Sonntag
Rab - Zadar
02.09.2007

 

   
 
 

Ich habe hervorragend geschlafen – es hat nicht geschaukelt!

Frühstück gibt’s um 8:00 Uhr bei strahlend blauem Himmel. Die Mahlzeiten werden alle immer im Salon eingenommen. Aber vorher schnuppert man an Deck und „peilt die Lage und das Wetter“.

Die Poseidon legt ab um 9:00 Uhr zu unserer zweiten Tagesetappe. An Oberdeck genießen wir die wunderschöne Silhouette der Stadt Rab. Wir verlassen heute die Kvarner Bucht mit dem Ziel Zadar und fahren nun parallel zur Insel Pak. Aus der Entfernung sehen wir den Ort Novalja, in dem Heiko 1963 Urlaub gemacht hat. Im Hintergrund begleitet uns das langgestreckte Bergmassiv des kroatischen Festlandes. Es ist gewaltig!

Auf der Insel Maun machen wir um 11:30 Uhr unsere heutige Badepause. Kristijan hängt auf der Steuerbordseite die Badeleiter ein, und die ersten Badegäste steigen ins kristallklare Wasser. Gemäß Angabe im Internet soll die Wassertemperatur 25° betragen, aber in der vergangenen Woche herrschte Bora, die garantiert die Gradzahl um einige Striche verringert hat. Jedenfalls empfinden wir es als wesentlich kälter.

Nach dem herrlichen Bad mit anschließender heißer Dusche auf dem Oberdeck heißt es „Antreten zum Essenfassen!"“. Als Hauptgericht gibt es heute Fisch (Rotbarbe?), bis auf vier Leute essen ihn alle. Lecker!

Bevor die Fahrt weitergeht, springen wir noch einmal ins Wasser.


Gegen 17:00 Uhr laufen wir in Zadar ein. Wir liegen an der starkbefahrenen Hauptstraße neben den Fähren (Jadrolinja). Gegenüber befindet sich die historische Altstadt, das Tor dazu ist in unmittelbarer Nähe unseres Liegeplatzes. Wir machen uns „landfein“ und starten unseren „Landgang“.

Eigentlich war für Zadar von der Firma Riva eine Stadtführung angeboten, aber es ist weit und breit kein Mensch zu erblicken.

So marschieren wir auf eigene Faust durch die engen Gassen. Wir besuchen einen Teil der reichhaltigen Sehenswürdigkeiten, so z.B. die Rundkirche Sveti Donat (St. Donatus) und auf jeden Fall die weltweit einmalige Meeresorgel.

Seit Juli 2005 gibt es am Hafen eine vom Architekten Nikola Basic geschaffene Meeres-orgel, die durch die Wellenbewegung Musik erzeugt. Durch die Meereswellen wird Luft in die Orgelpfeifen gepresst, wodurch je nach Wellengeschwindigkeit und Pfeifengröße verschiedene Töne erzeugt werden.

Auf den Treppen zum Wasser sitzen unzählige Menschen, die wie wir ganz fasziniert den sphärischen Klängen lauschen. Ein einmaliges Naturerlebnis! Und der Höhepunkt dieses beeindruckenden Schauspiels ist ein traumhafter Sonnenuntergang!

In der Kathedrale spielen sich während einer Messe für uns unbekannte Szenen ab. Wir wissen nicht, handelt es sich um eine Sekte oder sind es einfach nur Gläubige in Ekstase, die flach auf dem Boden der Straße vor der Kirche liegen? Die Messe wird per Lautsprecher nach draußen übertragen.

Im Zentrum der Altstadt gibt es noch eine Region mit römischen Ausgrabungen. Am „Platz mit den 5 Brunnen“ entdecken wir die Konoba „Skoblar“. Dort lassen wir uns nieder und genehmigen uns Rissotto (Heiko) und Spagetti (ich) mit Gambas! Lecker! Dazu ein Glas Rotwein. Auf der Rechnung später sehen wir, dass es sich um einen Faustino, also einen Spanier, handelte.

Vom oberen Rand der Mauer, die die Altstadt umgibt, können wir einen Blick auf den Hafen, die erleuchtete Brücke, Verbindung zum neuen Teil Zadars, und auf unsere Poseidon werfen.

Wieder an Bord treffen wir am Achterdeck auf die Mitreisenden Helga und Wolfgang sowie Mechthild und Werner. Wir machen uns noch einen gemütlichen Abend und rätseln, wie denn wohl unsere Rothosen mit den Bayern fertig geworden sind. Ein Anruf bei Eike beendet letztlich die Spannung, das Spiel endete 1:1, aber eigentlich hätte der HSV verdient zu gewinnen, es war die eindeutig bessere Mannschaft! Aber es zählen eben nur die Tore und ein Punkt gegen die Bayern ist ja auch schon ’ne ganze Menge.

Beruhigt und in guter Stimmung beenden wir den zweiten Tag.

 
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