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| Wir sind schon recht früh unten in der
Hotelhalle, nämlich kurz vor 7 Uhr. Der Frühstücksraum
ist noch geschlossen und davor stehen die Menschen in Massen, um auf
Kommando den Saal zu erstürmen. Und als dann die Tür geöffnet
wird, beginnt tatsächlich die heiße Schlacht am kalten
(Frühstücks-)Buffet! So etwas haben wir in keinem anderen
Hotel erlebt, man verliert den Appetit bei diesem Massenaufgebot an
Pauschal-Touris!
Unser Bus kommt pünktlich,
das Gepäck verschwindet im Bauch, und los geht die Fahrt nach
Budapest. Einige Kilometer begleitet uns der Plattensee, wir fahren
durch Balatonvilagos und kommen auf der E 71 automatisch auf die
Autobahn M 7. Es ist draußen trübe und wir sind müde.
Nach einer Stunde machen wir an einer Raststätte eine kleine
Pause, auch für technische Probleme. Leider sind die Einrichtungen
dort nicht sehr einladend, so dass es für einige (Männer)
von uns nur die Möglichkeit der freien Wildbahn gibt. Für
uns weibliche Wesen gibt es zu dieser Art der Problemlösung
kaum eine Alternative.
Weiter geht's in Richtung
Hauptstadt, links lassen wir Szekesfehervar liegen und rechts den
Velencei-to. Langsam nähern wir uns Budapest, der Verkehr wird
dichter und dichter und als es in Richtung Elisabeth-Brücke
geht, meint man, es geht gar nichts mehr.
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Die Fahrt zu unserem Hotel wird verbunden
mit einer Stadtrundfahrt. Der Bus fährt mit uns zur Szent-Istvan-Bazilika,
der größten Kirche Ungarns. Sie fasst 8.500 Menschen
und wurde erst 1906 fertiggestellt, der Baubeginn war bereits 1851.
In einem Glasschrein können wir die mumifizierte rechte Hand
des Heiligen Stephan betrachten. Hierbei handelt es sich um die
am meisten verehrte Reliquie der Katholischen Kirche Ungarns.
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Dann fährt der Bus weiter am
Parlamentsgebäude vorbei und über die Margareten-Brücke
(Margit-hid) - rechter Hand liegt die Margareten-Insel - kommen
wir auf die Budaer Seite. Wir fahren in Richtung Kettenbrücke
und vor der Zahnradbahn (leider außer Betrieb) geht's
durch den Tunnel nach oben zum Burgviertel.
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Wir besichtigen die Matthias-Kirche
und die Fischer-Bastei - und dann ist die Batterie meines Fotoapparates
leer! Warum gerade jetzt? Aber ich habe Glück, in einem Souvenir-Foto-Shop
bekomme ich eine neue Batterie.
Wir wandern weiter zur
Burg, aber leider ist dort sehr viel abgesperrt, da man die ganze
Anlage für Filmaufnahmen mit Eddie Murphy präpariert.
Schade, aber nun wissen wir auch, dass deswegen der Betrieb der
Zahnradbahn vorübergehend eingestellt wurde.
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die ja nun ausgedient haben, verschwinden unten
in den Reisetaschen und die etwas zivileren Sachen kommen ans Tageslicht.
- Hier im Hotel werden wir, ebenfalls Ilse und Rolf, zwei Nächte
verbringen, und für Donnerstag haben wir einen Leihwagen geordert,
mit dem wir noch eine weitere Woche unterwegs sein werden.
Da wir ja nun kein Picknick
mehr geboten bekommen, müssen wir halt selbst für unser
leibliches Wohl sorgen. In der Nähe des Hotels entdecken wir
ein nettes kleines Lokal, in dem man sehr gut und in angenehmer
Atmosphäre essen kann.
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Nach der Stärkung kaufen wir uns an der Rezeption
unseres Hotels Fahrkarten und steigen in den Bus mit dem Ziel "Markthallen".
Wir lassen den Gellertberg rechts liegen, verlassen jenseits der
Elisabeth-Brücke den Bus und betreten die Markthalle.
Dort herrscht ein buntes Treiben um die mit Obst
und Gemüse voll beladenen Stände. Interessante und fremdländische
Gerüche ziehen in die Nase, wir finden Obst- und Gemüsesorten,
die uns unbekannt sind und stellen fest, dass Markthallen in fremden
Ländern immer wahnsinnig interessant sind. Im Obergeschoss
befinden sich Wurst- und Fleischstände, kleine "Pommes"-Buden,
die leckere Schmankerl und Getränke anbieten, ebenso wie Stände
mit Tischwäsche und anderen Handarbeiten sowie -natürlich-
Souvenirläden.
Wir gehen über die Straße in die Vaci
utca, passieren das Hotel Taverna mit dem "legendären"
Restaurant Gambrinus, und gelangen zum Vörösmarty ter.
Dort befindet sich ein Schallplattenladen, in
dem wir eine der von Peter
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empfohlenen CDs kaufen. Nebenan in dem Café
trinken wir noch einen Espresso und müssen die Freikarten,
für die in 2 Stunden stattfindende Modenschau (für das
"Event") leider ausschlagen, da unser Abend ja schon anderweitig
verplant ist.
Anschließend im Hotel folgt der Moment,
der die ganze Welt erschüttert hat. Heiko steht unter der Dusche,
ich schalte das Fernsehen ein und höre und sehe das Unfassbare!
Es dauert eine Weile, bis ich begreife, dass es sich nicht um einen
Film, sondern um die Realität handelt, nämlich die Tragödie
des Terroranschlages auf die Twins des World Trade Centers in New
York !! Wir sind geschockt, unfähig einen klaren Gedanken zu
fassen! Mein Gott!!
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Als wir uns später in der Hotellobby
zum Abendessen treffen, stehen eigentlich alle, die diese Nachricht
gesehen haben, unter dem Eindruck des Geschehenen. Trotzdem - man
muss sich wirklich wundern - schmeckt unser 3-Gänge-Menü
mit Anwärmer vorweg und Wein dazu hervorragend. Es handelt
sich in diesem Fall auch um unser letztes gemeinsames Menü
dieser Radwanderreise. Denn morgen nach dem Frühstück
heißt es für die meisten Abschiednehmen in Richtung Bahnhof
oder Donau.
Dieser letzte gemeinsame Abend wird darum
auch zum Anlass genommen, ein Dankeschön auszusprechen an unsere
beiden Radführer Ernö und Peter. Heiko fasst diesen Dank
im Namen der ganzen Gruppe in ein paar nette Worte. Dann werden
auch noch die Adressen und Telefonnummern sowie die e-mail-Adressen
- soweit vorhanden - ausgetauscht
Und nach dem letzten Schluck Wein erwartet
uns unser Bus, um mit uns eine Lichterfahrt durch Budapest bei Nacht
zu machen.
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| Es ist ein beeindruckendes Erlebnis, die
Zitadelle bei Nacht zu sehen, über die erleuchtete Kettenbrücke
zu fahren, und dann der Hösök tere, der Heldenplatz, am
Ende der Andrassy utca . |
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In der Mitte steht die 36 m hohe
Milleniumssäule mit dem Erzengel Gabriel auf der Spitze, die
an 1000 Jahre ungarische Geschichte erinnern soll, sowie die Gruppe
der Reiterstatuen der landnehmenden ungarischen Heerführer mit
ihrem Anführer Arpad. Dahinter befinden sich die Kolonnadenreihen
mit ungarischen Königen und bedeutenden Persönlichkeiten
des Unabhängigkeits-Krieges. |
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Der Platz wird flankiert
von klassizistischen Gebäuden, dem Museum der bildenden Künste
links und der Kunsthalle auf der rechten Seite. Alles ist hell angestrahlt
und erweckt einen Eindruck von Macht.
Weiter geht es durch das
dahinter liegende Stadtwäldchen (liget) mit dem Zirkuspalast,
dem Vergnügungspark, prächtigen Restaurants, wie dem "Gundel".
Dort wird nach alten Rezepten der ungarischen Küche gekocht.
Ferner befindet sich hier als weitere Attraktion der 1866 gebaute
Zoologische Garten und das Szechenyi-Bad mit Thermalwasser.
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Dann verlassen wir wieder
den Bus, um uns eine weitere Attraktion anzusehen, die Burg Vajdahunyad.
Sie demonstriert die einzelnen Baustile von der Romantik bis zum
Barock anhand von Kopien einzelner bekannter Bauwerke im damaligen
Ungarn. Die Burg war das Ausstellungsgebäude der Budapester
Weltausstellung 1896. Heute befindet
sich hier das Landwirtschaftliche Museum.
Der See um die Burg wird
im Frühling und Sommer mit kleinen Booten befahren und im Winter
verwandelt er sich in eine Schlittschuhbahn.
Auf dem Weg in Richtung
Parlament muss unser Bus die Route ändern. Wegen eines wichtigen
politischen Treffens (G 7?) ist die Region um das Parlament für
den Fahrzeugverkehr gesperrt. Auf kleinen Umwegen gelangen wir wieder
in unser Hotel.
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Burg Vajdahunyad bei Nacht
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Burg Vajdahunyad am Tage
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In der Hotellobby verbringen
wir die letzten gemeinsamen Stunden. Unter der Federführung
von Uschi verfassen wir Frauen noch ein kleines Erinnerungsgedicht
für das Gästebuch unserer Gastgeber und trinken noch ein
paar Gläschen zum Abschied, denn mit Ausnahme von Christiane
und Volker, Ilse und Rolf, Heiko und mir reisen morgen früh
alle ab.
Große Verabschiedung
mit großen Ankündigungen ("..wir telefonieren auf
jeden Fall!!!") und für uns die Aussicht, morgen früh
etwas länger schlafen zu können, weil ja kein Fahrrad
und kein Bus und kein Ernö auf uns wartet.
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