Samstag
12. Juli 2008
Riga
Am Vormittag Stadtrundgang in Riga mit u.a. Besichtigung des Domes, der Petri-Kirche,
der Großen und Kleinen Gilde. Der Rest des Tages steht zur freien Verfügung.
Ü/F im Hotel*** Baltpark in Riga.
 

Im Frühstücksraum des Hotels haben wir Probleme, einen aufgeräumten Platz zu finden und das Buffet ist "leergeräumt".

Um 9:00 Uhr Start zur Stadtführung. Mit dem Bus fahren wir zuerst ins berühmte Jugendstil-Viertel. Diese Ensemble aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts sind beeindruckend. Unsere Stadtführerin gibt Erläuterungen, auch zum sehr unterschiedlichen Zustand der Häuser des Viertels - typisch für nachsozialistische Verhälnisse....

... wo viel Licht ist auch viel Schatten - wenn die Eigentumsverhältnisse nicht geklärt sind.

Es geht weiter mit dem Bus durch die Stadt zum anderen Ufer der Daugava / Düna. Von dort hat man einen tollen Blick auf die Silhouette der Altstadt mit ihren Türmen.

Leider ist es sehr bedeckt. Bei Sonne würde dieses Panorama besser zur Geltung kommen.

Aber Riga ist auch im Heute angekommen. Davon zeugen Neubauten am Düna-Ufer, die nicht von allen begrüßt werden.

Die Freiheits-Statue im Zentrum ist weithin sichtbar. Kurios die Deutung der drei Sterne in den Händen der weiblichen Figur - Allegorie der Freiheit.

Für Lettland symbolisieren sie die drei historischen Regionen des Landes - Kurland, Livland und Lettgallen.

Folgende Auslegung dagegen zur Sowjetzeit: Die drei Sterne sollten die Einheit der drei baltischen Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauen symbolisieren.

Die Ursprünge des Schlosses gehen auf den Livländischen Orden und seine Ritter zurück.

Auf die Zeit der schwedischen Oberhoheit (1621 - 1721), Resultat des Polnisch-Schwedisch-Russischen Krieges, weisen Jacobskaserne und Schwedentor hin.

Schwarzhäupter-Haus, Rathaus und das Ensemble der "Drei Brüder" weisen auf die Blüte der Stadt während der Hansezeit hin.

Beispiele der Backsteingotik wie z.B St.Petri hätte man hier kaum vermutet, da man dies gemeinhin mit Norddeutschland verbindet.

Die geplante Dom-Führung findet wegen einer Veranstaltung dort nicht statt. Wir erhalten aber Eintrittskarten für eine spätere Besichtigung des Gotteshauses.

Jetzt wird ein wenig improvisiert. In einem Straßenrestaurant in der Nähe des Doms lassen wir uns zu einem gemeinsamen Ausklang nieder, denn für die US-Damen und Laura geht die Tour weiter.

Am Nachmittag radeln sie nach Jurmala, dem größten Badeort Lettlands, bekannt
für seine langen weißen Strände.

Es wird ein kurzer, aber herzlicher Abschied und Dank an Laura.

Und dann klappt es doch noch mit einem Rundgang durch den Dom. Auch auf unsere US-Damen treffen wir noch im Kreuzgang, obwohl wir uns doch schon verabschiedet hatten.

Die Gründung Rigas und der Bau des
Doms gehen zurück auf Bischof Albert von Buxhoeveden, verewigt in einer Statue am Dom.

Faszinierend sind diese jahrhundertealten Gebäude immer wieder.


Es geht weiter Richtung Gilde und gegenüberliegendem "Katzenhaus":
Ein reicher jüdischer Kaufmann wollte in die Gilde aufgenommen werden, was man ihm verwehrte. Daraufhin ließ er sich gegenüber dem Gildehaus sein eigenes Haus bauen, gekrönt von zwei Katzen, die zur Straße ihr Hinterteil zeigten. - Man nahm den jüdischen Kaufmann in die Gilde auf, und die Katzen schauen heute mit dem Kopf zur Straße.

Mit Ursula + Klaus stärken wir uns im Restaurant "Salve" am Markt.

Nachmittags werden wir beim Bummel durch die Altstadt von einem Regenguss überrascht und flüchten uns in die St. Petrikirche.

Hier beeindruckend die Backsteingotik - wiedererstanden nach den Zerstörungen
des 2. Weltkrieges.


Von dem vielen Laufen und Schauen geht uns irgendwann die Puste aus, und wir schlagen den Weg Richtung Hotel ein. Wir passieren den Treffpunkt in Riga die Laima Uhr. Unweit der Freiheitsstatue, gegenüber der russisch-orthodoxen Kirche, erwischen wir einen Bus, der uns Richtung Hotel bringt. Auf der Dachterrasse ergattern wir (mit Mühe) noch einen Absacker, bevor es in die Falle geht. Morgen ist Abreise!
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