6. Tag
07.September 2001
Freitag
 
Magyarpolány - Keszthely
= 37 km
 

 

Unser Frühstück bei den Spenglers ist ein absolutes Highlight! Es fehlt an nichts, auf dem Tisch befinden sich neben Wurst, Käse, Marmelade, Obst, Butter und Eiern viele Köstlichkeiten wie selbstgemachte Salate, Kuchen und vieles mehr.
  Und vor jedem Gedeck steht ein Schnapsglas mit Barack Palinka! Frau Spengler erklärt es mit der Lebensphilosophie ihres schwäbischen Vaters, der immer sagt, dass ein Gläschen Barack am Morgen den Tag in Schwung bringen würde. Also lassen wir uns auch dadurch in Schwung bringen. Ansonsten trinken wir Kaffee und bekommen sogar noch eine Kostprobe des Kaffees, den die Spenglers trinken. Es handelt sich um eine Art türkischen Mokka.
Schmeckt auch nicht schlecht! Frau Spengler will uns sogar noch ein Lunchpaket mitgeben, das wir aber dankend ablehnen, da wir ja so phantastisch von Ernö und Peter versorgt werden. Im Gespräch mit anderen Gruppenmitgliedern zeichnet sich ab, dass wir es bei den Spenglers wohl am besten getroffen haben.

Um 9 Uhr treffen wir uns in der Dorfmitte - wir sind auch heute morgen wieder die Letzten wegen der intensiven Verabschiedung durch unsere Wirtin - und gehen in Richtung Kirche.

Bei deren Besichtigung treffen wir auf Magdalena, eine 75-Jährige kleine Frau mit Kopftuch und Kittelschürze.

 

Sie ist das Faktotum der Gemeinde und dem Herrn Pfarrer oft bei der Predigt behilflich, "da er ja schon alt und vergesslich ist " (er ist 72 Jahre alt). Sie beschreibt uns in deutscher Sprache die Kirche - auch sie ist eine Donauschwäbin.

Im Anschluss an die Besichtigung plaudern - sprich schwäbeln - Roland und Inge aus Stuttgart noch ein wenig mit ihr.

Dann geht es auf den Kalvarienberg mit seinen sieben ( oder acht?) Stationen. Ernö erklärt uns jede einzelne. Danach geht es über den Friedhof und zur Besichtigung eines kleinen Heimatmuseums in einem typisch ungarischen Haus,
Mahnmal auf dem Friedhof von Magyarpolany
Heimatmuseum in Magyarpolany

Danach weiter zu einem Bus, der uns über das Bakony-Gebirge nach Nagyvazsony bringt. Wahrzeichen ist die Burg des Pal Kinizsi, dem Heerführer des Königs Matthias. Hier finden in den Sommermonaten Ritterspiele statt. Auf den Stufen vor der Burg werden Gruppenfotos gemacht von unserer gesamten Mannschaft.

Jetzt geht es wieder auf die Räder. Peter ist mit seinem Bus und dem Fahrradtrailer eingetroffen.

 

Wir starten bei Sonnenschein (!) und mit Rückenwind und mit Volker als Lumpensammler. In Mencshely machen wir an der Gabelung nach Dörgicse und Zanka eine Trinkpause und einige von uns erledigen ihre technischen Probleme.
Wenige Kilometer weiter haben wir unseren ersten Blickkontakt mit dem Balaton. Bei klarer Sicht können wir sogar das gegenüberliegende Ufer erkennen.
Zwischenstopp
Erster Blick auf den Balaton

Unsere heutige Mittagsrast findet in den Weinbergen statt. Bei herrlichem Sonnenschein liegen und sitzen wir auf Decken und Isomatten, naschen ein wenig von den köstlichen Trauben, genießen unser Picknick mit selbstgemachtem Kartoffelsalat und Frikadellen, Gemüse, Käse und einem Barack vorweg und Bor dazu - es ist fast wie im Schlaraffenland, nur die gebratenen Tauben fehlen.

Danach geht es frisch gestärkt über die Weinberge durchs Kalibecken. Dabei kommen wir auch durch Köveskal; hier haben wir (Heiko und ich) im Jahr 2000 unsere Regenjacken auf dem Fahrrad trocknen lassen und dabei einen Gespritzten vor der Borozö getrunken.

Wir haben mal wieder viele Buckel und Hügel (Berge?) zu bewältigen und eine Strecke

von über einem Kilometer durchs flache Land mit einem irren Gegenwind. Oh mannomann, die hatte es in sich!! Danach ist erst einmal eine Verschnauf- und Trinkpause in Kövágóörs angesagt.
 

Nun geht es weiter auf ebenen (!) Wegen und unser nächstes Ziel ist das "Steinerne Meer". Unsere Drahtesel werden hier während unseres Rundganges alle zusammengestellt, um sie so vor Langfingern zu schützen. Es handelt sich bei dieser Steinwüste um ein unter Naturschutz stehendes Gebiet, das übersät ist mit großen, weißen Sandsteinbrocken, die im Laufe der Jahrtausenden durch den Wind von Ablagerungen befreit wurden und nun wie von Riesenhand verstreut in der Landschaft liegen. Wie eine Mondlandschaft wirken die Steinformationen, die sich auch hervorragend zum Klettern eignen. Von oben hat man einen wunderschönen Überblick über das Káli-Becken.

Nachdem ein paar Fotos geschossen wurden, geht unsere Fahrt - bei Sonnenschein - weiter.

 

Unser heutiges Fahrrad-Ziel ist die Szent György Pince mitten in den Weinbergen am Fuße des Szentgyörgyhegy. Wir sitzen draußen in der Abendsonne beim Essen und einer Weinprobe. Wir genießen einige köstliche Weine und als Abschluss serviert man uns einen hervorragenden Eiswein.

Langsam wird es dunkel.

Egészségedre
 
 
Hotel Helikon
Balaton-part 5.
H-8360 Keszthely
Tel: 0036 -83 - 311 - 330

Ein Bus bringt uns an unser heutiges Ziel, das Hotel Helikon in Keszthely. Hier kommen unsere Räder in die Tennishalle, morgen haben wir alle Ruhetag - die Drahtesel und wir. Das Hotel Helikon ist eines dieser riesigen Hochhausklötze aus sozialistischen Zeiten. Wir wohnen im 6. Stock und haben einen traumhaften Blick über den Plattensee und das Nordufer.

Nach dem Auspacken unseres Gepäcks - wir bleiben hier ja ausnahmsweise für zwei Nächte - treffen wir in der Hotellobby auf einige aus unserer Gruppe und nehmen dort noch ein Gläschen Wein zu uns, bevor wir den heutigen Tag beenden.