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| Ein letztes Frühstück im "Anita".
Auf unsere Bitte nach einer Hausmacher-Salami bekommt Guyla glänzende
Augen. Er eilt nach drinnen und überreicht uns eine in Alufolie
verpackte Wurst. Hierbei handelt es sich um seine eigene Herstellung;
er hatte uns stolz davon erzählt, nachdem wir ihn vor einigenTagen
darauf angesprochen hatten, weil uns diese Wurst besonders gut schmeckte. |
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Wir bezahlen unseren Aufenthalt ( DM 40,-- pro
Zimmer und Nacht ) sowie das Frühstück und die Wurst und
verabschieden uns vom Wirt und seiner Tochter. Dann verstaut Heiko
die Räder und das Gepäck im bzw. auf dem Auto. Als wir
einsteigen wollen, kommt die "Chefin" um uns "Ade"
zu sagen und ruft uns noch ein "Bussi!!" nach.
Wir fahren auf die B 71 und genießen den
Blick auf "unseren" See, der uns noch einige Kilometer
begleitet. Unser nächstes Ziel sind die "Barbarátoks"
in Badacsonytomaj; dort füllen wir unsere 4 x 05,ltr. Cola-Flaschen
auf mit dem Roten des Hauses.
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| Nun sind wir gut ausgerüstet und weiter
geht unsere Reise über Revülöp - Balatonakali - Balatonudvari.
Auf der rechten Seite sehen wir die wunderschöne Halbinsel Tihany,
wir kommen durch Balatonfüred und Balatonalmadi und biegen in
Balatonfüzfö links ab nach Zirc.
Es ist ein wenig abenteuerlich, zumal die Ausschilderung
mehr als dürftig ist. Wir landen in einer schmucken sozialistischen
Plattensiedlung und an der Garagenanlage ist die Welt zu Ende. Also
fahren wir zurück zur nächsten Gabelung. Etwas zwiespältig
fahren wir durch eine Mondlandschaft, wissen nicht so recht, ob
auch hier nicht plötzlich die Welt verriegelt ist, bis wir
an eine Ausschilderung kommen, die uns sagt, dass wir den richtigen
Weg eingeschlagen haben.
Den weiteren Weg nach Tata fahren wir querbeet,
als Anhalt haben wir nun die allgemeine Ungarnkarte vom ADAC im
Maßstab 1:700 000 - kein sehr günstiger Maßstab.
Unsere Fahrt durch kleine Dörfer, fernab der Touristenstraßen,
zeigt uns mal wieder die vielen Schattenseiten und die Armut dieses
Landes. Hier ist die Welt vor vielen Jahrzehnten stehengeblieben.
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| Gegen 14 Uhr erreichen wir Tata, wir
parken an der Burgmauer, an der wir im vergangenen Jahr mit Grefes
standen. Damals hatten wir keine Zeit, nach der Burg Ausschau zu halten,
da unser nächstes Ziel - Esztergom - rief. Heute stellen wir
fest, dass wir unmittelbar vis á vis der Burg stehen. |
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Die Burg stammt aus dem 14. Jh. Wir gehen durch
die Anlagen hinauf und sind ganz erstaunt über die Größe
des Gebäudes. Das Dach ist bereits restauriert, ebenso ein
Teil der Rückseite. Der Burgpark ist wunderschön, mit
einem großen Bestand alter Bäume. Gegenüber liegt
ein riesiger See, der "Öreg-tó"( der "Alte
See"), der im Mittelalter aufgestaut wurde. Am jenseitigen
Ufer sehen wir das "Gebirge", durch das wir Vier vor einem
Jahr schnaubend und schnaufend geradelt sind.
Das Städtchen Tata ist seit dem 18. Jh. im
Besitz der Familie Esterházy, die hier auch ein Schloss und
kleine Barockhäuser bauten. Im Schloss Esterházy unterschrieb
Kaiser Franz I auf der Flucht vor Napoleon im Jahre 1809 den "Friedensvertrag
von Schönbrunn".
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| Heute befindet sich im Schloss ein Krankenhaus.
Gegenüber der Burg kehren wir ein, essen eine Suppe, trinken
einen Gespritzten und fahren weiter nach Györ. Wir fahren auf
der B 1, eine langweilige und öde Strecke. Unsere Radwege von
einem Jahr waren Gott sei Dank wesentlich schöner und abwechslungsreicher. |
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Wir erreichen Györ und können uns gut
orientieren. Unser Ziel die "Gróf Cziráky Panzió".
Wir entdecken das "Klastrom" und wissen, dass die von
uns gesuchte Pension genau dahinter liegt. Unser Zimmer (wir haben
es von Gyenesdiás aus gebucht, die Tochter unseres Wirtes
hat es für uns erledigt) liegt im 1. Stock mit Blick auf die
Klosterkirche des Klastrom. In Györ ist heute Sommerfest und
viel Trubel in Stadt.
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Wir bummeln, setzen uns in das Lokal gegenüber
der Kogge, trinken ein Glas Wein in der späten Nachmittagssonne,
und suchen "Stätten der Vergangenheit" auf. Dabei
finden wir die Arpad utca, die wir vor einem Jahr im Regen am Abreisetag
nicht gefunden haben. Auf der "Kettenbrücke" werfen
wir einen Blick auf den Zusammenfluss von Raba und Duna.
Wir beschließen, im Klastrom-Etterem zu
essen. Wir nehmen im Hofgarten Platz und sind entsetzt, wie hochgestochen
die Karte bzw. die Preise sind. Wir trinken nur einen Wein und verlassen
das Lokal.
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Im Innenstadtbereich finden wir das
"Komédias" mit einem Biergarten hinten im Hof. Eine
sehr schöne und urige Atmosphäre - und rappelvoll! Am Rande
ist noch ein Tisch frei. Wir bestellen (Heiko Zwiebelbraten, ich Lendenschnitte
mit Ragout) und als die Speisen kommen, sind wir mal wieder erstaunt
über die Riesenportionen. Ich schaffe mal wieder nur die Hälfte.
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| Zum Abschluss setzen wir uns neben
unserem Hotel in die Ecke, in der wir mit Grefes gesessen hatten.
Das Lokal ist zurzeit nur eingeschränkt geöffnet, da sich
nebenan eine große Baustelle befindet. Natürlich sind auch
keine Musiker hier. |
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| Gegen 23 Uhr beenden wir unseren Györ-Abend
mit der Bitte an den Pförtner, uns am nächsten Morgen um
7.45 Uhr zu wecken. |
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