Samstag
05. Juli 2008
Anreise nach Vilnius
 

Abweichend vom Standardangebot reisen wir einen Tag früher nach Vilnius. Wir wollen uns die Stadt intensiv anschauen. Es gibt an diesem Tag keinen Direktflug von Hamburg nach Vilnius. Wir müssen einen Zwischenstopp in Kopenhagen einlegen.

Abflug mit SAS um 6:55 Uhr ab Fuhlsbüttel -
Ankunft Kopenhagen um 7:45 Uhr.
Weiterflug mit Air Baltic um 9:35 Uhr -
Ankunft in Vilnius um 12:05 Uhr.

Beide Flüge verlaufen reibungslos. Das Empfangsgebäude des Flughafen Vilnius mutet an wie das Bahnhofsgebäude einer mittelgroßen Stadt. Nachdem wir uns am Bankomat mit den nötigen Litauischen Litais versorgt haben, geht es per Taxi ins Hotel. Ob der Taxifahrer wohl den richtigen Preis berechnet? - er tut es !

Rezeption
Vilnius- Hotel Europa City
Zimmer

Wir sind gut untergebracht. wir richten uns in unserem Zimmer häuslich ein. Dann ist erst mal eine Erfrischung - ein kühles litauisches Bier - fällig. Eigenartig, hier wird für Männer und Frauen in unterschiedlichen Gläsern serviert. Die Mannsleute bekommen einen Humpen mit Henkel und die Damen ein schlankes Glas, das auch dünnwandiger ist.

Danach geht es auf Erkundung in die Stadt. Man hat uns gesagt, dass der Fußweg bis zur Kathedrale etwa eine halbe Stunde sei. Unser Hotel liegt in unmittelbarer Nähe vom Gedimino Prospekt, der Einkaufsstraße von Vilnius, die am Platz der Kathedrale endet. Damit seht fest, dass wir zu Fuß in die Stadt laufen. Um kurz nach 14:00 Uhr sind wir

auf dem Gedimino Prospekt, benannt nach dem Gründer Vilnius, Großfürst Gedimino. Vorbei an Parkanlagen, dem Schauspielhaus mit den 3 Musen gelangen wir zur Kathedrale.

Als wir uns am Kathedralenplatz orientieren zieht es schwarz am Himmel herauf. Vor der Kathedrale ist eine große Menschensammlung, die sich als eine Vielzahl von Hochzeits- gesellschaften entpuppt. Es finden heute entsprechend viele Trauungen in der Kirche statt.

Und dann fängt es auch schon an zu regnen. Wir finden vor dem Regen Schutz im Seitenschiff der Kathedrale und können als Zaungäste die Zeremonien am Altar verfolgen.

Schließlich lässt der Regen nach, wir verlassen über den Seitenausgang die Kirche.
Ein junger Mann spricht uns auf deutsch an - und fängt an, aggressiv zu betteln. Er zeigt uns sein blau angelaufenes (angemaltes ?) Bein, mit dem er kaum zu gehen vermag. Wir kümmern uns nicht um ihn, lassen ihn stehen und gehen weiter Richtung Pilies gatve. Nach einiger Zeit überholt er uns flotten Schrittes. Später in der Fußgängerzone kommt er noch einmal direkt auf uns zu - stutzt und dreht ab.

Es regt sich bei uns ein kleines Hungergefühl. Wir sind ja schon seit 03:00 Uhr auf den Beinen. Um 04:00 Uhr aus dem Haus, damit
wir um 05:00 Uhr am Flughafen - 2 Stunden vor Abflug - sind.

Wir finden im Restaurant Aula ein ruhiges Plätzchen, der Mittagsboom ist abgeklungen. Es ist jetzt um 15:00 Uhr herum - wir stärken uns für den weiteren Rundgang

Unser erstes Ziel ist das gotische Ensemble von St .Annen / Bernhardiner- Kirche.. Es geht vorbei an St. Michael, nicht zugänglich hinter einer Mauer.

Die Fassade von St. Annen ist teilweise eingerüstet, die filigrane Backsteinfassade jedoch beeindruckend. Ebenso das Kirchenschiff mit dem Rippengewölbe.

Die Bernhardiner-Kirche ist im Inneren in einem desolaten Zustand. Hier machen sich Jahrzehnte der Zweckentfremdung bemerkbar. Aber man sieht, dass restauriert wird. Dies zeigt sich besonders in den Seitenkapellen.

Auf dem Weg zurück zur Pilies gatve stoßen wir in einer verwinkelten Gasse auf eine Oase zum Ausruhen, die wir hier nicht vermuteten - das Wein-Restaurant Saint Germain. Für uns willkommener Anlass zu verweilen.

Als wir im Saint Germain aufbrechen zieht es über den Dächern schon wieder schwarz herauf. Zurück auf dem Straßenzug Didzioji / Pilies gatve können wir uns gerade noch in einer Hausdurchfahrt vor einem Platzregen in Sicherheit bringen, wie wir ihn noch nicht erlebt haben.

Auf der leicht abschüssigen Straße ergießt sich das Wasser in Sturzbächen und auch die Durchfahrt, in die wir uns flüchteten wird zum rauschenden Bach, da das rückwärtige freie Grundstück höher liegt.

Bald ist der Spuk verschwunden und unsere Erkundung geht weiter. Wir gelangen zum Platz vor dem Alten Rathaus.

St. Casimir, die Kirche des litauischen Schutzheiligen - Jesuitenkloster - wird außen saniert.
Zu Sowjetzeiten befand sich in der Kirche ein Museum für Atheismus - sozialistisch pervers.

Vorbei an der barocken Torzufahrt zur Heiligen Dreifaltigkeitskirche gelangen
wir zur Theresienkirche und haben Gelegenheit am abendlichen Gottesdienst teilzunehmen.

Die Kirche hat im hinteren Teil Verbindung zum Aurora-Tor und der dortigen Marienkapelle.

Am Aurorator angekommen haben wir den südlichen Punkt der historischen Altstadt von Vilnius erreicht.

Wir werfen einen kurzen Blick auf den starken Verkehr außerhalb der Stadtmauer, um dann den Rückweg anzutreten. Wir sind lange auf den Beinen und eine Pause und Imbiss könnte nicht schaden.

In die orthodoxe Heiliggeistkirche schauen wir noch einmal, aber dann ist es endgültig genug.

Es geht zurück Richtung Altes Rathaus. Unterwegs begegnen uns Litauer in prächtigen Trachten. Einerseits ist Wochenende und morgen ist Nationalfeiertag.

Am Rathaus biegen wir ab in die Volkleciu - die deutsche Strasse.

Wir wollen dort ins Zemaiciu smukle - ins Zemaitische Schmuckkästchen - ein uriges Lokal, in dem litauische Küche serviert und selbstgebraures Bier ausgeschenkt wird. Der Innenhof ist aufgrund des schlechten Wetters nicht geöffnet, aber im Keller sitzt man sehr gut, und wir lassen es uns schmecken.

Die Müdigkeit ist aber nicht zu leugnen.

Danach haben wir wirklich nur noch den Wunsch, direkt zurück ins Hotel.

Auf dem Weg dorthin streifen wir noch die St. Katharinenkirche, aber nur im Vorbeigehen wird noch ein Foto gemacht - mehr nicht! Heute ist unser Bedarf gedeckt.

Im Hotel angekommen, genehmigen wir uns an der Bar noch ein frisches Bier, fallen dann aber todmüde ins Bett.

  1  Tag zurück zurück zur Auswahl 1  Tag weiter