4. Tag
05.September 2001
Mittwoch
Sopron - Pusztacsalád
47 km; Regen - den ganzen Tag

 

Wir starten um 9 Uhr zu einem Stadtrundgang durch den Altstadtkern von Sopron (deutsch: Ödenburg). Diese Stadt wurde weder von den Mongolen und Türken noch durch die Bomben im Jahre 1944/45 zerstört, darum hat es noch eine nahezu vollständig erhaltene mittelalterliche und barocke Innenstadt. Viele Baudenkmäler drängen sich auf engstem Raum innerhalb der Stadtmauer. Das Wahrzeichen ist der 61 m hohe Feuerturm, dessen Fundament schon aus der Römerzeit stammt. Zentrum der Stadt ist der Fö ter mit dem Apothekenmuseum und dem mittelalterlichen Storno-Haus mit barocker Fassade, in dem einst König Matthias Corvinus weilte. Am Südende des Platzes befindet sich die "Ziegenkirche", die zwischen 1280 und 1491 gebaut wurde. Ihren volkstümlichen Namen erhielt sie von der Stifterfamilie, die eine Ziege in ihrem Wappen führte.
Kloster/Schule am Ursulinerplatz
... so ein Sch... - es regnet immer noch ...
So hätten wir uns Sopron gewünscht - Bilder aus der Internetpräsentation von Sopron
Judenggasse ---- Rathaus, Feuerturm, Dreifaltigkeitssäule ---- St.Georg Gasse
Um 10.30 Uhr steigen wir bei Regen und starkem Wind auf die Räder. Zunächst führt uns der Weg über eine starke Steigung aus der Umgebung von Sopron heraus.
... draußen im Regen ...
Ich schiebe natürlich wieder. Dann geht es - oh wie schön! - lange bergab durch ebenes Land und Dörfer bis wir Sarrod erreichen. Dort machen wir unser Picknick, aber aus "regnerischen" Gründen nicht im Freien,sondern im "Haus des Nationalparks Neusiedler See". Hier trocknen unsere nassen Klamotten in der Zeit der Pause ein wenig ab.

Wir erwärmen uns auch so langsam wieder. Ernö und Peter bauen uns wieder ein himmlisches Büffet mit allen guten Sachen auf, und wir genießen die Köstlichkeiten in Form von Wurst und Käse und Gemüse und Barack und Wein und, und, und....

Nach einer anschließenden Besichtigung des Hauses geht es weiter bei Regen und Wind nach Fertöd.

Dort befindet sich das Schloss Esterhazy des Fürsten Miklos (Nikolaus) Esterhazy - genannt "der Prachtliebende". Dieser ließ es 1764 - 1766 nach dem Vorbild der Schlösser Versaille und Schönbrunn als Sommerresidenz erbauen. Die mehr als 120 Räume des Hauses sind umgeben von endlosen Gärten. Bei diesem Wetter sieht man allerdings nicht viel von der Schönheit, man kann nur die Größe erahnen. Die Zimmer sind in unterschiedlichen Stilrichtungen eingerichtet und spiegeln den damaligen Zeitgeschmack wieder. Im Schloss befand sich zu Zeiten des "Prachtliebenden" auch ein kleines Theater und der Hofkomponist war kein Geringerer als Joseph Haydn.

Nun sind es noch 18 km bis zu unserem nächsten Bett. Es gibt zwischendurch noch eine Trinkpause.

... im Schloß Esterhazy ...
... weiter im Regen...

Dann geht es weiter nach Pusztacsalád in unser "Schlosshotel Majo". Wir werden dort sehr herzlich aufgenommen und mit Glühwein (von weißem Wein des Neusiedler Sees) begrüßt.

Um 19 Uhr gibt es Abendessen - Wildragoutsuppe, Rindsbraten mit köstlicher Soße und Knödeln und als Nachtisch die Krönung aller ungarischer Desserts: Gundel - Palacsinta.

Danach geht es noch recht lustig und gemütlich zu, zumal wir auch die einzigen Hotelgäste sind. Um 22 Uhr ist dann aber doch Nachtruhe angesagt.

Morgen haben wir ca. 80 Kilometer vor uns. Das Wetter soll besser werden - sagt Ernö mit einem leichten Zwinkern. Im Moment klatscht der Regen noch gegen die Scheiben, es ist unmöglich, die Zimmerfenster zu öffnen.