorf Puertolas. Es wohnen hier noch zwei Familien.

 
Ich sitze im Auto auf der Bergseite und bin froh, denn die Abhänge sind meistenteils nicht bewachsen! Es geht über eine Strecke von 5 km nach Bestué, auf der Spitze des Berges. Hier befindet sich zwar eine Bar, die aber nie geöffnet hat. Wir machen einen kurzen Rundgang durch das Dorf, dann geht's wieder runter.
Bestue: Vom Marktplatz Blick auf den Sestrales (oben) und den Major (rechts)

Rolf holt in Ainsa vom Schuster seine Schuhe ab, und wir treffen uns alle in Laspuña.Um 14 Uhr ist Mittagessen angesagt. Es gibt primero plato Canneloni con Atun y segundo Wildschweinbraten - superlecker.

Bis 17 Uhr machen wir Siesta, danach machen wir mit Ilse und Rolf einen "Stadtbummel". Gitta und Kurt fahren nach Ainsa (esta fiesta). Am Ende unseres Bummels landen wir in der Bar Cremallo und trinken eine Caña de San Miguel - und noch eine! Dazu gibt es Aceitunas. Hier ist es anders als in den anderen Bars, nämlich richtig urig, mit viel Holz und dunkel gehalten, aber der Fernseher brüllt auch in der Ecke.

 
Hinter der Theke hängt ein Holzbrett mit der Aufschrift:
 
Hoy no
se fia,
mañana si!
 
Das bedeutet soviel wie: Heute habe ich kein Vertrauen zu dir, morgen ja.
Der Spruch gefällt mir!
 

Als um 20.45 Uhr die Tür des Restaurants Sidora geöffnet wird, stürzen wir hinein. Endlich mal nicht so spät! Wir bekommen gemischtes Gemüse (ministron) und Lomo con Champignones. Lecker! Während wir unser Postres verzehren kommen Gieselers mit Francisco und Nicki. Die Kinder sind gerade eingetroffen und wie wir mit einem Leihwagen vom Flughafen Barcelona gefahren.

Um 23 Uhr kommen auch Gitta und Kurt aus Ainsa zurück, und wir beschließen um 0.30 Uhr den heutigen Tag.