27./30. Tag
Montag/Donnerstag
23./26.05.2005
 
Rückreise
 
 

27. Tag - Montag, 23.05.2005:
Nach dem Frühstück restliches Packen. Heiko bringt das "große" Gepäck zum Auto auf dem Dorfparkplatz. Und dann wollen wir uns von Alicia verabschieden, finden sie aber nicht. Wer hat nun Pech gehabt? Also mit dem Restgepäck zum Auto und Start. Aber dann läuft uns Alicia im Ort doch noch vors Auto und wir verabschieden uns "typisch spanisch".

Vom "Balkon" geht es runter ins Tal des Rio Cinca und dann entlang des Flusses Richtung Frankreich. In Bielsa kurz vor der Grenze tanken wir letztmalig das preisgünstige spanische Benzin. Nachdem wir hinter Bielsa den Tunnel passiert haben, sind wir schnell in Frankreich. Unsere Route geht jetzt Richtung Toulouse und Autobahn.

durch das Tal des Rio Cinca
hinter Bilesa in den Bergen
die Tunneleinfahrt
wir sind in Frankreich
und nun gehts abwärts
Es läuft glatt und um die Mittagszeit haben wir Toulouse hinter uns. Jetzt ist es noch ca. eine Stunde bis zu unserem heutigen Tagesziel: Carcassonne. Dort haben wir bereits im Jahre 2002 einmal übernachtet. Damals hatten wir nicht genug Zeit, die mittelalterliche Cité in ihrer gesamten Ausdehnung zu erkunden - dies wollen wir heute nachholen. sms-eMails
Bis zur Autobahnabfahrt Carcassonne klappt alles hervorragend. Es ist aber wie verhext, wir finden unser vorgebuchtes "etap-Hotel" nicht. Seit wir vor 2½ Jahren hier waren hat sich die Verkehrsführung total verändert. Als wir schließlich einmal den Ort "umrundet" haben und verzweifelt Richtung Autobahnanschluß zurückfahren wollen, um von dort einen neuen "Suchlauf" zu starten, sehen wir unser Hotel - gottlob - links der
Ausfallstraße. Nun ist wieder alles im Lot. Wir beziehen unser Zimmer, machen uns ein wenig frisch und dann geht es zu Fuß Richtung Cité.
Blick auf die Grafenburg
Wasserspeier an der Basilika
Anfangs bewegen wir uns dort auf bekanntem Terrain. Wir orientieren uns aber bald in Richtung der alten Basilika St. Nazaire et St.Celse. Gerade diesen Teil der Altstadt um die Kirche herum hatten wir im Jahre 2002 nicht mehr "geschafft".
Querschiff
Chor / Apsis

Das Gotteshaus ist beeindruckend. Querschiff und Chor in reiner Gotik mit fantastischen Fenstern und Rosetten und das alte Längsschiff in romanischer Ausprägung. Da die Sonne scheint, können wir die Strahlkraft der Fenster auf uns wirken lassen.

Nach dem Besuch der Kirche finden wir in einem Gartenlokal ein ruhiges Plätzchen in der Sonne und nehmen eine Erfrischung zu uns. So gestärkt können wir unseren Rundgang fortsetzen.

Rosette am Querschiff
ausruhen im Gartenlokal
Tor am Grafenschloß
Wallanlagen am Narbonne-Tor

Die Zeit vergeht, und wir halten Ausschau nach einem Lokal für unsere "Hauptmahlzeit" heute. Das Restaurant, in dem wir 2002 gut gegessen hatten, ist für eine geschlossene Gesellschaft reserviert. Nach längerem Suchen landen wir in der "Auberge des Ducs d'Oc" an der Place du Chateau. Wir lassen es uns gut schmecken.

Danach gehts ins Hotel und früh ins Bett. Morgen steht eine größere Etappe an.
Unser Ziel ist Besancon.


 

28. Tag - Dienstag, 24.05.2005:
Heute wird es kein erlebnisreicher Tag werden - es sind Kilometer angesagt. Im etap-Hotel gibt es das typische französische "petit-déjeuner". Wir lassen es ruhig angehen.

Dann geht es auf die Piste. Das Wetter ist gut. Wir kommen gut voran. Auch der Großraum Lyon bereitet uns keine Probleme. Nach rund 700 km kommen wir wohlbehalten in Besancon an. sms-eMails
Wir finden das hiesige etap-Hotel schnell. Es gibt nicht die Probleme wie am Tag zuvor. Allerdings gestaltet sich das "Einchecken" etwas widrig. Das Hotel ist zwar geöffnet, allerdings ist kein Mensch zu sehen, der uns weiterhelfen kann. Es läuft die eine oder andere Figur durch die Lobby, es ist jedoch niemand ansprechbar.

Schließlich verschaffen wir uns über ein computerunterstütztes Anmeldesystem unsere Zimmernummer und elektronischen Zimmerschlüssel (Key).

Das Hotel liegt am Rande eines Gewerbegebietes, zu dem auch ein riesiger Mercado gehört. Dort genehmigen wir uns in einem Imbiss ein knuspriges Baguette und einen Kaffee, damit die müden Geister ein wenig angeregt werden.

Anschließend erkunden wir unser abendliches Ziel, den
angrenzenden "Buffalo Grill", für den es jetzt aber noch zu früh ist.
Nachdem wir uns genug die Beine vertreten haben, gibts am Rande des Supermarktes noch ein frisches Bier, bevor wir uns dann abends im "Buffalo Grill" ein gepflegtes Steak gönnen.
Zum Abschluss des Tages trinken wir im Restaurant des nahe gelegenen Campanile-Hotels ein Gläschen Wein als Absacker. Morgen werden wir "Old Germany" erreichen!!

 

29. Tag - Mittwoch, 25.05.2005:
Heute haben wir keine Ambitionen, die Nachtruhe auszudehnen. Wir sind früh auf den Beinen. Das Frühstück dauert nicht lange und um kurz nach 8:00 Uhr brechen wir auf.

Wir wollen heute bis Melsungen - gut 150 km hinter Frankfurt am Main. Auf der Nord-Süd- Strecke haben wir in der Vergangenheit häufiger die Hinweise auf die mittelalterlichen Fachwerkbauten gesehen. Heute wollen wir es uns ansehen und dort soll die letzte Übernachtung sein.

Wir fahren erst einmal Richtung Mühlhausen und dann auf Straßburg. Wir wollen bei Offenburg über die neue Rheinbrücke nach Deutschland einreisen. Es läuft auf französischer Seite in den Morgenstunden reibungslos, wir hoffen, dass es so bleibt. Um ca. 10:00 Uhr passieren wir die deutsche Grenze. Wir sind bis jetzt rund 5.300 km gefahren.

Zur Mittagszeit wollen wir in Zeutern (Kraichgau - 50 km hinter Karlsruhe) sein. Also geht es Richtung Autobahn Karlsruhe.

Kaum sind wir auf der A5, stehen wir auch schon im Stau! Wir sind in Deutschland angekommen!! Bis Zeutern zieht es sich so hin. Aber wir schaffen es doch in einer vernünftigen Zeit. Unseren Kraichgauer Winzer treffen wir nicht an. sms-eMails

Die ganze Familie ist gerade in den Urlaub gefahren. So bleibt uns nur ein kleiner Klönschnack bei deren Verwandtschaft. Dabei erfahren wir - es war völlig aus unserem Gedächtnis verschwunden - dass morgen (Donnerstag) Fronleichnam ist. Und da haben wir den "Aha-Effekt": Morgen Feiertag + Freitag "Brückentag" = heute Chaos auf den Straßen.

Nach unserem Klönschnack geht es wieder Richtung Autobahn. Allerdings legen wir in Bad Schönborn/Mingolsheim noch eine Mittagspause bei einem Griechen ein. Wir können draußen auf der Terrasse sitzen und noch ein wenig relaxen. Wir wissen ja nicht, was uns auf der Autobahn erwartet. ...

 
 
... und es kommt dicke. Je mehr wir uns Frankfurt nähern, desto weniger geht. Es vergeht nur die Zeit. Wir sind total genervt. Als wir nachmittags ca. 50 km hinter Frankfurt, unmittelbar vor der Ausfahrt Butzbach, wieder einmal zum Stehen kommen, ist das Fass voll. Wir verlassen die Autobahn und beschließen, hier in Butzbach zu übernachten, zumal auch hier an der Ausfahrt auf das mittelalterliche Stadtzentrum hingewiesen wird.
Nach einer Info-Runde durch den Ort landen wir im Hotel "Römer" am Rande der Altstadt. Das Auto geht ins Parkhaus, die Räder zur Aufbewahrung ins Hotel und wir unter die Dusche.
Und unsere Entscheidung, hier zu übernachten, war goldrichtig. Wir hören später, dass
die Autobahn wegen eines umgestürzten Tanklasters über Stunden total gesperrt war.
 

Nachdem wir uns frisch gemacht haben wollen wir zu einem Stadtrundgang starten und erkundigen uns an der Rezeption nach empfehlenswerten Lokalitäten im Ort. Man verweist uns zum einen auf das Gasthaus "Zum Stern" ganz in der Nähe des Hotels und darüber hinaus auf einige Italiener im Zentrum.

Die vielen schönen Fachwerkhäuser rund um Marktplatz und die angrenzenden Straßen sind beeindruckend. Unser Weg führt uns auch zur Markuskirche aus dem 14. Jahrhundert und zum Schloßkomplex.

Dann meldet sich der "kleine Hunger" und wir entscheiden uns für deutsche Küche im Gasthaus "Zum Stern" .

Dort können wir im Freien im Innenhof sitzen und genießen nach 4 Wochen zum ersten mal wieder deutsches Essen - frischen Spargel mit Schinken - ein Genuss. Dieses historische Haus gefällt uns. Wir fühlen uns, gerade nach der nervigen Fahrerei des heutigen Tages, sehr wohl.
Der anschließende Spaziergang führt uns wieder auf den Marktplatz. Vor den angrenzenden Lokalen sind (fast) alle Tische besetzt, denn das Wetter ist so recht geeignet fürs Verweilen im Freien. Und so sitzen wir noch ein Stündchen
und genießen diese wundervolle Atmosphäre.
 

 

30. Tag - Donnerstag, 26.05.2005:
Unser erstes deutsches Frühstück nach Wochen - Ein Genuss! Das Buffet ist reichlich bestückt. Draußen scheint die Sonne, wir sind fast alleine im Frühstücksraum des Hotels. Dieses Frühstück dauert - wir haben keine Eile auf die "Piste" zu kommen.

Aber dann ist es doch so weit. Auf gehts zum Endspurt.

Bis Kassel läuft es anfangs noch zügig und wir sind ganz zufrieden. Doch dann beginnt wieder der "ganz normale Wahnsinn" auf deutschen Autobahnen. Wir sind letzlich so genervt, dass wir in Soltau-Ost die Autobahn verlassen, um quer durch die Heide unseren Weg nach Hause zu nehmen. sms-eMails
In der Heide versorgen wir uns bei Straßenhändlern noch mit Kartoffeln, Spargel und Schinken, um ggfl. etwas zum Essen zu haben, wenn wir daheim ankommen. Und im Raum Melbek machen wir noch einen Abstecher zu den Fischteichen und kaufen uns zwei geräucherte Forellen, die letztlich auch unser Abendessen in Hamburg sein werden.
 
Die letzte "kleine" Stunde schaffen wir dann auch noch und landen am späten Nachmittag - nach über vier Wochen - wohlbehalten wieder daheim in HH-Bergedorf nach genau 6.066 gefahrenen Kilometern. Diese Reise war ein großes Erlebnis. Wir werden lange daran denken.
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