Dienstag
08. Juli 2008
Kaunas - Vente - Nida (Nidden)
ca 30 km Rad, ca. 200 km Bus
Fahrt entlang der Nemunas (Memel) bis zur Ostsee. Anschließend Fahrradtour nach Vente;
Besichtigung der ornithologischen Vogelstation und des Leuchtturms.
Danach Schiffsfahrt über das Kurische Haff nach Nida. Ü/F im Hotel**** Nerija in Nida.
 
Als wir morgens aufwachen, stellen wir fest, es gießt in Strömen. Das kann ja heiter werden.

Wir sind beim Frühstück - es regnet immer noch. Beim Aufbruch bringen wir unser Gepäck im Regen zum Bus und müssen dabei am Straßenrand über Pfützen hüpfen - na prima.

Die Fahrt geht los. Erst einmal geht es an den Stadtrand von Kaunas in ein Einkaufs-
zentrum auf der "grünen Wiese".

Hier versorgen wir uns mit Verpflegung für die Schiffsfahrt am frühen Abend übers Haff, die für 18:00 Uhr vorgesehen ist.

Über Landstraßen geht es nun immer entlang der Nemunas (Memel), hier Grenzfluss zur russischen Exklave Kaliningrad, dem früheren Königsberg.

Es ist weites Land, jenseits des Flusses sind keine Ortschaften auszumachen Aber auch die litauische Seite ist wenig besiedelt.

Unser nächster Halt ist das ehem. Schloss Raudone mit wechselvoller Geschichte. Heute beherbergt es eine Schule.

Lange halten wir uns hier nicht auf. Laura drängt. Im Garten ein typisches "Freundschafts"- Beispiel. Ein Denkmal für gefallene sowjetische Soldaten.

Der nächste Stopp ist das Schloss Panemune, direkt an der Nemunas gelegen. Hier dürfen wir uns sogar ein wenig länger umsehen. Wir erklimmen sogar einen der beiden Türme und haben einen tollen Ausblick bis weit über den Fluss hinaus.

Dem Schloss, heute im Besitz der Akademie der Künste in Vilnius sieht man seine wechselvolle Geschichte anhand der Ansätze zur Sanierung und den Räumen, die die Ausstellungsgegenstände beherbergen, an.

Die ausgestellten Kunstgegenstände bringen etwas Leben in die sonst so wenig einladenden Räume.

Und dann drängt Laura schon wieder zur Weiterfahrt. Wir haben unser Zeitlimit schon überschritten - aber Laura ist gnädig.

Wenigstens ist es seit Raudone trocken und es scheint auch trocken zu bleiben.

Durchzählen, ob alle an Bord sind, und dann gehts weiter, immer entlang der Nemunas.

Wir passieren den Abzweig ins russische Gebiet nach Königsberg / Kaliningrad.

Im Raum Žemaitkiemis kehren wir ein in
einem wunderschönen Gartenrestaurant,
um uns zu stärken und können auch
die ersten Sonnenstrahlen nach dem
vielen Regen genießen.

Von hier startet dann die heutige Radtour, deren Ziel die Windenburger Ecke / Vente ist.

An einer Abzweigung der Strecke steht unser Busfahrer mit seinem Gefährt, um uns den rechten Weg zu weisen. Wir nutzen dies zur Trinkpause, und um zu warten, dass alle eingetrudelt sind (und etwas länger). Aber schon geht es wieder weiter. Es hat sich herausgestellt, dass unser Schiff von Vente nach Nida bereits um 17:00 Uhr ablegt und nicht, wie ursprünglich geplant, erst um 18:00 Uhr. - Darum hat Laura uns so gehetzt?

Wir erreichen das Haff. Unser Gepäck wird aus dem Bus ausgeladen, denn der kommt nicht mit nach Nida, da das Schiff eine reine Personenfähre ist. Unser Begleitfahrzeug werden wir erst morgen in Klaipeda wiedersehen.

In aller Eile statten wir der ornithologischen Vogelstation und dem Leuchtturm aus
dem 19. Jh. noch einen Besuch ab.

Und dann sind wir auch schon kurz
nach 17:00 Uhr auf dem Wasser.

Wir genießen die Fahrt übers Kurische Haff, mit Blick auf die grandiosen Dünen am anderen Ufer des Haffs - und das alles bei Sonnenschein!

Im Hafen von Nida wird unser Gepäck von Taxen in Empfang genommen und ins Hotel gebracht. Wir legen den Weg dorthin radelnd zurück.

Im Hotel Nerija sind wir gut untergebracht. Der Bau stammt wohl aus sozialistischer Zeit und die Zimmer erwecken eher den Eindruck einer Ferienwohnung. Aber der Service ist nett und zuvorkommend, auch im angeschlossenen Restaurant. Dort essen wir auch zu Abend. An Nebentischen wird deutsch gesprochen, im Umfeld des Hotels sind etliche deutsche Pkws abgestellt - Nida ist angesagt.

Nach dem Abendessen schauen wir uns noch ein wenig im Ort um.

Das gute Wetter hat sich gehalten, und wir erleben eine wunderbare Abendstimmung am Haff.

Mit Ursula und Klaus aus Hamburg machen wir noch einen längeren Spaziergang entlang der Promenade. Man sieht, dass sich hier etwas tut. Wir gelangen schließlich in der Dämmerung bis zum Thomas-Mann-Haus

Absacker im Hotel an der Bar und dann in die Falle. Die morgige Tagesetappe von 60 km wird die längste der ganzen Tour sein.
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