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6. Tag
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Montag
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02.05.2005 |
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Puente la Reina - Los
Arcos
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Nun wird es ernst, denn heute geht es los. In freudiger Erwartung
starten wir um 8:30 Uhr vor dem Hotel. Unser Auto bleibt auf dem
Parkplatz, an der Rezeption hinterlegen wir zu dem Autokennzeichen
auch meine Handy-Nr. - für alle Fälle.
Es ist noch ein wenig kühl, der Himmel ist leicht bewölkt
es verspricht ein schöner Tag zu werden, in jeder Hinsicht.
Die ersten Meter mit dem schweren Gepäck auf dem Rad sind etwas
ungewohnt, aber das ändert sich schnell. Durch unsere Warm-Up-Phase
am Vortag sind wir uns bewußt, dass es aus Puente heraus zunächst
bergauf geht. Dann kommen wir in einen Straßenbaubereich,
der sich als Permanent-Zustand entwickelt.
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| Die wenig befahrene N-111
wird zur Schnellstraße ausgebaut. Es herrscht lebhafter Verkehr,
neben PKWs rauscht ein LKW nach dem anderen an uns vorbei, und durch
den Sog geraten wir häufig ins Schlingern. Im Baustellenbereich
gibt es keinen Seitenstreifen, so dass wir gezwungen sind, auf der
Fahrbahn zu fahren. Hinter uns hören wir nun die LKWs keuchen,
die ihre Motorbremse benutzen, um uns nicht anzuschieben. |
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Und wenn wir dann bergan schieben müssen, sind wir ständig
der Gefahr ausgesetzt, überrollt zu werden! - Um diese Gefahren
zu umgehen, fahren wir versuchsweise einige Passagen auf dem Original-Camino
abseits der Landstraße (Feldweg). Aber diese Wege sind in
so einem schlechten (Natur-)Zustand, weil holprig, teils nur Trampelpfad
und Schotterpiste und für Fußwanderer geeignet, bestenfalls
für gut trainierte Mountainbiker, aber nicht für uns "Flachland"-Radler!
(Wir erfahren später von Fußpilgern,
die wir am Cabo Fisterre treffen, dass gerade dieser Teil des Original-Caminos
14 Tage zuvor durch Regen so aufgeweicht war, dass er mit Trekking-Rädern
auf keinen Fall passierbar gewesen wäre.)
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Nach vielem Auf- und Absteigen erreichen
wir Villatuerta. Am Ortseingang begegnen wir der jungen Östereicherin,
mit der wir am Vorabend in der Calle Mayor von Puenta la Reina gesprochen
hatten. Sie wandert mit dem Brasilianer. |
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am "Puente Medieval"
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die Italiener beim Picknick
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| Dort kommen wir um die Mittagszeit
an - ein architektonischer Lichtblick. Am Ortseingang können
wir von der Landstraße links abbiegen und überqueren den
Rio Ega über eine Fußgängerbrücke und stoßen
direkt auf die Kirche Santo Selpulcro mit einem riesigen Portal aus
dem 12. Jahrhundert. |
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Santo Selpulcro - Front ...
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... Detail
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| In der Calle Rua versorgen wir uns
mit Pan, Queso, Jamon y Salchichon für's vorgesehene Picknick
in Irache. |
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Blick von der Calle Rua auf den Königspalst
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Nachdem wir den ruhigen, historischen Stadtkern von Estella verlassen
haben, umfängt uns wieder brausender Straßenverkehr in
Richtung Irache, einige Kilometer hinter Estella gelegen. Teils
fahrend, teils schiebend über einen heftigen Anstieg kommen
wir nach Irache.
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Vor dem Benediktinerkloster
Santa Maria la Real de Irache wartet eine angenehme Überraschung
auf die Pilger: ein Brunnen, aus dem neben Wasser köstlicher
Wein sprudelt. Und das kostenlos! Diese Bodega gehört ebenso
zu der Klosteranlage wie ein Weinbaumuseum. Wir füllen
kleine Fläschchen als Wegzehrung und haben mal wieder Glück,
das Monasterio hat Lunes cerrado ... |
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... Montag geschlossen. Wir picknicken auf
dem mit Platanen bestandenen Rastplatz vor dem Kloster in der prallen
Sonne - die Belaubung der Bäume beginnt in dieser Zeit erst
langsam zu sprießen. Diese Stärkung haben wir nötig
nach den vorangegangenen Strapazen und sie baut uns ein wenig auf.
Dann geht es frisch gestärkt schiebend über
die Schotterpiste des Camino bergauf, bis wir wieder an unsere
mäßig befahrene N-111 gelangen. Es sind noch 13
Kilometer bis zu unserem heutigen Ziel Los Arcos, vorbei an Azqueta
und dem Abzweig nach Villamayor de Monjardin. Es folgt eine Baustelle
nach der anderen, ein Hügel nach dem anderen, die Senken dazwischen
nutzen wir durch Schwungholen für die nächste Steigung.
Und immer wieder LKWs, LKWs, LKWs. Total genervt erreichen wir die
Abfahrt nach Los Arcos, fahren in den Ort und entdecken unser vorgebuchtes
Hotel direkt an der Haupstraße im Zentrum.
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Nachdem wir unser Hotelzimmer bezogen (die
Räder stehen gesichert in einem abgeschlossenen Raum) und uns
frisch gemacht haben, starten wir zu einem Stadtbummel,
holen uns am Refugio unser Sello und suchen die Möglichkeit
einer Erfrischung. In einer Bar an der Hauptstraße trinken
wir eine Caña.
Wir landen dann in der Bar/Restaurant neben
unserem Hotel "Monaco", in der man auch einige Kleinigkeiten
essen kann ( Heiko Albondigas, ich Tagliatelle Espinaca), und nach
einer Flasche Rioja steht für uns fest: Das haben wir uns anders
vorgestellt! Ständiges Auf und Ab in dieser Dimension, ständiges
Fahren auf einer sehr stark befahrenen Landstraße, immer wieder
Baustellenbereiche ohne Randstreifen, dadurch ständige Gefährdung
durch LKWs, dazu Staub und Abgase machen aus dieser ruhig gedachten
Pilgertour fast eine Horrortour und der Original-Camino ist
für uns keine Alternative!
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| Fazit: Wir haben für
die heutige Etappe von 42 km (ohne nennenswerte Pause - nur Picknick
mittags in Irache) 6 ½ Stunden gebraucht! Und dies war nur
eine kleine Etappe! Welche Zeit müßten wir rechnen, um
auf unsere geplanten 60 km zu kommen? Und wie würde es aussehen
mit unseren Nerven und unserer Kraft? Es war uns bei der Planung klar,
dass es kein Spaziergang sein würde, aber soooo hatten wir uns
das nicht vorgestellt. Und was ganz wichtig war, der "Spaß
an der Freude" war gleich null! |
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Heiko wird morgen um 10:25 Uhr
mit dem Bus nach Puente fahren,
unser Auto holen, und wir werden unsere geplante Pilgertour umfunktionieren
in eine Autorundreise durch Nordspanien. |
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