9. Tag
10.September 2001
Montag
 
Lengyeltóti - Siofok
= 55 km
 

 

 
Heute starten wir zu unserer letzten Fahrrad-Etappe. Um 9 Uhr geht es los. Es ist noch ein wenig kühl, aber leicht sonnig.

Unsere Fahrt geht zunächst in Richtung Balatonboglar, unser heutiger Schlussmann ist Hans.

Wir fahren auf der "Südbalaton Weinstraße" vorbei an ausgedehnten Weinfeldern, auf denen die Lese in vollem Gange ist. Am Ortseingang von Balatonboglar macht Ernö mit uns noch einen kleinen Schlenker zur "Sektfabrik" BB (Balatonboglar); bei dem Erzeugnis dieser Kellerei handelt es sich um d e n Sekt Ungarns. Diese Fabrik ist aus dem sozialisten "Borkombinat" hervorgegangen.

Am Balaton angekommen fahren wir auf "unserem" Radweg direkt am Ufer, gelangen nach Balatonlelle und sehen aus der Entfernung das gelbe Haus der "Panzio Viktoria", in der wir (Heiko und ich) im vergangenen Jahr übernachteten.

Am Ufer des Plattensees machen wir unser letztes Picknick, bei Sonnenschein und herrlichem Blick über den See und auf Tihany.

 

Unsere beiden Gastgeber (Ernö und Peter) verwöhnen uns ein letztes Mal mit ungarischen Köstlichkeiten, zur Feier des Tages und als Krönung gibt es heute außerdem Kaviar und ein Glas BB-Sekt.

Unser Tagesziel ist Siofok, die größte Stadt am Südufer. In Balatonföldvar machen wir einen Abstecher zur Marina und fahren vorbei an den vielen Freizeitbooten bis an die Spitze der Mole.

Wir genießen den Blick auf den Balaton, das gegenüberliegende Ufer und die Halbinsel Tihany.

Wenige Kilometer hinter Balatonföldvar, in Szantod, befindet sich die engste Stelle des Plattensees. Hier ist der Fähranleger nach Tihany, und das "ungarische Meer" ist an dieser Stelle nur 1,5 km breit. Wir lassen den Anleger links liegen und fahren

  durch das touristisch geprägte Zamardi mit seinen vielen schönen Ferienhäusern. Der Ort zieht sich 10 km lang hin

und geht ohne Übergang in Siofok über, der "Hauptstadt des Balaton" mit 25 000 Einwohnern. Siofok hat ein 15 km langes Ufer mit Strandbädern und Stränden. An der Petöfi setany, der Strandpromenade, liegt unser Hotel "Europa".

 

Nach unserer Ankunft müssen wir uns "leider" von unseren Drahtesel verabschieden. Sie haben uns gut bis hier gebracht und nun eine Erholungspause verdient. Unser Zimmer liegt im 6. Stock, das Haus hat 13 Etagen. Es ist ein Riesenkasten aus sozialistischen Zeiten.

Pannónia Hotel Europa
Petöfi sétány 17.
H-8600 Siófok
Tel: 0036 -84 - 310 - 630
Beim Auspacken unserer Taschen stelle ich fest - oh Schreck - mein Ladegerät fürs Handy ist nicht dabei. Beim Rekapitulieren fällt uns ein, dass es in Kek-to beim Kofferpacken auf dem Bett liegen geblieben sein muss. Und der Akku meines Handys ist fast leer. Was tun? Mein "Retter" in dieser Lage ist Hans. Sein Ladegerät passt zu meinem Handy - ein Test im Badezimmer an der Steckdose beweist es. Na wunderbar, nun muss ich nur noch zusehen, dass ich wieder in den Besitz meines Gerätes komme. Da wir im Anschluss an unsere Radwanderung noch die Absicht haben, mit einem Leihwagen den Balaton "unsicher" zu machen, könnten wir ja eigentlich in Lengyeltoti vorbeifahren und uns das Teil abholen. Wir erzählen Ernö von unserem Missgeschick, und ein Telefonat von ihm mit dem Hotel macht alles klar. Es liegt dort zur Abholung bereit und wartet auf uns.

Wir treffen uns um 19 Uhr, gehen gemeinsam in das Zentrum von Siofok, wo wir unser Abendessen einnehmen werden. Unser Ziel ist ein Czardas-Lokal mit Livemusik.

Wir essen gut und reichlich (wie immer), trinken dazu einen Barack und Wein.

Im Anschluss erleben wir eine Folkloregruppe mit ungarischen Tänzen. Das ist schön!

 

Ein Rundgang durch Siofok krönt diesen letzten Radeltag. Ernö zeigt uns die "Attraktionen" dieser Stadt. Es beginnt mit der evangelischen Holzkirche, die entworfen wurde von dem Architekten, der auch auf der Expo 2000 den ungarischen Pavillon gebaut hat. Die Kirche besticht durch die sehr eigenwillige Gestaltung.
Ev. Kirche
Wasserturm
Millenium-Park
Kalman-Imre-Tempel
 
Ernö erklärt

Dann passieren wir das Wahrzeichen von Siofok, den Wasserturm, und gelangen im Millenium-Park zum Kalman-Imre-Tempel und in der Nähe des Bahnhofs zum Geburtshaus des Komponisten, dem Sohn dieser Stadt.

Zurück im Hotel setzen wir uns noch zusammen mit Ilse, Rolf, Inge und Roland in die Lobby und genehmigen uns einen Absacker. Der morgige Tag beginnt sehr früh, unser Bus wird uns schon um 8 Uhr abholen.