19. Tag
Pfingst-Sonntag
15.05.2005
 
Cabo Fisterra
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Wir frühstücken im Hotel typisch spanisch mit Café, Tostadas, Mermelada und Mantequilla - einfach. Während des Frühstücks zieht am Haus vorbei ein Spielmannszug mit Trommlern und Dudelsäcken - es ist Pfingst-Feiertag


Im Frühstücksraum des Hotels kommen wir mit einem Ehepaar aus Bad Driburg ins Gespräch, das die Pilgertour von Pamplona bis Santiago mit Erfolg zu Fuß gemeistert hatte. Hier erfahren wir, dass das Teilstück des Original-Caminos, über das wir uns auf unserer Etappe von Punta la Reina nach Los Arcos "gequält" hatten, bei deren Passage wegen Regens eine einzige "Schlammpiste" war, die mit dem Rad absolut nicht zu bewältigen gewesen wäre. Dies war für uns noch einmal die Bestätigung unseres Abbruches, denn in so eine Situation hätten wir immer wieder kommen können.


Gut gestärkt machen wir uns auf den Weg zum Faro ( 3 km) am Cabo Fisterra. Es ist grau und stürmisch, auch die ganze Nacht hat es geregnet. Unterwegs werden wir von einem Riesenregenguss überrascht. Trotz der Regenjacken werden wir tüchtig nass. Gott sei Dank hat das Lokal am Leuchtturm geöffnet und geheizt, so dass wir uns bei einem heissen Kaffee und doppeltem Kognak aufwärmen können. Nach dem Ende des Regens gehen wir an die Spitze der Landzunge zum Leuchtturm und in wenigen Minuten sind unsere Klamotten durch den Sturm trockengepustet.
Blütenpracht auf dem Weg zum Faro
Leutchtturm am Cabo Fisterre
"verbrannter" Pilgerschuh
Blick von den Klippen
Als wir zwei Busse auf dem Parkplatz entdecken, ergreifen wir die Flucht. Wir machen uns auf den Heimweg. Da es jetzt trocken ist, können wir den Weg auf den windigen Höhen genießen. Hier finden wir jetzt auch die Bestätigung für die Bezeichnung "grünes Galicien". Es ist erstaunlich, was hier an Blütenpracht zu bewundern ist.
am Jacobskreuz
Blütenpracht auf dem Rückweg
Wir werden sehr bald von den Bussen überholt, vor denen wir am Leuchtturm flüchteten,
die dann an der kleinen Kapelle aus dem 12. Jahrhundert einen Besichtungsstopp machen. Dadurch ergibt sich für uns die Gelegenheit, die gestern verschlossene Kirche zu
besichtigen.
Bei unserem Weg zurück in den Ort müssen wir in der kleinen Bar am Ende des Hafens Schutz vor starkem Regen suchen. Vom Fenster aus können wir sehen, wie das Wasser die abschüssige Straße herunterläuft.
Zum Essen gehen wir in ein sehr schönes Restaurant am Hafen, das "O Centro". Als Vorspeise genehmigen wir uns eine Portion Gambas al aquillo para dos (Pimientos de Padron hatten sie leider nicht). Es folgt als Hauptgericht Seeteufel (rape) - sehr lecker! Als Nachtisch gibt es eine Tarta de queso - auch ganz hervorragend!

Nach diesem wirklich leckeren Mahl machen wir eine wohlverdiente Siesta und dann folgt ein wunderschöner Strandspaziergang am Ortseingang von Fisterre. Ein herrlicher 3 km langer Sandstrand, mit unendlichen Muscheln, Seetang und kleinen Barrancos von den Höhen! Und es scheint sogar die Sonne!

 
An ein "großes" Abendessen ist aus "Platzgründen" nicht zu denken, aber eine Kleinigkeit sollte es schon sein ( muss auch schon sein wegen meiner Tablette). Darum gehen wir ins
"La Frontera" und verzehren ein kleines Bocadillo con queso y jamon. Wir kommen mit dem sehr gut deutsch sprechenden Wirt ins Gespräch, der in den 60er Jahren in Hamburg gewesen ist (als Seemann ist der auf der "MS Hamburg" über die Weltmeere geschippert). Er kennt St. Pauli, na klar die Reeperbahn und Finkenwerder ("da kann man gut Scholle essen" - O-Ton).
Diese Nacht stört uns keine Discomusik, dafür sorgt Heiko mit
etlichen Phonstärken für eine gestörte Nachtruhe für mich.

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