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Aufstehen bei Sonnenschein
und blauem Himmel.
Das Frühstück
ist etwas weniger reichhaltig als in den vorigen Hotels, aber es
schmeckt uns trotzdem gut. Anschließend betrachten wir uns
bei Helligkeit und Sonnenschein die anderen Räumlichkeiten,
die gestern wegen der Hochzeitsfeier nicht zugänglich waren.
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| Um 9.30 Uhr starten wir, nachdem
wir für Fritz noch einen Zettel an unser Gepäck gehängt
haben mit dem Hinweis, "daß unsere Gangschaltungen im Eimer
sind und wir dringend Hilfe brauchen".
Wir fahren durch Tata,
an der Festung vorbei und weiter in Richtung Agostyan und damit
geht's dann in die Berge.
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| Wir haben 5 Kilometer Steigung zu bewältigen.
- Mein Gott, das ist nicht mein Ding!!
Ich habe das Gefühl, mir springt das Herz
aus dem Hals, das Wasser läuft in Strömen aus allen Poren!
Immer wieder steige ich vom Rad und schiebe es weiter. Nach einer
ziemlichen Strecke meint Rolf, das sei nun die Spitze des Berges,
die sei ganz klar zu erkennen.
Aber leider entspricht das nicht den Gegebenheiten,
denn nach der nächsten Biegung geht es weiter bergauf! Nach
unendlicher Zeit erreichen wir die wahre Spitze. Danach läuft
es abwärts. Welch eine Wohltat!!! Es ist schon erstaunlich,
man braucht 1 ½ Stunden, um auf den Berg zu kommen, und in
10 Minuten ist man unten!
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Wir machen einen kurzen (Foto-)Stopp, dann geht
es weiter durch eine wunderschöne Landschaft, die uns an den
Kaiserstuhl erinnert. In den Tälern kleine Orte, man sieht
fast nur die Kirchturmspitzen, dann wieder kleine Berge und immer
"begleitet" uns der große Sendemast.Mal ist er links,
mal rechts, aber immer sichtbar. Wir können auf der Karte nicht
ausmachen, wo er wirklich steht.
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Nach diversen kleineren Steigungen erwartet uns
die nächste große, auch etwa 3 Kilometer lang. Diesmal
schaffe auch ich die Spitze ohne abzusteigen. Nunja, man wächst
halt mit den Aufgaben.
Danach geht es zunächst bergab durch Wald
und Flur, und wir gelangen in den Ort Tarjan. Wir erinnern uns an
eine Einkehrempfehlung von Fritz und suchen nach der bewußten
Czárda. Wir finden das "Sziget - Panzio" rechts
von der Durchgangsstraße und sind ganz überrascht von
dem Anblick. Es handelt sich nicht um ein kleines einfaches Landgasthaus
sondern um eines der gehobenen Sorte.
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| Wir stellen unsere Fahrräder ab und nehmen
Platz an einem Tisch in der Ecke des Lokals. Hier haben wir einen
Ausblick auf die Straße und können gleichzeitig Fritz entdecken,
wenn er uns sucht. Wir speisen hier recht nobel (Heiko nimmt Lammragout
mit Reis für 1.000 HUF, ich esse Letscho mit Nockerln für
300 HUF). Eigentlich ist es als kleine Zwischenmahlzeit viel zu viel. |
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Mein Letscho erinnert mich an das Letscho, das
Heiko in unseren ersten Jahren des öfteren gezaubert hat.
Wir trinken dazu Wasser, und Rolf freut sich auf
und über sein erstes ungarisches Bier, von dem er schon einige
Zeit geträumt hat. Es schmeckt ihm auch ausgesprochen gut und
er läßt sich als Souvenir einen sauberen Bierdeckel geben.
Wir sind etwas irritiert, denn es handelt sich um "Amstel-Bier".
Bald stellen wir fest, daß Rolf fest der Meinung ist, es sei
eine ungarische Marke. Er kannte die Marke Amstel nicht und wußte
daher auch nicht um die Herkunft.
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Wir haben uns - der Mensch ist nun mal hin und
wieder schadenfroh - tüchtig darüber amüsiert, und
Rolf mußte es sich so manchesmal gefallen lassen, auf den
Arm genommen zu werden, zumal wir in der Folge häufig die Amstel-Werbung
sahen. Das Leben kann ganz schön hart sein, aber "wer
den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung". Wir haben ihn
danach aber auch immer auf ungarisches Bier aufmerksam gemacht.
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Seit wir Tata verlassen haben, fahren wir auf
der Straße, aber heute ist Sonnabend und der Autoverkehr hält
sich in Grenzen. Plötzlich hören wir von hinten ein lautes
Hupen: Fritz ist da!!!!
Wir führen ihm unsere Gangschaltungen vor,
die in keiner Weise mehr korrekt eingestellt sind. In den 3. Kranz
kann ich gar nicht mehr schalten, Heikos Rad läßt sich
schwer treten, obgleich es bergab geht usw.
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Fritz bietet uns Ersatzräder an, die er
auf seinem Trailer hat.Wir testen sie und merken den kolossalen
Unterschied. - Bevor Fritz weiterfährt verabreden wir uns für
morgen in Szentendre an der Fähre um 15 Uhr.
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Auf meine Frage nach der Entfernung bis Esztergom
bekomme ich die Antwort: 20 km.
Die weitere Strecke ist recht hügelig, aber
nicht mehr so schweißtreibend wie die hinter uns liegende.
Wir suchen ein von Fritz genanntes Büfé
( zu deutsch/österr.: Saufbeisl), entdecken aber erst kurz
vor Esztergom eins.
Ganz idyllisch gelegen an einem kleinen See, handelt es sich um
eine alte kleine Steinbude, mit Tischen und Stühlen am Ufer,
die bestimmt eine 50-jährige Geschichte erzählen können.
Das "Herzhäuschen" steht etwas abseits. Am Ufer stehen
und sitzen einige Männer und Kindern und angeln.
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Wir holen uns 4 Gläser Wein (Selbstbedienung)
und genießen ihn, den See, die unglaubliche Stimmung. Wir
sind rundum zufrieden. Da wir ja Esztergom schon in Sichtweite haben,
genehmigen wir uns jeder ein zweites Glas Wein (es kostet nur 70
HUF = ca. -,55 DM).
Dann fallen wir nach ca. 60 km in Esztergom ein,
eine der ältesten Städte Ungarns.. Hier gründete
der erste ungarische König Stephan ein Bistum und Esztergom
war lange Zeit königliche Residenz.
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| Nach dem Mongolensturm im 13. Jahrhundert mußte
Esztergom die führende Rolle an Buda abtreten, blieb aber erzbischöflicher
Sitz. Seit 1715 ist der Erzbischof von Esztergom auch der Fürstprimas. |
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Wir finden ohne Probleme unser Bett für
die Nacht, nämlich das "Hotel Esztergom".
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Von der Lage her ist es einmalig, direkt an der
Donau am Fähranleger gelegen, aber bei näherer Betrachtung
handelt es sich um einen sozialistischen Plattenbau mit allen typischen
Macken und "Schönheiten".
Nach dem Duschen und Haare waschen (es ist bereits
18.30 Uhr) machen wir uns auf den Weg zur im Polyglott empfohlenen
"Esztergomi Halaszczàrda". Lt. Beschreibung soll
es sich um ein Fischrestaurant am Ufer eines Donauarmes mit großem
Garten und Grill handeln. Leider ist es nicht zu finden, auch auf
Befragen einiger Passanten bekommen wir keine positive Antwort.
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So geben wir die Suche auf und halten nach einem
Lokal in der Innenstadt Ausschau. Aber auch hier haben wir keinen
Erfolg, darum führt uns unser Weg in Richtung Kathedrale. Wir
finden ein anfangs urig und nett wirkendes Gasthaus mit Tischen
im Hof, welches sich später dann aber als Western-Lokal entpuppt
und nicht so berauschend ist. Aber naja, wir werden satt und müssen
hier ja nicht unseren Abend verbringen.
Später gehen wir die Treppen hoch zur Kathedrale,
deren Rundkuppel angestrahlt ist. Es handelt sich hierbei um die
größte Kirche Ungarns mit einer Länge von 118 m
und einer Breite von 40 m. Es ist ein überwältigender
Anblick, leider ist es schon dunkel, und die Wege am Dom sind nicht
erleuchtet. Lediglich die Reste des von den Türken im 18. Jahrhundert
zerstörten Königspalastes, die seit 1930 wieder freigelegt
werden, sind angestrahlt.
Am Fuße finden wir ein sehr hübsches,
vornehmes Lokal "Primaspince", aber leider sind alle Tische
besetzt. Einen roten Wein trinken wir in einer anderen Weinstube
unter einer roten Markise (in der Art wie im "Caracola").
Im Hotel findet eine Hochzeitsfeier statt, darum
trinken wir auf der Terrasse des Restaurants eine Weißen,
der uns aber nicht besonders schmeckt. Der Kellner ist darüber
ganz erstaunt, er hat uns wahrscheinlich etwas ganz Besonderes gebracht.
Wir vermuten, es handelte sich um einen Tokajer.
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