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Nachts hat es geregnet, aber nun ist es - jedenfalls
von oben - trocken. Wir starten in Richtung Mosonmagyarovar.
-Wir fahren zunächst auf Hainburg, müssen
die Bahnlinie unterqueren und kommen in die Altstadt. Ilse und ich
versorgen uns mit Fressalien aus dem Supermarkt, mit Getränken,
Brot, Wurst und Käse für unser geplantes Picknick. Dann
geht es weiter durch die Stadt und danach auf den Radweg. Wir fahren
durch Wolfsthal und kommen an die österreichisch-slowakische
Grenze. Die österreichische Zöllnerin ist sehr muffelig.
Jenseits geht es auf sozialistischen Plattenwegen
nach Bratislava (Preßburg) rein. Die Burg thront hoch über
der Stadt.
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| Bratislava ist die Hauptstadt der Slowakei, in
ihr leben 450.000 Einwohner. Die Wiener betrachteten Bratislava bis
1918 als liebenswerte Vorstadt, die Preßburger fuhren gerne
nach Wien zum Einkaufen und zum Besuch der Theater. Von 1939 - 1945
war Bratislava die Hauptstadt der unabhängigen Slowakei, nach
1948 waren die nachbarschaftlichen Beziehungen zu Österreich
durch die kommunistische Herrschaft |
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| stark eingeschränkt.Bis 1990 benötigte
man sogar ein Visum, um das Nachbarland zu besuchen. Seit 1993 gibt
es die Slowakei in dieser heutigen Form mit der Hauptstadt Bratislava. |
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Wir fahren über die Donau und gelangen in die Altstadt mit
Fußgängerzone. Am Anfang treffen wir auf die "rote"
Gruppe, die mit den roten T-Shirts und roten Radtaschen von Rad
& Reisen. Wir schieben unsere Räder durch die Stadt, es
gefällt uns gut hier. Wir sehen viele alte Häuser, kleine
Gassen und auf den Straßen stehen Tische und Stühle und
laden zum Essen und Trinken ein, die Leute flanieren, es herrscht
ein südliches Flair. Am Ende der historischen Altstadt werden
Erinnerungen an die Karlsbrücke in Prag geweckt.
Plötzlich begegnet uns eine Radfahrergruppe, die uns bekannt
vorkommt. Es sind die jungen Leute, die uns in Stopfenreuth fotografiert
haben. Ein großes Hallo, vielleicht sieht man sich ja demnächst
wieder.
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| Wir finden ein Lokal, in dem wir mit Kreditkarte
bezahlen können. Das ist ganz praktisch, denn so brauchen wir
keinen Geldumtausch vorzunehmen. Wir sitzen in einem sehr schönen
Innenhof und trinken einen GV (Grünen Veltliner), es fängt
leicht an zu regnen. Bevor wir aufbrechen, macht der Kellner noch
ein Foto von uns Vieren. Wir bezahlen mit Mastercard und schieben
unsere Räder in Richtung Donaubrücke. |
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Wir verlassen Bratislava und finden
auf Anhieb "unseren" Radweg. Nach einigen Kilometern machen
wir Rast auf sozialistischen Betonplatten, die neben dem Radweg "entsorgt"
worden sind. Wir picknicken fürstlich mit Salami, Schinken, Käse,
Baguette und natürlich "bor" = Wein. Wir haben es gut!!!
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| Das Wetter ist so richtig nach unseren Vorstellungen,
nicht zu warm, aber auf jeden Fall trocken. Unser Radweg liegt wieder
auf einem breiten Damm, auf dem uns auch Inline-Skater begegnen und
überholen.
Viele Kilometer fahren wir parallel zur Donau.
Vor Cunovo, kurz vor dem Kraftwerk, biegen wir rechts vom Radweg
ab, überqueren eine asphaltierte Straße und fahren durch
den Ort Cunovo hindurch. Am Ende haben wir leichte Orientierungsprobleme,
zumal die Ausschilderung nicht optimal ist. Ich halte einen vorbeifahrenden
VW-Bus mit Salzburger Kennzeichen an, und wir erfahren von dem deutschsprechenden
Fahrer wie unser Weg in Richtung Grenze weitergeht. Wir sind sehr
dankbar und froh und erreichen die Grenzstation Rajka.
Dort hat sich eine lange Autoschlange von einigen
hundert Metern gebildet, und wir stellen uns artig hinten an. Nach
relativ kurzer Zeit kommt ein Zöllner und macht uns durch Zeichen
klar, daß wir mit unseren Fahrrädern nach vorne kommen
sollen. Wir müssen uns nicht hinten anschließen, werden
ausgesprochen freundlich behandelt und können in Ungarn einreisen
- bei strahlendem Sonnenschein!
In dem ersten Ort - Rajka - suchen wir zunächst
einen Geldautomaten, um uns mit ungarischen Forint auszustatten.
Wir finden auch schnell eine Bank mit einem entsprechenden Apparat,
es klappt hervorragend. Am Ende des Dorfes machen wir eine kurze
Rast.
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Dann geht's weiter in Richtung Mosonmagyarovar.
Wir haben dort mittelprächtigen Gegenwind und Ilse und ich
haben PPs (Po-Probleme)! Endlich erreichen wir Moson... und fragen
uns durch zu unserem Hotel. Dazu müssen wir von dem Hauptweg
am Wasserturm links abbiegen auf einen schmucken und beliebten Sozi-Pla
(sozialistischer Plattenweg), der eigentlich nichts Gutes erwarten
läßt.
Und dann stehen wir vor einem wunderhübschen
Haus, nämlich dem "Hotel Panorama",
das für die nächste Nacht unsere Heimat sein soll.
Bevor wir jedoch dieses Haus betreten können,
verletzt Ilse sich beim Absteigen vom Rad (wahrscheinlich hat der
Anblick dieses Hauses sie total in den Bann gezogen!) an der Halterung
des vorderen Schutzbleches und reißt sich ein ziemliches Loch
ins Fleisch des Schienbeins. Es blutet wie Schwein. Sie hat aber
auch ein Pech!! Der Strumpf und die Turnschuhe bleiben auch nicht
verschont.
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Von unserem Zimmer haben wir einen
traumhaften Ausblick auf den Fluß Leitha. Wir duschen uns und
schmeißen uns in Gala (Sonderausstattung der Radwanderer), um
im Restaurant des Hotels zu essen. Wir sind begeistert von dem Ambiente.
Auf der überdachten Terrasse sind alle Tische besetzt, aber nach
innen wollen wir uns bei den herrlichen Temperaturen nicht setzen.
Darum fragen wir den Ober nach den Tischen und Bänken im nicht
überdachten Gartenteil. |
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| Die werden sofort für uns eingedeckt
und die Bänke mit Kissen versehen. Wir speisen königlich
zu bürgerlichen Preisen. Die Verständigung mit dem Service-Personal
klappt prima, alle können deutsch. Oh, wie praktisch! Trotzdem
frage ich unseren Kellner nach einigen ungarischen Vokabeln (ganz
wichtig: Prost, danke, guten Tag usw.) Er schreibt mir die Wörter
in meine Kladde und so kann ich mich bei Bedarf bedienen. |
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| Nach dem Essen gesellt sich eine Gottesanbeterin
zu uns. Sie sitzt mitten auf unserem Tisch. Es ist ein faszinierender
Anblick, dieses grazile und filigran wirkende Geschöpf. Ich mache
ein Foto mit Zoom, gehe bis auf wenige Zentimeter an das Tier heran,
aber es fliegt nicht weg, läßt sich auch durch den Blitz
nicht stören. Am Ende krabbelt es sogar in ein Schnapsglas. Wir
sind fasziniert! |
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Allmählich leert sich
der Garten, wir sind die letzten Gäste und um 23 Uhr ist für
uns Zapfenstreich. Morgen haben wir die kürzeste Strecke - nach
Györ - vor uns. |
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