3.Tag
04.September 2001
Dienstag
Bruck a.d.Leitha - Sopron

 

Wir starten um 9 Uhr bei Sonnenschein. Es geht auf gut ausgebauten Radwegen in Richtung Neusiedler See. Heute ist Heiko der Schlussmann. Wir kommen über Parndorf (dort erledigen wir unsere "technischen Probleme" im Bahnhofs-Klo) und fahren weiter,
begleitet von herrlichstem Sonnenschein, durch landwirtschaftliches Gelände. In einem kleinen Dorf, an einer kleinen Kirche machen wir unsere erste Trinkrast. Dann geht es weiter durch den Ort Neusiedel am See - können aber leider keinen Blick auf den See werfen, denn es trennt uns ein breiter Schilfgürtel.
...eine Erfrischung fällig ...
Nun geht es durch eine wunderschöne Weingegend. Hier hat die Lese noch nicht stattgefunden, und die Weinstöcke hängen noch voller Trauben. Sie leuchten in der Sonne, besonders die roten. Da es sich hierbei sicher nicht um unsere "Spätburgunder" Trauben handelt, denke ich, es ist die für hier typische Sorte "Blaufränkisch" (ungarisch: kekfrancos).
 
 
... im Sonnenschein durch herrliche Weinberg-Gegend ...
Bei dieser hier angesetzten zweiten Trinkpause nutzen wir die Gelegenheit, ein wenig von den Trauben zu naschen. Köstlich! Und als Fotografier-Objekt eignen sie sich außerdem hervorragend.
Trinkpause in den Weinbergen

Gut gelaunt, gestärkt und erfrischt geht es auf wunderbaren landwirtschaftlichen Wegen weiter über Breitenbrunn, und nach ca. 1 Stunde machen wir in Donnerskirchen unsere wohlverdiente Mittagsrast.

Wir schnappen uns die Isomatten, Decken und sonstigen Utensilien aus Peters Auto, machen es uns auf der Wiese bequem und genießen die Stille und den Sonnenschein.

Heute Mittag zaubert Ernö uns ein Letscho, und viele helfende Hände stehen ihm bei den Vorbereitungen zur Seite. Dann wird zunächst ein Feuer gemacht unter einem Eisentopf, der an einem Dreibeingestell hängt.

Fleißige Helfer ...
... hungrig und neugierig ...
Darin wird der Speck angebraten, es folgen Wurst, Zwiebeln und schließlich jede Menge Paprika (die hellen gelben und milden mit der länglichen Form) und Gewürze. Und das Ganze muss ständig gerührt werden. Das ist schon eine ziemlich kräftezehrende Angelegenheit, aber Ernö ist ja der "Mr.Letscho" und meistert diese Aufgabe spielend.
Mr. Letscho in Aktion
Essen fassen
Egészségedre


Wenn Ernö in dem Kochtopf rührt,
das Feuer an den Beinen spürt,
wenn Düfte zart den Platz bestreichen,
wenn Ernö und Peter Schnäpse reichen,
dann kann man singen "Lobet den Herrn"!
Euch hat die ganze Gruppe gern!

 

Lecker Letscho ...
... mmm - das schmeckt gut ...
 
Uns läuft das Wasser im Munde zusammen bei dem Anblick und dem Duft! Dann endlich ist es soweit. Zum Auftakt gibt es den obligatorischen Magenanwärmer, den wir mit einem kräftigen "Egészségedre" vernichten, und dann das köstliche Letscho. Wir genießen es in vollen Zügen, trinken dazu den ungarischen Wein in Rot und Weiß -
und langsam verschwindet die Sonne hinter den Wolken.
Auf dem Weg in Richtung Grenze kommen wir durch den Ort Rust, der bekannt ist wegen seiner vielen Störche. Auf den Häusern befinden sich unzählige Storchennester - aber zu dieser Zeit sind die Bewohner bereits auf dem Weg nach Süden. Bis auf einen zurückgebliebenen Vogel, der in seinem Nest sitzt und den Abflug verpasst hat, oder nicht mitfliegen konnte - wer weiß.
Stop am See vor Rust
der zurückgebliebene Storch
Rust - Tor zum See
Bei meinem Vorderrad hatte ich auf der Fahrt bis hier eine Unwucht festgestellt, die sich besonders bei abschüssigen Strecken aufbaute. Ich erzähle Ernö davon mit dem Ergebnis, dass unser "Fahrrad-Pannen-Service" in Person von Peter mir ein neues Vorderrad einbaut. Es hat sich nämlich gezeigt, dass der Reifen eine Ausbuchtung hatte und so zu platzen drohte. Da habe ich dann ja noch einmal Glück gehabt.
in Rust
Nach Rust verlassen wir die Nähe des Neusiedler Sees. Nun wird das Gelände bergiger, und in Mörbisch gehen wir über die Grenze nach Ungarn. Ernö erledigt die Formalitäten, dann geht es bergab durch ein Waldgebiet in Richtung Sopron. Und aus dem verschwundenen Sonnenschein wird zunächst leichter, dann kräftiger Regen! Wie gut, dass wir unser Regenzeug haben und unsere Regenhosen haben nun Premiere.
hinter der Grenze in Mörbisch
Wir erreichen das " Hotel Sopron" klitschnass, die Fahrräder kommen in einen "Fahrradschuppen" , und wir gehen auf unsere Zimmer, nachdem wir uns für 19 Uhr zum Abendessen im Restaurant des Hauses verabredet haben.
Hotel Sopron
Fövényverem u. 7.
H-9400 Sopron
Tel: 0036 -99 - 314 - 254
Hotelzimmer
Restaurant

Für unser leibliches Wohl wird wieder hervorragend gesorgt. Es gibt eine Knödelsuppe, danach Hähnchen mit Spätzle und Sauce, und als Dessert Schomlauer Berg. Lecker! Dazu ein Weißwein und - wie immer - vorweg ein Barack. Wir werden wieder so richtig verwöhnt.

Nach dem Essen stellen wir fest, dass es aufgehört hat zu regnen. Ernö führt uns zum Abschluss des Tages in ein Heurigenlokal und um 22 Uhr ist Zapfenstreich.