24./26. Tag
Freitag/Sonntag
20./22.05.2005
 
Laspuña
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24. Tag - Freitag, 20.05.2005:
Frühstück tatsächlich erst um 10:20 Uhr! Mit Tostadas, Mermelada y Queso. Da wir ein anderes Zimmer bekommen sollen, packen wir unsere Siebensachen und deponieren sie auf den Betten (wir haben ein Zimmer für 4 Personen erhalten mit einem Doppel- und zwei Einzelbetten).

Nun starten wir einen Rundgang durch das Dorf und klopfen ganz zaghaft bei Maria an die Tür. Und tatsächlich, sie ist im Haus und so sitzen wir zusammen auf ihrem Balkon und quatschen. Sie zeigt uns ihr Haus/Baustelle, und wir sind erstaunt, was sich hier trotz aller Widrigkeiten getan hat. Aber Maria ist ziemlich verzweifelt ob des Baudrecks - verständlich! Sie kommt gegen den Staub nicht an und will doch eigentlich auch nur die Ferien hier in ihrem Elternhaus genießen.

Mit dem Klönen vergeht die Zeit und wir beschließen spontan, ins Restaurant auf den Campingplatz hinter Escalona zu fahren. Maria und Erich haben dort am Wochenende ein hervorragendes Menue del Dia gegessen.

Beim Starten des Autos werfen wir einen Blick auf den Tageskilometerzähler: 3998 Kilometer seit Abfahrt in Hamburg!

Der Campingplatz ist sehr schön und macht einen recht gepflegten Eindruck. Wir essen jeder ein Boccadillo. Um 16:00 Uhr sind wir zurück. Wir richten uns in unserem "neuen" Zimmer ein
(2 Einzelbetten) und stellen fest, dass wir dieses Zimmer bereits vor 5 Jahren bewohnt haben, als wir hier mit den Nachbarn gewandert sind. Man hat einen sehr schönen Ausblick - einmal auf den Fluss Rio Cinca und zum anderen auf die Bergformation Solana, Tres Marias, Mayor.

Um 17:00 Uhr gehen wir auf die Terrasse und bestellen uns eine Erfrischung bei Cristina (Wasser + Wein + Aceitunas) und schreiben weiter an diesem Bericht.

Um 20:00 Uhr gibt es etwas (?) zu essen. Als Vorspeise Kartoffelsalat mit Gemüse und Sardinen ohne Mayonnaise. Danach als "segundo plato" gibt es Chorizo de Pollo con Salsa de Tomato. Ist etwas mau und einfallslos, nicht mein Geschmack.

Blick von der Terrasse der Casa Sidora auf die "Tres Marias"
Wir sitzen recht lange zu viert (mit Carmen und Señora Flottbek) und dann erscheinen Erich und Maria. Zusammen genehmigen wir uns an der Bar noch den einen oder anderen Wein und verabreden uns für den nächsten Tag.


 
 

25. Tag - Samstag, 21.05.2005:
Frühstück um 9:45 Uhr, danach gehen wir zu Maria und klönen ein wenig vor dem Haus und verabreden uns für den Nachmittag um 14:45 Uhr. Erich ist mit Carmen und "Señora Flottbek" wandern.

Blick von Laspuña - aufs Tal des Rio Cinca
Blick vom Rio Cinca auf die Berge
Anschließend schlendern Heiko und ich zum Fluß hinunter und beobachten die Flößer beim Floßbauen. Aus 4 Teilflößen werden je 2 Doppelelemene zusammengebaut, mit denen am Sonntag die Strecke bis Ainsa auf dem Rio Cinca zurückgelegt werden soll. Es ist interessant zu sehen, wie die einzelnen Stämme mit aufgeweichtem und aufgedrilltem Astwerk verbunden werden. Dies ist eine harte und mühselige Arbeit.
Marias Vater ist auch Flößer gewesen, und wir wissen von ihren Erzählungen, dass mit den Flößen die Baumstämme aus den hiesigen Wäldern über den Rio Cinca, anschließend über den Ebro, zum Mittelmeer geschifft wurden. Der Vater ist dann wochenlang unterwegs gewesen.

Am Nachmittag um 14:45 Uhr treffen wir uns mit Maria an unserem Auto, um nach Ainsa zu fahren und uns dort später mit Erich und den Wanderinnen zu treffen. Während der Fahrt telefoniert Maria mit ihrer Schwester Rosi und die lädt uns ein, auf einen Kaffee in ihr Haus zu kommen.

Rosi und Familie haben viele Jahre in Hamburg gelebt, die Kinder sind dort aufgewachsen und zur Schule gegangen - dadurch ist uns die Familie vertraut. Vor 14 Jahren, als der Schwager Manuel in Rente ging ...

... ein herrlicher Rosenstock ...

... ist die Familie zurückgegangen nach Spanien. Nach anfänglichem Wohnen im Elternhaus in Laspuña haben sie vor 9 Jahren in Ainsa eine Doppelwohnung mit Gartenterrasse gekauft.

Dort sitzen wir nun im Garten bei mildem Wetter. Es ist sehr schön hier. Der Sohn Angel, der zusammen mit einem Freund in Hamburg ein Reiseunternehmen betreibt, ist z.Zt. auf Besuch bei seinen Eltern (wegen des morgigen Flößerfestes), wohnt ansonsten oben in den Pyrenäen, in Benasque.

Da Manuel einen Computer hat und Angel beruflich mit dem Gerät vertraut ist, bittet Heiko darum, die Hotelbuchungen für unsere Rückreise über das Internet abwickeln zu dürfen. Über den vorhandenen Drucker möchten wir die Reservierungsbestätigungen ausdrucken, nur leider streikt dieser. Da Angel am Abend auch zum Fest kommen will, hofft er, bis dahin das Gerät gestartet zu haben, um uns dann die Ausdrucke mitzubringen.


"Touri-Plausch"
Ainsa - Altstadt
Plaza Mayor

Später am Nachmittag treffen wir uns mit den Wanderern in der Altstadt von Ainsa und sehen uns gemeinsam im Infozentrum auf der alten Burg einen sehr schönen und interessanten Videofilm über die Sobrarbe an, und da es diesen Film auch als DVD gibt, greifen wir zu.

Erich mit "seinen Damen" fährt anschließend zurück, und wir genießen mit Maria einen Vino in einer der vielen Bars in der Altstadt, schlendern danach noch durch diese, bestaunen die in den letzten Jahren restaurierten und z.T. wunderschönen Bauten mit Natursteinfassaden, und schlagen dann die Heimweg nach Laspuña ein.


Zum Abendessen um 20:00 Uhr treffen wir uns mit Carmen und "Señora Flottbek". Es gibt primero eine Platte mit gemischtem Gemüse (grüne breite Bohnen, Artischocken u.v.m.) - lecker!!

Das ist so richtig etwas für mich! Wir schlagen alle kräftig zu und die Platte wird fast leer. Aber als segundo plato kündigt uns Alicia "Wildschweinbraten" an! Den kennen wir noch von vor 5 Jahren, der ist einfach phantastisch! Wir bekommen eine große Platte, die auch restlos leer wird! Sogar ich esse für meine Verhältnisse eine Unmenge des ausgesprochen leckeren und wohlschmeckenden Fleisches!

Und als wir um 22:15 Uhr mit den Postres fertig sind, kommen die Spanier in "Horden", um zu tafeln (ca. 60 Personen). In der Bar nebenan treffen wir anschließend auf Erich, Maria sowie Rosi, ihre Freundin Ana und Angel (mit den ausgedrucken Reservierungsbestätigungen). Es kommt nun leider leicht feucht vom Himmel. Hoffentlich wird es nicht mehr. Die Bühne auf der Plaza vor der Kirche wurde schon im Laufe des Tages aufgebaut, aber die Musik beginnt erst nach Mitternacht zu spielen. Für uns Nordeuropäer ist es unheimlich spät, aber für Spanien total normal.

Inzwischen ist das Dorf voller Gäste, im Hotel sind alle Zimmer belegt, der Parkplatz ist voll - esta fiesta! Eigentlich bin ich müde und habe schon am Nachmittag angekündigt, spätestens um Mitternacht im Bett sein zu wollen.

Vor 5 Jahren haben wir bis 4:00 Uhr morgens auf der Plaza getanzt, aber das war im September und die Temperaturen waren angenehmer als jetzt. Wir klönen in der Bar bis Mitternacht und wollen einfach nur mal sehen, was auf der Plaza los ist. Und siehe da, die Band spielt - und schließlich juckt es uns in den Füßen! Mit Ausnahme von Señora Flottbek lassen wir uns von der Musik und der Stimmung hinreissen. Wir tanzen schließlich bis 2:30 Uhr unter freiem Himmel auf der Plaza. Es hat auch nicht mehr geregnet. Heiko und Erich sind diejenigen, die ins Bett wollen - oder müssen? Auf jeden Fall war es wie immer ein tolles Erlebnis und unheimlich schön!


 
26. Tag - Sonntag, 22.05.2005:
Um 8:00 Uhr geht der Wecker - am Fluss beginnt um 9:30 Uhr die Messe mit Segnung der Flöße und der Flößer. Das wollen wir ja möglichst nicht versäumen. Wir sind noch müde, aber wir treffen uns rechtzeitig zum Frühstück mit Erichs Wanderdamen und sehen schon vom Comedor aus, dass sich viele Menschen und Autos in Richtung Brücke und Fluss bewegen.
der Altar auf der Wiese am Wehr
Flößer in Tracht
Flöße "am Kanal"

Als wir unten ankommen, ist der Gottesdienst in vollem Gange. Abgehalten wird er von dem neuen und sehr beliebten Pastor der Gemeinde. Erich und Maria kommen, Rosi und Ana sind schon da. Anschließend gibt es Brot und Schinken - die heisse Schlacht am kalten Büfett beginnt. Beim Wein schließt Heiko sich an, es ist der helle Wahnsinn! Diese Menschenmassen!

Um den Start der beiden Flöße zu sehen - die Flößer sind gekleidet in aragonesischer Tracht - gehen wir auf die andere Seite des Rio Cinca.

Und um 11:30 Uhr startet das erste Floß. Da der Rio Cinca z.Zt. wenig Wasser führt, beginnt die Fahrt am "Kanal", dem Einfluss des Wassers aus dem Kraftwerk. Es beeindruckt uns sehr, wie die Flößer unter immenser Kraftaufwendung und Geschicklichkeit das Floß in die Strömung bringen und steuern!
Die Fahrt geht flußabwärts und Ziel ist Ainsa. Da das erste Floß an der flachsten Stelle des Flusses auf Grund läuft, verzögert sich die Abfahrt des zweiten um eine halbe Stunde. Unter Jubeln und Klatschen sind anschließend beide Flöße außer Sichtweite.
Nach der letzten sehr anstrengenden und kurzen Nacht haben wir ein wenig Nachholbedarf an Schlaf,
so machen wir heute ausnahmsweise mal wieder Siesta, zumal wir morgen unsere Heimreise beginnen wollen - in 4 Tagen bis Hamburg.
Nach dieser Mittagspause geht's uns mental besser, wir trinken einen Cortado in der Bar und gehen anschließend zum Auto, um unsere Wasserflaschen zu holen. Kurz unterhalb Laspuñas gibt es eine Quelle mit hervorragendem Wasser. An dieser Quelle bedienen sich sehr viele Bewohner des Dorfes. Und auch wir befüllen unsere Flaschen mit dem köstlichen Nass für unsere Rückfahrt.
ein paar Eindrücke von Laspuña

Anschließend relaxen wir auf der Terrasse der Casa Sidora und beobachten ca. 40 bis 60 oder noch mehr Geier, die sich über uns und im Umfeld der umliegenden Berge befinden. Sie gleiten mit wahnsinniger Geschwindigkeit ohne Flügelschlag dahin - ein irres Naturschauspiel. Wir versuchen, diesen Zauber ein wenig mit der Kamera einzufangen und festzuhalten.

Mal sehen, ob man diese Stimmung später noch erahnen kann.

Inzwischen hat Heiko die Gelegenheit wahrgenommen und bei Alicia für diese 4 Nächte hier gelöhnt = € 70,-- pro Nacht und Zimmer inklusive Halbpension.

Und morgen wollen wir um 8:30 Uhr frühstücken - wir fahren anschließend nur bis Carcasonne.

Ach ja - da war dann noch die Geschichte mit dem Abendessen. Es schmeckte alles mal wieder prima. Aber Heiko war ganz hin und weg wegen der Schnecken. Er kniete sich richtig rein. Da auch einige der "Mitesser" ihm ihren Anteil überließen, konnte er so richtig schlemmen!!  
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