Dienstag
Sali - Zverinac
11.09.2007

 

   
 
 

Der Himmel ist blau, aber von Norden bezieht es sich. Nach dem Frühstück und dem Ablegen gehen wir wieder ans Oberdeck. Noch ist es warm und windstill, aber die Sonne wird weniger. Vor uns wird der Himmel immer schwärzer, man kann keinen Horizont mehr erkennen. Als es anfängt zu wehen, ziehen wir unsere Regenjacken über, aber dann fängt es an zu regnen. Nun flüchten wir nach unten in den Salon.

Auf der Fahrt nach Božava macht Toni einen kleinen Abstecher. Er steuert das Schiff gezielt auf eine kleine Insel zu, an deren Küste ein ausgebranntes Schiffswrack schwimmt. Es handelt sich um ein vergleichbares Segelschiff wir unsere Poseidon. Diese "MS Mornar" war kürzlich durch einen Kurzschluss in der Elektrik in Flammen aufgegangen. Zum Glück konnten alle Fahrgäste gerettet werden.

Der Kapitän ist ein guter Freund von Toni und Kristijan, und diese Beiden sind natürlich sehr betroffen von dem Anblick. Auch uns beeindruckt dieses Geschehen schon sehr.

Um 11:00 Uhr ankern wir in Božava, bei strömendem Regen und Gewitter! Das Wetter ist wirklich eine Katastrophe. Wir haben auf unserer zweiwöchigen Fahrt eine Bora nach der anderen. Unser Kapitän Toni sagt, dass dieses Wetter normalerweise typisch für November und Dezember sei, aber nicht Anfang September! So etwas hat er in seiner 40-jährigen Fahrenszeit noch nicht erlebt! Warum muss es nun gerade so sein, wo wir dabei sind?

Oh Wunder, gegen 14.00 Uhr reißt der Himmel auf und die Sonne kommt. Es ist auch gleich viel wärmer! Ich starte ein längst überfälliges Telefonat mit Eike, und danach machen wir einen Gang durch den Ort; rauf zur Kirche und entlang der Promenade mit den kleinen versteckten Badeplätzen.

Um 15:00 Uhr legen wir ab bei Sonnenschein und haben nur noch eine kleine Tour von
ca. 1 Stunde vor uns. Das Ziel Žverinac ist schon von Weitem zu sehen.

In Žverinac (very nice = O-Ton Toni) sind wir das einzige Riva-Schiff, außer unserem liegt hier nur noch eine Fähre aus Split. Mit Mechthild und Werner erkunden wir die Uferregion mit den wunderschönen Laternen und bewundern die neue große Villa direkt an der Küste. Mit Badesachen bewaffnet überholen uns unsere jungen Leute, Mirko und Susi. Es sind überall steile Abbrüche, aber irgendwo scheinen die Beiden ja eine Stelle gefunden zu haben, denn wir sehen sie nicht mehr. Wir verfolgen den Küstenweg, vorbei an einem kleinen Weinberg und Olivenhainen.

Wieder zurück an Bord haben wir doch noch die Möglichkeit des Badens! Kristijan hängt die Badeleiter ein und ab geht es ins kühle Nass. Eigentlich darf in den Häfen nicht gebadet werden, aber in Žverinac ist das erlaubt. Wahrscheinlich, weil es sich nur um ein ganz kleines Örtchen handelt.

In Žverinac gibt es nur ein Restaurant, das aber restlos überfüllt zu sein scheint. Vor dem Lokal stehen die Leute fast Schlange. Darum bestellen wir uns heute mal an Bord bei Kristijan eine kalte Platte. Lecker ist sie, mit dalmatinischem Schinken, Käse und garniert mit Tomaten, Oliven und Gurken.

Draußen ist es kalt, darum verbringen wir die Abendstunden im Salon. Aber wo sind Mirko und Susi? Es ist dunkel und sie sind noch nicht an Bord. Langsam machen wir uns Sorgen. Aber gegen 21:00 Uhr geht die Tür auf und unsere Vermissten erscheinen. Sie waren in dem einzigen Restaurant zum Essen gewesen. Gott sei Dank!

 
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