5. Tag
19. August 1999
Donnerstag
48 km
Mosonmagyarovar - Györ
 

Das Frühstück ist ungarisch, es bedient uns ein "Marika-Rökk-Verschnitt". Heiko ißt Eierspeise = Omelette mit Salami, Paprika und Schinken. Es sieht lecker aus und schmeckt auch so - sagt er.
Anschließend geht es wieder auf die Räder. Unser Gepäck bleibt auch hier an der Rezeption stehen, um dann von Fritz abgeholt zu werden.

In Mosonmagyarovar ist heute Markt. Wir gehen in die Markthalle und kaufen uns Käse und Wurst für unser Picknick. Dazu ein paar Äpfel. Nun fehlt uns nur noch etwas Flüssiges. Dafür schieben wir unsere Räder durch das Getümmel zum nächsten Supermarkt. Auch hier ist es wahnsinnig voll, man kann glauben, ganz Moson ist auf den Beinen. Nachdem wir unsere Flaschen aufgefüllt haben, starten wir in Richtung Györ. Der Himmel ist bedeckt, es ist fast ein wenig kühl. Zum Fahren aber sehr angenehm.

Wir fahren auf Püski, weiter nach Dunaremete und Lipót. In Hedervar treffen wir erst die 8er Gruppe beim Picknicken und danach Fritz mit seinem Transporter (mit unserem Gepäck) und Fahrrad-Trailer. Ich nehme die Gelegenheit wahr und frage ihn nach einem weicheren Sattel, da ich fürchterliche Beschwerden habe und meine fast edelste Körperstelle arg lädiert ist. Ich habe Glück, er kann von einem anderen Fahrrad einen Sattel abnehmen und ihn auf meinem Rad anbringen.

Wir fragen Fritz nach einem typischen Landgasthof (ungarisch: Czárda) und er empfiehlt uns ein Fischlokal im nächsten Ort. In Asvonyraro, einem Örtchen mit Hafen

und an einem Donauarm gelegen, finden wir die Halaszcsárda mit dem Namen "Titan". Es ist dort sehr einfach, aber urig. Wir essen gebackenen Wels (Heiko), gebackenen Zander (Grefes) und Zanderschnitzel (ich). Dazu trinken wir einen Gespritzten.

Inzwischen ist die Sonne voll am Himmel, die Wolken haben sich fast gänzlich verzogen und es ist fix warm. Weiter geht's bis Dunaszeg. Hinter dem Ort finden wir ein herrliches Plätzchen direkt an der Mosoni-Duna gelegen zum Picknicken.

Es ist herrlich warm und sonnig, und uns schmeckt unser Mahl köstlich. Auf der Mosoni-Duna kommen plötzlich einige Sportboote (Kanadier) mit jungen Leuten, die auf "unserem" Picknickplatz Rast machen. Es scheint also wohl ein ganz beliebtes Ziel für Ausflügler zu sein. Verständlich!

Wir erreichen Györ, fahren über die Donaubrücke in die Stadt. Dort ist überall Fußgängerzone, darum steigen wir vom Rad und erreichen schiebenderweise unser nächstes Hotel, das "Klastrom".

Hier handelt es sich um ein ehemaliges Kloster. Wir parken unsere Fahrzeuge im Hof neben dem Biergarten des Restaurants.

Danach nehmen wir unsere Zimmer ein (im 2. Stock gelegen, ohne Lift, aber mit Boy). Sie sind nicht sehr groß, die Dusche und WC noch weniger, aber ganz gemütlich unter der Dachschräge gelegen. Man blickt auf den Innenhof, und wir sind sehr an Kloster Lluc erinnert.

Nach dem Auspacken und Duschen treffen wir uns im Biergarten, trinken einen Weißen auf unsere glückliche Ankunft nach 48,2 km.

Die 8er Gruppe mit den roten Taschen fällt ein, um im Restaurant zu essen. Wir tauschen mit ihnen die Erfahrungen der letzten Hotels aus und stellen fest, daß wir wohl mit Abstand die besseren, auch ruhigeren Hotels erwischt haben. Jedenfalls bis jetzt, wir hoffen, daß es so bleibt.

Wir bummeln durch den historischen Altstadtkern bei herrlichem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen. In einem Photo-Shop kaufe ich mir für meine Kamera eine neue Batterie, da die Anzeige bereits blinkt (1.100 FUT).

Auf der Brücke erkennen wir den Zusammenfluß von Duna und Raba; natürlich werden Photos gemacht. Wir sind entsetzt über die Brühe der "schönen, blauen Donau".

Hinter der erzbischöflichen Residenz entdecken wir einige kleine nette Lokale. Im hintersten Winkel, in einem kleinen Restaurant mit ungarischen Czárdas-Musikern, nehmen wir an einem überdachten Tisch im Freien Platz. Es heißt "Katalinkert Vendeglo" und es ist richtig gemütlich.

Die Musiker (Geige, Hackbrett und Klavier) sind sehr fleißig, und wir glauben, daß es hier typisch ungarisch ist. Zu späterer Stunde kommen auch noch unsere "8 roten Taschen", um zu speisen. Am Nebentisch sitzen junge Familien mit kleinen Kindern (ca. 1 und 4 Jahre alt), es erinnert an Spanien. Es ist schön hier, und als wir zurück ins Hotel gehen, trinken wir im Biergarten des Klastroms auf unser heutiges doppeltes Bergfest (Hälfte der Gesamtreise sowie Hälfte der Radtour) einen Wein und einen barack pálinka (Aprikosenschnaps).

Fazit der halben Reise : Wir sind ganz zufrieden mit allen Dingen, mit uns, den Hotels und dem Wetter (nachts war es häufig naß und kühl, aber tagsüber heiter und trocken). Weiter so!