Auch heute gibt es zum Frühstück wieder Käse
und Wurst. Hat die Señora nun verstanden, dass wir etwas mehr Abwechslung
lieben als nur Marmelade und Mantequila? Hoffen wir es mal.
Auch bekommen wir jetzt neben den Tostados - den teilweise recht verbrannten
Brotscheiben - einen Teller mit "pan de ayer" - Brot von gestern.
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Anschließend fahren wir mit 3
Autos über Lafortunada (die Bevölkerung des Dorfes besteht
nur aus Arbeitern des hier ansässigen Kraftwerkes) nach Plan.
Hier bleibt Erichs Wagen stehen, mit den restlichen Autos fahren wir
die 5 km sich in Serpentinen windende Straße über San Juan
de Plan nach Gistain. Jetzt befinden wir uns in 1400 m Höhe und
können den zweithöchsten Berg der Pyrenäen, den 3370m
hohen Pico de Posets, sehen. |
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| Nun wandern wir auf dem
GR 19, dem überregionalen Wanderweg, der langsam auf 1500 m ansteigt.
Unter uns sehen wir die schiefergedeckten Häuser der Dörfer
Plan, San Juan und Gistain. Nun gehen wir durch den Barranco la Salina
langsam wieder abwärts. Es ist etwas mühsam, da sich in
dem Flußbett nur Geröll befindet. Unsere Wanderstiefel
erweisen sich nun als pyrenäentauglich, wir brauchen keine Angst
von dem Umknicken zu haben. |
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Neben dem "Weg"
befinden sich Weiden und Wiesen, es ist ein richtiges Hochtal mit
der entsprechenden Vegetation. Heiko verschwindet plötzlich nach
links hinter einer Hecke - und wir finden ihn in einer - leeren -
Emaillewanne wieder! Ja, nun ist die Wanne voll! Schnell wird ein
Erinnerungsfoto geschossen, dann geht es weiter stetig bergab. |
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So erreichen wir Serveto, das Dorf
in 1300m Höhe mit auch nur noch 6 Bewohnern.An der Rückseite
der Kirche nehmen wir auf einer Steinmauer unser Picknick zu uns.
Ein älteres Ehepaar kommt auf uns zu und fragt in - schlechtem
- Spanisch nach einer bestimmten Person. Aber leider können wir
nicht helfen, Erich verweist sie an den zuständigen Priester. |
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| Nach dem Picknick bedienen Ilse und ich uns an den Samen
der wunderschönen Stockrosen im Kirchengarten. Der liebe Gott hat wohl
ein Einsehen mit uns, dass wir dem nicht widerstehen können. Die Blumen
sind einfach zu schön, und wenn die Samen in unseren Gärten aufgehen,
haben wir doch gleichzeitig eine schöne Erinnerung an Serveto. |
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Nach dieser Rast geht es
weiter über den Barranco la Salina auf dem PR-HU 37, der ansteigend
auf 1400m um den El Collet herumführt. Der Weg ist schmal, fällt
nach einer Seite steil ab und wird teilweise von Geröllmassen,
die sich von oben gelöst haben, |
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bedeckt. Das Überqueren
ist dann schon etwas mühsam, zumal - wenn man nicht kopffest
ist, so wie ich - man unweigerlich von der Tiefe angezogen wird! An
einer solchen Stelle klettere ich mit zitternden Knien und feuchten
Händen auf allen Vieren über so eine Fläche - und bin
erleichtert (und auch ein wenig stolz!), dass ich heil angekommen
bin. Ich stelle daran fest, dass man doch mit seinen Aufgaben wächst.
Es gibt häufig Situationen, die hätte man gemieden, wenn
man vorher darum gewußt hätte .So auch diese, nur jetzt
hatte ich keine Wahl - ein Umkehren gab es nicht. |
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Wir gehen durch das breite Tal des Rio Cinqueta
über Geröll, es ist wahnsinnig anstrengend und belastet
die Kniegelenke. Als wir mit zitternden Beinen die Straße
erreichen, wechseln wir die Seite und gehen neben dem Fluß
entlang nach Plan.
Die Männer fahren mit Erich nach Gistain,
um die beiden anderen Autos abzuholen, und ich gehe mit Grefes in
die dortige Apotheke. Ich habe die Absicht mir Calzium Sandoz zu
kaufen, das ja bekanntermaßen in Spanien um ein Vielfaches
preiswerter ist als in Deutschland. So zahle für 60 Comprimidos
"Calzium-Sandoz con D" nur 971 pts. ( DM 11,41). Ilse
und Rolf kaufen sich Traubenzucker.
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Dann treffen wir uns alle auf der Terrasse des
Hostals "Mediodia", die dem gleichnamigen Berg (2400m)
gegenüberliegt. Wir gönnen uns leckere flüssige Köstlichkeiten,
die wir uns nach dieser anstrengenden Wanderung auch verdient haben.
Der Ort Plan ist vor einigen
Jahren in die Schlagzeilen geraten.Der Priester hatte in Erinnerung
an den Film "Die Karawane der
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| Frauen" Busreisen für Frauen in diesen
"frauenlosen" Ort organisiert. Das war ein voller Erfolg
- einige sind dabei auch hängengeblieben. Auf jeden Fall wurde
Plan dadurch in ganz Spanien (und über die Grenzen hinaus) bekannt
- und diese organisierten Busreisen der Frauen finden seitdem jedes
Jahr statt. Das ist dann ein wahres Volksfest und immer ein großes
Ereignis. |
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Über Salinas und Lafortunada geht es zurück
nach Laspuña.
Es folgt die Lagebesprechung für den nächsten
Tag
Heute abend gibt es Sopa de Verdura, Trucha con
bacon y postres.
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