16. Tag
12. Mai 2000
Freitag
Bakony-Gebirge - Veszprém
 
Heute soll die Tour in die "3. Ebene", nämlich durch das Bakony-Gebirge von hinten auf Veszprém gehen. Wir starten auf der B 71und gehen nach Balatongyörök links auf die B 84 in Richtung Sopron. In Höhe Sümeg (dort befindet sich die größte Burgruine Ungarns auf einem 270 m hohen Kalksteinkegel), schicke ich uns fälschlicherweise nach rechts. Durch diesen Irrtum legen wir eine zusätzliche Strecke von ca. 40-50 km zurück. Das ist ärgerlich, aber irren ist menschlich.

Wir brausen mit 100 km/h durch eine wenig interessante Landschaft, bis wir endlich an das Bakony gelangen. Nun wird es wieder abwechslungsreich, bergig mit hübschen kleinen verschlafenen Orten. In Bakonybél machen wir eine kleine Trinkpause in einem Sörözö, und für unsere Getränke (2 x 0,3l Gespritzten) zahlen wir 40 Ft. (-,32 DM)!!

 

Nach einem Tankstop - mittags um 14 Uhr sind hier 29 ° - kommen wir wenige Kilometer weiter nach Veszprém. Wir parken vor dem städtischen Krankenhaus (Korhaz) mit Parkschein und finden den Weg zum Burgviertel.

Im Jahre 866 weihte der Erzbischof von Salzburg hier eine Kirche zu Ehren des heiligen Michael. König Stephan I. errichtete um 1000 die erste Burg und als Residenz für seine Gattin Gisela ließ der König einen Palast erbauen und verfügte, dass alle Königinnen hier gekrönt werden. Dadurch erhielt Veszprem den Beinamen "Stadt der Königinnen".

 

Sämtliche Häuser auf dem Burgberg stehen unter Denkmalschutz und sind z.T. schon restauriert. Wir besichtigen die Gisela-Kapelle aus dem 13. Jh. sowie den St.-Michaelis-Dom mit der wunderschönen Kassettendecke. Am Ende des Burgberges sehen wir die Statuen von Königin Gisela und König Stephan I., vor dem Michaelis-Dom die Dreifaltigkeitssäule aus dem 18. Jahrhundert.

Wir verlassen den Burgberg, gehen in Richtung Auto - vorbei an einer Filiale der Hypo-Vereinsbank! - und treten die Rückfahrt an.

Wir wollen in einer alten Mühle, in der sich laut Polyglott-Reiseführer ein Etterem befindet, etwas essen. Es soll einen Kilometer vor dem Ort Monostorapáti liegen, ist jedoch nicht auffindbar. Wir fahren noch einmal zurück, achten ganz genau auf versteckte Gebäude, aber nichts! Wieder ein Polyglott-Flop! Was nun?

Wir fahren weiter und überlegen, wo wir heute an unserem letzten Abend gut essen könnten. Mir fällt das Etterem in Szigliget ein, das "Aranypatkó Etterem". Diese Idee gefällt uns sehr und außerdem liegt der Ort auf unserem Weg. Wir biegen von der B 71 links ab und sehen im Ort schon auf der linken Seite unser nächstes Ziel liegen. Bislang haben wir hier immer nur etwas getrunken, aber die Speisekarte hat uns doch schon interessiert.

Wir setzen uns zunächst nach draußen, aber da wir z.Zt. eine Gewitterstörung über uns haben, gehen wir doch lieber in das Innere des alten Gasthauses mit seiner urigen Ausstattung und den dicken Deckenbalken.

"Unser" Kellner, der mit dem Slick auf der Zunge, bedient uns. Heiko nimmt einen Zander vom Rost und ich einen Lendenbraten mit Letscho. Als Nachspeise gönnen wir uns einen "Gundel-Palatcsinta". - Das war ein wunderbarer Abschluss unserer Balatonzeit!

Zurück im "Anita'" packen wir unsere Radtaschen und den Koffer und trinken im Restaurant noch einen letzten Wein und einen Palincka. Morgen beginnt unsere Rückreise und die geht nach Györ über Tata.