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Und immer noch scheint die Sonne und der Himmel
ist blau!
Wir starten um 10.15 Uhr mit Ziel Tihany. Anfangs fahren wir parallel
zum Wasser, an großen Hotelbauten und "sozialistischen
Schönheiten" vorbei. Es wird viel gebaut, erneuert, ausgebaut;
im Sommer brummt hier der Bär! Wir kommen durch Balatonvilages
und freuen uns, immer ufernah und abseits der Hauptstraßen
fahren zu können.
Es meldet sich auch wieder unser treuer Begleiter
- der Kuckuck.
An der Uferstraße kaufen wir uns noch in
einem Mini-ABC Nachschub an Wasser. Weiter geht es vorbei an wunderschönen
Häusern, direkt am Ufer gelegen mit schönen gepflegten
Gärten, bis plötzlich eine Schranke unseren Weg versperrt
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Ein Mensch in dem dazugehörigen Pförtnerhäuschen
gibt uns zu verstehen, dass wir die Anlage - es handelt sich um
den Club-Aliga in Balatonaliga - nur mit einer Eintrittskarte (500
Ft.p.P.) durchfahren dürfen. Das ist doch moderne Wegelagerei,
die wird durch uns nicht unterstützt!
Also heißt es zurück bis zur nächsten Abbiegemöglichkeit.
Die liegt allerdings 5 km zurück.Wir müssen nämlich
nach oben, auf die Straße am Hochufer. Dann finden wir einen
schmalen und recht steilen Fußpfad nach oben. Da Heiko ein
starker Kerl ist und seine Frau ein schwaches Weib, schiebt er beide
Räder nach oben! Nun befinden wir uns auf dem Hochufer mit
einem sagenhaften Blick über den Balaton.Der Weg führt
uns weiter durch eine ruhige Wochenendhaus-Siedlung mit einem schrecklichen
Holperpfad. Es handelt sich um Wege, die in nassem Zustand (Lehmboden?)
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wahrscheinlich mit großen Lkw-Reifen
ausgefahren wurden und dann getrocknet sind. Für uns Radfahrer
ist das eine einzige Katastrophe. Wir fahren im kleinsten Gang und
müssen wahnsinnig aufpassen, das wir nicht stürzen. Das
ist mit dem schweren Gepäck nicht ganz einfach. Aber wir meistern
es! |
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| Es geht weiter ziemlich kreuz und quer, immer
nach Gefühl für die Richtung und trotz kleiner Trinkpausen
zwischendurch haben wir das Bedürfnis, einen Moment Rast zu machen.
Dort wo die Eisenbahn wieder in Richtung Wasser fährt, in Balatonakarattya,
sehen wir einen Hinweis auf Strand und Etterem! Wir fahren bergab,
können die Räder einige Kilometer laufen lassen, kommen
an den Strand, und was sehen wir: NICHTS! Alles geschlossen! Kein
Etterem, kein ABC-Kiosk! Das ist ja mal wieder typisch. Man kann sich
einfach nicht auf derartige Angaben und Hinweise verlassen. Überall
steht dran : nyitva = offen, aber fast alles ist noch geschlossen.
Keine Saison! |
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| Wir können hier unten am Wasser einige Kilometer
weiterfahren. Auf unserer Balatonkarte entdecken wir eine (von vielen)
Fährverbindungen von Balatonkenese nach Balatonalmádi.
Nach dieser bis jetzt doch recht anstrengenden Tour können wir
uns diese Erleichterung eigentlich gönnen. |
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| Wir kommen an die Fährstation, aber eine Fähre
gibt es dort nicht - noch nicht, im Sommer bestimmt. Im Büfet
trinken wir ein Wasser und erfahren beim Wirt, dass ein Schiff im
Juni oder Juli fährt, jetzt nicht. Hätten wir uns ja eigentlich
denken können, aber wir denken noch zu deutsch. |
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Weiter geht es, vorbei
an (geschlossenen) Strandbädern und Campingplätzen, bis
die Straße wieder die Bahn unterquert (Tunnel) und danach wieder
steil ansteigt zur Landstraße 71 nach Balatonfüred.Nach
einigen gefahrenen Kilometern auf dem Radweg neben der Straße
entdecken wir ein Schild mit einem Symbol: Radweg Tihany. Na prima,
nun wird ja alles gut weiterlaufen ohne Umwege oder Verfahren. Rechts
der Straße ist die "Czárdá Kek-Obol",
auf die wir zusteuern. Neben dem Haus stehen im Garten Bänke
und Tische unter kleinen Reetdächern, es ist wunderschön
angelegt; rundherum sind Blumen angepflanzt. Diese Czárdá
ist auch im Internet zu finden, wie wir aus unseren Unterlagen ersehen.
Wir genießen die Rast bei immer noch strahlendem Sonnenschein.
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Danach geht es auf dem Radweg mit Ausschilderung
Tihany weiter.
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Er ist in einem recht guten Zustand, breit genug
um nebeneinander zu fahren, aber plötzlich ist er "weg",
er endet an einer Weggabelung, ohne Hinweis auf eine Fortsetzung.
Naja, nun heißt es eben wieder: suchen.
Hinter Balatonalmadi kommen wir vom geplanten
Weg ab.Wir landen auf einem Knüppeldamm mitten in den Weinbergen
mit einem traumhaften Blick auf den See und unser nächstes
Ziel: Tihany.
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Von hier aus orientieren wir uns erst einmal und
meinen, dass die größere Ortschaft unter uns Balatonfüred
ist. Wir suchen den nächsten Weg, der abwärts zun Ufer
führt und kommen zu einem Anleger mit hübschen gepflegten
Parkanlagen. Wir sind der Meinung, es bald gepackt zu haben, stellen
dann bei der Weiterfahrt jedoch fest, dass wir erst in Alsóörs
sind und bis Balatonfüred noch ein paar Kilometer zu radeln
haben.
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Wir durchfahren Balatonfüred und 3 Kilometer
hinter dem Ort biegen wir an der Gabelung der B 71 links ab auf
die Halbinsel.Die Ortseinfahrt erreichen wir
nach 70 km.Wir genehmigen uns zur Belohnung einen Schluck
von Adam aus der Colaflasche. Nun heißt es: "Augen auf!"
, denn wir suchen das "Gasthaus Adler" (hoffentlich haben
die nicht auch geschlossen - bange Minuten für uns).
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| Wir fahren in Richtung Zentrum, es geht mal wieder
fürchterlich bergauf und an der anstrengendsten Stelle klingelt
mein Handy in der Lenkertasche. Total außer Atem nehme ich das
Gespräch an. Es ist Andi mit der frohen Botschaft, dass sie den
Job bei der BW erhalten hat (Zeitschrift für Politikwissenschaften)!
Mensch, das ist eine total gute Nachricht, und wir freuen uns wahnsinnig
mit ihr und für sie. |
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An der nächsten Gabelung entdecken
wir einen Hinweis auf unser nächstes Bett. Nun sind es nur noch
900 m, dann stehen wir vor einem wunderschönen Haus - und es
hat geöffnet! Vor dem Eingang stehen Kellner, denen wir unseren
Zimmerwunsch mitteilen. Schon erscheint die Chefin und zeigt uns 4
Zimmer zur Auswahl. Wir entscheiden uns für das mit dem Balkon
und sind total begeistert. |
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Wir haben von hier aus einen wunderschönen
Ausblick auf den Plattensee und das gegenüberliegende Ufer.
So was Schönes hatten wir uns nicht vorgestellt. Und das für
DM 55,-- inkl. Frühstück!
Wir stellen unsere Fahrräder in den Eingangsbereich.
Dann Abschnallen, Einräumen, Duschen, Haarewaschen und Landfein-Machen.
Im Restaurant nehmen wir an einem Tisch auf der Terrasse Platz.
Es ist jetzt 19.30 Uhr, die Luft ist mild, die Atmosphäre sehr
edel, fast vornehm. Die Kellner sind sehr aufmerksam und freundlich.
Wir bestellen "Lendenschnitte auf ungarische Art" und
bekommen ein Riesenstück Rinderfilet mit Letschogemüse.
Das Fleisch war in Senf mariniert und schmeckt sehr apart, außerdem
ist es unwahrscheinlich zart. Nach dem Essen bekommen wir auf Kosten
des Hauses ein Kirschwasser (Heiko) und ein Glas Sekt (für
mich). Eine nette Geste!
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Übrigens haben wir das Zimmer für zwei
Nächte gebucht, da wir von Tihany ein wenig mehr sehen und
auch ein wenig gammeln möchten.
Unsere heutige Tagesleistung waren ca. 75 Kilometer,
die aber insgesamt sehr anstrengend waren, durch die teilweise sehr
unwegsamen Wege, die mit dem Gepäck hintendrauf viel Kraft
kosteten. Außerdem hatten wir etliche Steigungen zu bewältigen.
Darum sind wir doch rechtschaffen müde und lassen den Abend
relativ früh ausklingen.
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