1./2. Tag
27./28. April 2000
Donnerstag/Freitag
Anreise
 
27.04.2000 - Donnerstag: Die Nacht war kurz, der Schlaf schlecht, der leichte Stress doch spürbar. Wir starten um 6.20 Uhr. In den Feldern und Wiesen längs der A 25 liegt Nebel, aber der Himmel ist klar. Die Autobahn ist leer, etliche Lkws, aber wenig Pkws sind unterwegs aus HH heraus.

Erste Tankpause - wie gewohnt - in Kassel-Nord (zwischendurch eine kleine Überprüfung unserer Deckslast - Räder-, alles o.K.), danach Picknick auf einem der nachfolgenden Autobahnparkplätze mit Brötchen und Kaffee.

Weiterfahrt, es läuft hervorragend, bei einer Geschwindigkeit von 120 - 140 km/h ist es kein Problem, einen 100er Schnitt zu halten, zumal keine Baustellen und Staus uns aufhalten.

Probepacken am 26.04.2000

In Höhe Neumarkt/Opf. verlassen wir die BAB, um zu tanken.Kurz vor Regensburg wird gepicknickt, im Rasthof "Bayerwald" genehmigen wir uns einen Becher Kaffee und einen Klobesuch.

Es ist jetzt 13 Uhr, und wir haben noch schätzungsweise 250 km vor uns. Das gesamte Deutschlandwetter ist hervorragend zum Fahren, es ist bedeckt, aber die Temperaturen sind angenehm. Im "Bayerwald" sitzen wir draußen im Garten - kurzärmelig u. ohne Jacke.

An der Grenze zu Austria gibt es keine Kontrollen, wir bleiben auf der Autobahn Richtung Wien bis zu Abfahrt Ybbs. Nun müssen wir nur noch "unsere" Pension Moser finden. Unsere Orientierung gilt dem Zentrum und an einer Kreuzung entdecken wir das Geschäft "Feinkost Moser" um 16.45 Uhr.

Nach der Begrüßung durch Frau Moser können wir das Auto in den Hof fahren, allerdings muss Heikos Rad vom Dach; es ist für die Durchfahrt zu hoch. Wir bekommen unser "altes" Zimmer (Radtour Passau-Wien 1995)mit Balkon und Blick auf den Hof, das ist schön. Nach einer Meldung (sms) an die Kinder machen wir einen Rundgang und trinken im "Babenberger Hof" im Garten einen GV auf den Beginn unseres Urlaubs. Wir freuen uns, dass wir die erste große Etappe so gut und stressfrei gemeistert haben und genießen den herrlichen Wein und die Stille hier im Gartenlokal

Danach landen wir in der "Postkutsche", um etwas gegen unseren schon sehr heftigen Hunger zu tun. Heiko ißt Zwiebelrostbraten und ich gebratene Knödel. Nach dem Essen klingelt unser Handy. Es ist Rainer aus CF und wir stellen fest, dass "unsere" Temperaturen besser sind. Die Emmis haben in der Wohnung gegessen, weil draußen ein kalter Wind wehte, und wir sitzen bei milden Temperaturen hier im Garten. Als Absacker gibt es einen "Malillenbland" in der Postkutsche. Gegen 23 Uhr klingt der Tag aus.
Fazit: Wir haben 1040 km in 10 ½ Stunden zurückgelegt, ohne Stress und besondere Anstrengung. Das hatten wir gar nicht zu hoffen gewagt.
 
28.04.2000 - Freitag: Wir haben gut geschlafen, gut gefrühstückt, und nach einem kleinen Plausch mit und einer herzlichen Verabschiedung von Frau Moser (Zimmerpreis 460 Ats=65,--DM) starten wir um 10.30 Uhr in Richtung Wien. Es ist warm - 25 ° und sonnig - aber sehr windig. Bis zum Abzweig Richtung Eisenstadt ist sehr viel Verkehr, danach auf der A2 haben wir die Straße teilweise für uns allein.

Wir reisen um 12.15 Uhr über die Grenzstation Eisenstadt in Ungarn ein, ohne Probleme und lange Kontrollen. Nun sind es zum Balaton - lt. Ausschilderung - noch 125 km.

Wir stellen fest, dass die Vegetation hier sehr viel weiter ist als bei uns. In Ybbs blühte schon der Flieder, auch hier glaubt man eher im Sommer zu sein als im Frühling. Die Bäume und Sträucher sind grün, und der Goldregen entlang der B84 steht in voller Blüte.

Die Orte sind immer schon von weitem zu erkennen an den Wassertürmen mit ihren großen Kugeln auf dem hohen schlanken Untergestell. Uns kommen Erinnerungen an Mosonmagyaróvár . Und 12 km vor Sárvár geht es sogar nach Moson.. .

Wir fahren mit offenen Fenstern, es ist herrlich, wir haben Sommer. Und der Löwenzahn hat schon Pusteblumen! In einer Czarda, die an der Straße liegt, machen wir eine kleine Pause, um für unser leibliches Wohl zu sorgen. Nun sind es noch 60 km bis zum Plattensee.

Weiter auf der B84 erreichen wir Balatonederics, dort stoßen wir auf die B71 und fahren rechts in Richtung Keszthely. Über Balatongyörök und Vonyarcvashegy kommen wir fast nahtlos nach Gyenesdias. An der Straße befinden sich viele Hinweise auf Hotels usw., und wir bemühen uns, einerseits die "Anita-Pension" und andererseits die "Madách utca" zu finden. Es klappt recht schnell, auch die Haus-Nr. 19 ist leicht gefunden.

Um 15.10 Uhr stehen wir vor dem reetgedeckten Haus, das wir aus der Abbildung im Internet kennen. Nebenan im Restaurant melden wir uns, und die Chefin zeigt uns unser Zimmer und den Hof, auf dem wir unser Auto und die Fahrräder abstellen können. Wir sind angenehm überrascht, das Haus sah zwar auf dem Bild recht nett und ansprechend aus, aber die Realität übertrifft unsere Erwartungen um einiges

Nachdem wir nun unser Gepäck versorgt haben, nehmen wir im Restaurant des Hauses eine Erfrischung zu uns. Dann vertreten wir uns die Beine nach der langen Autofahrt. Die Madách utca führt zum See und endet an der Badeanstalt. Die Anlage ist zurzeit noch eintrittsgeldfrei zu betreten. Wir vermissen allerdings den Sandstrand.Das Ufer ist eine betonierte Stufe, die teilweise leicht mit Wasser überspült ist, davor liegen dicke Klamotten im Wasser. In Abständen sind Treppengestelle aufgestellt, über die man ins Wasser gelangen kann. Heiko testet die Wassertemperatur und stellt fest: "Das Mittelmeer war um diese Zeit noch kälter."

Zu der Badeanstalt gehörigen riesige Parkflächen. Im Sommer brummt hier bestimmt der Bär

Zum Abendbrot bestellen wir uns - zusammen - einen Vorspeisenteller, danach isst Heiko eine Spezialität des Hauses (Teller mit einer riesigen Menge unterschiedlicher Fleisch- und Wurstsorten mit viel gebratenen Zwiebeln), ich entscheide mich für Hähnchenbrust mit Letscho. Es schmeckt uns hervorragend, aber die Menge ....!! Wir kapitulieren nach der Hälfte!
Gegen 21 Uhr ist unser Tag zu Ende, wir sind doch einigermaßen geschafft.