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Wir immer frühstücken
wir um 8.30 Uhr, nachdem wir vorher unser Reisegepäck an der
Rezeption deponiert haben. Der Himmel ist strahlendblau, Petrus
meint es anscheinend wieder gut mit uns.
Nach dem Frühstück
geht's ein letztes Mal auf die Räder. Unser heutiges und damit
letztes Ziel ist Budapest bzw. Szentendre, der Treffpunkt um 15
Uhr mit Fritz. Von dort will er uns mit seinem "Gepäckwagen"
mit nach Budapest nehmen, um uns damit die Fahrt durch die Großstadt
zu ersparen. Um zu diesem von ihm vorgeschlagenen Treffpunkt zu
gelangen, hat er uns noch eine andere Touren-Variante genannt. Auf
der Szentendre-Insel sollen wir nicht die vorgegebene Fähre
nehmen, sondern die im Süden der Insel. Es handelt sich hierbei
um eine kleine Personenfähre, die genau dort auf der anderen
Seite der Donau ankommt, auf der Fritz auf uns warten wird.
Wir starten unsere Reise
mit einem kleinen Schlenker in Richtung Kathedrale und fahren dann
auf der "11" in Richtung Visegrad - Budapest = 65 km.
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| 10 Kilometer hinter Esztergom halten wir an einem
ABC-Laden (Kiosk) und versorgen uns mit Getränken (2 lt. Wasser
und 1,5 lt. Wein = 200 HUF). Weiter geht es zwar auf der Straße,
aber immer entlang der Donau. Es ist eine traumhafte Fahrt in einer
traumhaften Landschaft bei traumhaftem Wetter! Was würde Ines
dazu sagen? "Da geht einem das Herz auf!" Recht hätte
sie. |
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Aus der Ferne entdecken wir die Burgruine von
Visegrad, sie thront hoch über der Donau. Die Ruine des Königspalastes
stammt aus dem 13./14.Jh. Es handelte sich um eine der schönsten
Burgen seiner Zeit, die in den Türkenkriegen teilweise zerstört
wurde; der Rest erfolgt durch die Habsburger.
Zwischen dem Burgberg und der Donau liegt nur die Bundesstraße
11. Hinter dem Berg mit der Ruine, in der zweiten Reihe, sehen wir
ein riesiges Gebäude. Wir vermuten, daß es sich um einen
ehemaligen Bonzenbau handelt, wegen der beneidenswerten Lage.
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Schon bald erreichen wir die kleine Fahrradfähre.
Da wir noch ca. ½ Stunde Zeit haben bis zur Abfahrt, setzen
wir uns ans Ufer und genehmigen uns ein Plastikgläschen Wein.
Die Überfahrt zur Szentendre-Insel ist kurz.
Mit uns zusammen fährt auch die 4er-Gruppe mit den 3-Gang-Rädern.
"An Bord" erzählt Heiko ein paar Döntjes, die
Stimmung auch bei den 4ern ist locker.
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Es ist eigentlich Zeit zum Essenfassen, aber wir
wollen nicht gerade hier an der Fähre Rast machen, darum fahren
wir zunächst weiter. In Tahitotfalu suchen wir im Ort nach
einer Czárda, aber leider ohne Erfolg. Wir fahren suchend
ein wenig kreuz und quer und dann schließlich weiter. Nach
ca. 8 km sehen wir direkt an der Donau die Pokol Czárda (Höllentscharda)
liegen. Ganz idyllisch unter großen Kastanienbäumen,
mit weißen Zäunen und weißem Gestühl mit rotweißen
Tischdecken. Es ist jetzt schon 13.30 Uhr, aber wenn wir uns beeilen,
dann sind wir rechtzeitig um 15 Uhr am Treffpunkt mit Fritz. Wir
gleichen auf der Karte unseren Standort ab und genießen unser
Mittagessen (Karpfen und Zander).
Dann geht's wieder auf die Räder, aber am
Fähranleger kommen uns Zweifel ob der Richtigkeit unserer Route.
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Wir befragen eine junge Frau, die die Tickets
für die Überfahrt ausgibt und erfahren, daß wir
total falsch sind. In Tahitotfalu hätten wir abbiegen müssen
nach Pocsmegyer, dadurch haben wir einen Umweg von 16 (!) Kilometern
gemacht.
Fazit: Hätten wir uns nicht verfahren, wären
wir nie in der Pokol Czárda gelandet. Grausam, allein der
Gedanke!
Wir sind nun der Ansicht, daß wir unser
Date mit Fritz vergessen können. Trotzdem treten wir kräftig
in die Pedale und erreichen um 15.45 Uhr die Fähre. Leider
müssen wir nun noch ca. 30 Min. bis zur Abfahrt warten.
Aber auf der anderen Donauseite meinen wir Fritz'
Auto zu erspähen! Oder haben wir Halluzinationen? Ich stelle
mein Rad mit den roten Taschen unten quer zum Wasser, damit Fritz
uns erkennen kann, falls es tatsächlich sein Auto ist und er
noch auf uns wartet. Am anderen Ufer angekommen bestätigt sich
unsere Vermutung: Es ist Fritz mit seinem großen Wagen mit
Radanhänger.
Große Begrüßung mit großem
Hallo, unsere Räder kommen auf den Trailer und wir verschwinden
im Auto.
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Dann geht die Fahrt nach
Budapest. Um 17.30 Uhr erreichen wir das Hotel Liget, das nun für
zwei Nächte unser Zuhause sein soll und sind eigentlich ganz
froh, daß uns die Radfahrt durch Budapest erspart geblieben
ist. - Trotzdem muß ich sagen, auch so eine Radfahrt in der
Rush-hour durch eine Millionenstadt hat etwas. Wenn ich da an unsere
Ankunft in Wien vor 4 Jahren denke. Die letzten 5 Kilometer waren
zwar anstrengender als die 85 davor, aber missen möchte ich
das Erlebnis nicht.
Das Hotel ist sehr schön,
gar kein Vergleich mit dem Hotel Esztergom. Heiko springt als erster
unter die Dusche, wird aber gleich gebremst, da die Umschaltung
der Mischbatterie nicht funktioniert. Nun ist die Gelenkigkeit von
ihm, und danach von mir, gefragt, unter dem Wasserstrahl des Wannenzulaufs
den Körper zu benetzen.
Beim Rezeptionisten (wienerisch)
reklamieren wir den Mangel beim Verlassen des Hotels. Man will sich
drum kümmern (Anm.: man hat - bei unserer Rückkehr funktioniert
die Umschaltung).
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| Wir machen uns auf den Weg in die Stadt, ohne zu
wissen, was wir eigentlich wollen. Jedenfalls bewegen wir uns zunächst
einmal in Richtung Donau. Nach etlicher Zeit erreichen wir die Wasserseite.
Wir sehen die Kettenbrücke, deren Beleuchtung gerade angegangen
ist, |
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und auf dem anderen Ufer in Buda, wir befinden
uns in Pest, die angestrahlte Burg sowie die Fischerbastei. Wir
sind begeistert und überwältigt von dem Anblick.
Mittlerweile melden sich unsere Mägen, aber
wir finden kein Lokal. Man feiert hier den 3. Tag des Nationalfeiertages
und überall brummt der Bär. Aber außer Burgerking
und Pizzaläden können wir hier nichts entdecken, was unseren
Vorstellungen entspricht. Schließlich landen wir im Restaurant
Gambrinus (zum Hotel Taverna gehörig). Im ersten Stock gelegen
betreten wir die "heiligen Hallen". Es riecht förmlich
nach Vornehmheit. Ein Kellner im Frack begleitet uns an einen Tisch
und bringt uns die Speisekarte. Mein Gott, wo sind wir hier gelandet
?? Die Preise haben gehobenes Hamburger Niveau.Als der Ober kommt
und uns mit weißen Handschuhen und einer Zange je 1 Brötchen,
1 Scheibe Toast und 1 Scheibe Weißbrot zusammen mit einem
Schälchen angemachten Quarks kredenzt, habe ich das Gefühl
zu platzen! Wo sind wir hier gelandet? Mein Kamm schwillt an!!!
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Ich entscheide mich für eine Gulaschsuppe
- mehr nicht. Dann treten Irritationen auf, weil Heiko zu der Vorsuppe
noch ein Hauptgericht bestellt. Aber wir wollten doch nur eine Vorspeise
essen! Rolf und Ilse bestellen auch eine Vorsuppe u n d ein Hauptgericht!
Bin ich im falschen Film????
Es bleibt mir nichts anderes übrig, als zur Suppe auch ein Hauptgericht
zu bestellen. |
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| Nun werden zunächst sämtliche
Bestecke und Gläser, die nicht benötigt werden, abgeräumt.
Dann kommt der Wein (Chardonnay 3.300 HUF) im Sektkübel mit Serviette.
In der Ecke des Lokals spielt ein alter Mann auf dem Zimbal - viel
zu laut, die Unterhaltung wird dadurch gestört. Dann kommen zwei
Kellner mit 4 Tellern mit Silberhauben. Zeitgleich werden die Teller
plaziert und zeitgleich die Deckel angelupft. |
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Es fehlen nur noch die Kommandos! Wir
beginnen zu essen, als der Zimbalspieler an unseren Tisch kommt und
etwas von "Zigeunermusik " und "ungarisch" schwafelt.
Um mich aufzumuntern bestellt Heiko "Komm' mit nach Varaszdin".
Versteckt öffnet der alte Mann seine linke Hand und zeigt Heiko
einen großen Geldschein. Aha, moderne Bettelei!! Heiko gibt
ihm ein paar Münzen, beleidigt schleicht der Giftzwerg von dannen
und spielt natürlich nicht den Wunschtitel. |
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Wir konzentrieren uns auf unser Essen. Mein Hühnerbrustfilet
hat zwei große Knorpelstücke. Das Fleisch ist mit Käse
überbacken, dazwischen liegt Obst. Aber alles ist lauwarm.
Bei den anderen ist es ebenfalls nicht heiß. Bei Heikos Gericht
ist die Gemüsebeilage zäh. Wir essen schnell, müssen
lange auf die Rechnung warten und verlassen das Lokal, ohne ein
Trinkgeld zu geben.
Ich bin kurz vorm Platzen, aber eigentlich ist
diese ganze Sache eine reine Lachnummer. Der behandschuhte Lackaffe
von Kellner hätte einen guten Pantomimen abgegeben. Später
lese ich in einem Budapestführer, daß wir in einem der
nobelsten Restaurants Ungarn getafelt haben. Nein, das war nicht
mein Ding, und die Qualität der Speisen ließ sehr zu
wünschen übrig!
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Nun bräuchten wir eigentlich
noch einen Absacker zur "Bereinigung", aber im Hotel ist
die Bar bereits geschlossen. Also nehmen wir die 4 "Medizinflaschen"
von Fritz für Ilses Schienbein und leeren sie auf unserem Zimmer.
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