5. Tag
Sonntag
01.05.2005
 
Eunate
   
 

Heute können wir ausschlafen. Wir frühstücken um 8:45 Uhr, der Frühstückssaal ist heute voller als gestern und das Hotel ist ausgebucht - es ist der 1. Mai, auch hier ein Feiertag.

Nach dem Frühstück schnappen wir unsere Fahrräder und machen eine kleine Warm-Up-Tour zur kleinen romanischen Kirche Nuestra Señora de Eunate.

Diese einsam in den Feldern stehende romanische Kirche besticht durch ihren achteckigen Zentralbau und einen von Arkaden begrenzten Vorhof. In dem dunklen, schlichten Innenraum herrscht eine meditative Ruhe, wie man sie nur selten in den Kirchen entlang des Weges findet. Welchem Zweck dieser stille Bau diente, ist jedoch bis heute unklar.
Christina Brugger / Alexandra Mayerhofer: der Jacobsweg

Beeindruckend die in Stein gehauenen Details der Kirche:
Die Kapitelle des Arkadenganges in unterschiedlicher Ausprägung.
Köpfe an den Simsen des Hauptgebäudes.
Wir haben Glück, die Kapelle wurde gerade geöffnet. Beim Betreten empfängt uns gedämpfte Musik. Die Stimmung ist sehr gediegen, durch die Alabasterfenster scheint ein diffuses Licht.

Vor der Kapelle holen wir uns im "Selfservice" unseren 1. Pilgerstempel!

Auf der Fahrt hierher fuhren wir auf der Landstraße und merken erst jetzt auf der Rückfahrt, wie sehr die Straße anstieg. Wir rollen nun leicht und locker, fahren dann aber nach ca. 2 Kilometern auf den gekennzeichneten Camino. Aber dieser Weg ist mehr für Fußpilger geeignet, er ist sehr holprig und führt steil bergauf und wieder bergab.

Wir fahren über die Calle Mayor, dann über die Puente auf die N-111 zwecks Orientierung für morgen. Und das stellt sich als sehr vorteilhaft heraus; durch enorme Straßenbauarbeiten ist die Straßenführung eine ganz andere als in den Wegbeschreibungen, die wir haben. Und wir bekommen schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf das, was uns morgen und die nächsten Tage erwartet.

Wieder zurück, machen wir in der Calle Mayor an der Bar
"La Torreta" Halt, bestellen uns einen Vino, Aceitunas und für jeden ein Boccadillo (30 cm lang - €3,--), für Heiko mit Lomo, für mich mit Queso.
Auf dem Weg ins Hotel Jakue holen wir uns im Refugio gegenüber der Iglesia del Crucifijo unseren 2. Pilgerstempel.

An der Rezeption bitten wir die nette Señora, für uns im Hotel in Los Arcos, dem Zielort unserer morgigen ersten Etappe, ein Zimmer zu buchen. Das klappt prima und ist "no problemo"!

Nun heißt es, Radtaschen für morgen packen und restliches Gepäck verstauen. Es ist weniger schwierig, die nötigen Klamotten in den Packtaschen unterzubringen, als ich in Hamburg angenommen hatte.

 
Jacobus-Statue in der Pfarrkirche von Puente la Reina  

Nach getaner Arbeit machen wir einen kleinen Rundgang durchs Dorf, trinken am "Borne" eine Erfrischung und landen wieder in der Calle Mayor im "La Torreta". Dort leisten wir uns ein kleines Abendessen in Form von Pulpo a la gallego (zuviel, aber lecker - sagt Heiko) für € 9,-- und Pimientos de Padrón (lecker, aber nicht zuviel - sage ich) für € 3,--.

Wir kommen hier mit einer jungen Östereicherin ins Gespräch, die am Nebentisch in einer großen internationalen Pilgerrunde sitzt - 1 Baske,
1 Brasilianer, 3 Italiener und eben jene Östereicherin. Man merkt, wir sind auf der "Calle Mayor de Europa".
 

Den Abend beschließen wir an der Bar unseres Hotels Jakue bei einer Flasche Señorio de Sarria - tinto. Morgen soll der Tag für uns früh beginnen, darum ist der Zapfenstreich nicht so spät wie sonst.

Zum Abschluss des Abends und dieses Aufenthaltes hier in Puente la Reina sind wir beide der einhelligen Meinung, dieses Hotel Jakue ist wirklich zu empfehlen, wir haben uns hier sehr wohl gefühlt!

   
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