10. Tag
6. Mai 2000
Samstag
Tihany
 

Wir frühstücken bei blauem Himmel und Sonnenschein auf der Terrasse.
Sommer!! - Urlaub!! - Und heute nicht aufschnallen und in die Pedalen treten!

Wir beschließen, die Halbinsel per pedes zu erkunden. Darum gehen wir zunächst in Richtung Dorf (das Gasthaus Adler liegt etwas außerhalb).

Dabei entdecken wir an der Straße eine Bushaltestelle. Das ist wichtig, da wir morgen einen Füred-Tag einlegen und mit dem Bus dorthin fahren wolle

Wir machen zunächst einen Besuch in der barocken Abteikirche. Sie steht an der höchsten Stelle der Insel und verbreitet durch die Lage und Mächtigkeit den Eindruck der Gottesfurcht.
Sie hat zwei Zwiebeltürme und ist im Inneren mit barocken Holzschnitzarbeiten am Hauptaltar, Seitenaltären sowie in der Sakristei versehen. Erbaut wurde sie 1740-1754 . In der dreischiffigen Krypta unter dem Chor liegen in der Mitte unter einer Marmorplatte die Gebeine des im Jahre 1061 verstorbenen Königs András I.
Sie wurden erst in den 50er-Jahren dieses Jahrhunderts bei Bauarbeiten entdeckt. Die Kopie der Gründungsurkunde an der Wand ist aus dem Jahre 1055 (das Original befindet sich in der Erzabtei Pannonhalma). Sie ist das älteste erhalten gebliebene ungarische Sprachdenkmal.
Zur Abtei gehört eine ständige Ausstellung ungarischer Maler. An der Kasse sitzt eine Dame, die, wie sich herausstellt, Deutsche ist und vor vielen Jahren hier "hängengeblieben" ist. Von ihr erhalten wir einige Tipps bezüglich Tihany.
So gehen wir auf ihren Hinweis hin über den Burgberg, über urige und teilweise schattige Trampelpfade, durch Weinberge, an alten reetgedeckten Häusern vorbei und gelangen auf der Rückseite des Berges an die Eingänge der Höhlen. Im Jahre 1050 hatten russische Mönche diese Einsiedlerzellen im Basaltgestein nahe der Ciprian-Quelle angelegt.
Unser Weg führt uns nun hinab zum Wasser, aber dort gibt es leider keine Möglichkeit der Einkehr, jedenfalls nichts, was nach unserem Geschmack ist (`ne Pommes-Bude wäre dort wohl gewesen). So müssen wir wieder über den Berg und gelangen so zum Etterem "Bohem".

Wir nehmen im Garten Platz und bestellen uns einen Zander vom Rost = einen ganzen Fisch für jeden! Der Wirt, ein Juan-Typ, zeigt uns die Fische im "Rohzustand" und wir stimmen zu. Dann kommt die Pracht! Und die schmeckt! Wir sind begeistert. Mensch, uns kann es gutgehen!


Gesättigt und voll der guten Dinge gehen wir ins Hotel, schnappen unsere Badesachen und gehen in den Pool. Oh, das Wasser ist herrlich, der Himmel immer noch blau, die Luft warm, und wir genießen das Bad und das Leben!

Außerdem sagen wir unseren Wirtsleuten, dass wir statt der zwei doch gerne drei Nächte bleiben wollen, es gefällt uns hier eben sehr gut. Da wir noch etwas Barschaft benötigen, schlendern wir abends zur Fähre. Dort befindet sich direkt neben dem Klubeingang der einzige Geldautomat.

Dann beschließen wir, in die Weinstube vor dem Adler zu gehen. Wir essen bei uns im Restaurant einen kleinen Geflügelsalat.

Danach gehen wir auf den Berg zur "Ferenc-Pince". Dort ist die Temperatur viel höher als "unten", es genügt ein Pulli über den Schultern. Wir trinken einen Sauvignon blanc und Wasser, danach einen Cabernet Sauvignon und nehmen zum Naschen einen Käseteller (mit Rauchkäse).

Das war ein schöner Tag - und morgen geht es nach Balatonfüred.