11. Tag
7. Mai 2000
Sonntag
Balatonfüred
 
Nach dem Frühstück schreibe ich weiter an meinen "Hausaufgaben". Letzte Nacht hatte ich schon leichten Stress, weil ich mal wieder sehr im Rückstand war. Es ist aber auch nicht einfach, sich die Zeit zum Schreiben zu nehmen, da es für Heiko dann langweilig ist.

Heute wollen wir mit dem Bus nach Füred, und ich nehme meine Kladde mit. Es wird sich schon die eine oder andere Gelegenheit zum Schreiben ergeben.

Der Bus fährt gegen 11 Uhr, der Fahrpreis beträgt 264 Ft. p.P. Wir fahren bis zur Endstation - Bahnhof - und gehen den Weg in Richtung See zurück.

Wir stoßen als erstes auf die im klassizistischen Stil erbaute Rundkirche mit den hübschen vier Säulen in der Vorhalle.

In Richtung Hafen schlendernd, sehen wir zur Linken die "Blaha Lujza Villa". Die Blaha Lujza war die Nachtigall der Nation zu Beginn des 20.Jahrhunderts. Heute ist hier ein Hotel mit Etterem / Restaurant. Sehr gediegen, mit angenehmer Atmosphäre und empfehlenswerter Küche. Die Preise sind recht moderat.
Wir schlendern zum Gyógy tér (Heilsplatz) mit dem klassizistischen Kurpavillon. Zusammen mit der Kossuth-Quelle aus dem Jahre 1800 und den vielen historischen Bauten bildet er den Mittelpunkt der Altstadt.
Dann bummeln wir zum Hafen, zur Promenade und der Tagore-Allee. Benannt wurde diese Promenade nach dem indischen Dichter Rabindranath Tagore,der hier im November 1926 im Herzsanatorium zur Kur weilte und zum Dank hier eine Linde pflanzte. Das taten ihm seither viele Berühmtheiten nach, so dass dadurch eine richtige Allee entstand.
Erst 1865 begann man mit dem Aufschütten der Promenade sowie der Pflanzung von Pappeln. Im Jahre 1972 fielen die Bäume allerdings einem Wirbelsturm zum Opfer, seither wird der Uferweg von Platanen gesäumt. Hier findet man auch eine Anzahl von Skulpturen.
Nach dem Rundgang im historischen Kern essen wir im Blaha Lujza Etterem zu Mittag. - Wir beschließen, den Bus um 15.54 Uhr zurück nach Tihany zu nehmen und nutzen die Zeit für einen Bummel an der Mole.
Der Bus kommt pünktlich und wieder im Hotel angekommen, schnappen wir unsere Badesachen und tauchen zur Erfrischung in den Pool. Dann geht's zum Essen ins Restaurant. Bei der Gelegenheit werden auch die Grußkarten für die Kollegen und Nachbarn geschrieben.
Abends gehen wir in die "Kovacz-Borozo" und sitzen gemütlich unter einem Dach aus Weinranken. Auch hier oben hat man einen wunderschönen Blick fast auf den gesamten See und das langgestreckte gegenüberliegende Ufer. Und dabei wird uns klar, dass wir die gesamte Strecke, die wir hier sehen, mit dem Fahrrad abgefahren sind. Das ist eigentlich doch eine beachtliche Leistung - meinen wir.