Sonntag / Dienstag
04./06.05.2006
Sevilla & Rückreise
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Sonntag, 04. Juni 2006

Wir haben gut und "stilvoll" im Patio des Hotels "Los Olivos" gefrühstückt. Es gibt drei Desayunos zur Auswahl: Tostadas, Continental und Büffet. Wir entscheiden uns für die continentale Art mit zwei gerösteten Brötchenhälften, Butter, vier Sorten Marmelade und Honig, dazu ein Glas Naranja - allerdings nicht frischgepresst, schmeckt aber trotzdem gut. Kaffee bekommen wir sogar noch nachgeschenkt. Die Atmosphäre hier ist wunderschön, überhaupt ist dieses Hotel ein Traum - nicht groß aber sehr, sehr schön!

Nach dem Bezahlen geht es auf die Reise zu unserem letzten Ziel, nämlich Sevilla. Dort wollen wir bis Dienstag bleiben.


Wir fahren über die Autopista, müssen zum ersten (und letzten) Mal Maut bezahlen (€ 5,30). Es ist nicht viel los an diesem Pfingstsonntag, die Straße ist in einem hervorragenden Zustand und speziell diese Autobahn von Jerez nach Sevilla ist sehr schön zu fahren. Sie ist gesäumt von schattenspendenden Pinien und Eukalyptusbäumen, auf dem Mittelstreifen sind hier statt der sonst üblichen Oleanderbäume Ginster und Wacholder und andere Nadelgehölze. Überhaupt ist die Landschaft auch hier wunderhübsch.

Wir sehen viele Sonnenblumenfelder, die in dem strahlenden Sonnenschein richtig leuchten. Die Sonnenblumen sind hier etwas kürzer als bei uns in Nordeuropa, auch sind die Blüten ein wenig kleiner. -Wir genießen diese ruhige und stressfreie Fahrt, die uns nach unserem schrecklichen Erlebnis richtig guttut.

Unser Hotel in Sevilla, das Hotel "América", ist schneller gefunden, als es in anderen Städten der Fall war. Auch dieses Haus liegt wieder mitten im Altstadt-Zentrum und damit am Rande des Fußgängerbereichs. Es macht einen sehr guten Eindruck; jedenfalls der Lobby-Bereich, denn unser Zimmer ist noch nicht fertig. Aber es ist ja auch erst 12:00 Uhr mittags. Unser Gepäck können wir hier in einem separaten Raum deponieren.

Dem Hotel gegenüber liegt eine Tiefgarage, in die wir unser Auto bringen.


Nun tauchen wir ein in den Fußgängerbereich der Altstadt und genehmigen uns eine Erfrischung nach der Fahrt. Wir sitzen zwischen schnatternden und fächerschwingenden Senoras, zum größten Teil elegant gekleidet, denn heute ist ja Pfingsten.

Diese Einkaufsstraßen sind relativ schmale Gassen zwischen hohen Häusern, die gegen das Sonnenlicht und die Wärme geschützt werden durch riesige Sonnensegel. Dadurch sind die Temperaturen in den Straße recht angenehm, auch bei großer Hitze (heute sind auch wieder 27 ° angezeigt).

Nachdem wir unsere Zimmer bezogen und die Koffer ausgepackt haben, begeben wir uns in Richtung Kathedrale.

In einem der vielen Straßenrestaurants lassen wir uns nieder und stärken uns mit Muscheln (Heiko) und Fideu de la Marinero (ich). Dazu trinken wir einen leichten Weißwein. Und begleitet werden wir von Gipsy-Musik! Es ist wirklich herrlich und die Stimmung unbeschreiblich !


Gestärkt schlendern wir weiter in Richtung Kathedrale. Hierbei handelt es sich um den größten gotischen Kirchenbau der Welt. Diese Kathedrale wurde an Stelle einer Moschee errichtet, von der noch der Orangenhof und die Giralda, ein Minarett aus dem 12. Jh., übrig sind. Da heute Pfingstsonntag ist, haben wir das Glück, kostenlos diese Sehenswürdigkeiten besichtigen zu können.
das veränderte Aussehen der Giralda im Laufe der Jahrhunderte
Der Höhepunkt im Innern der Kirche ist der Hochaltar. Natürlich "besteigen" wir auch die 97 m hohe Giralda, um von dort mit den besten Ausblicken auf Sevilla belohnt zu werden.

Eindrücke von der Kathedrale
Blick durch den Orangenhof auf das Seitenschiff
schattenspendende Bäume im Orangenhof
das Querschiff
Kirchenfensterdie Giralda wird von Engeln bewacht
das Chorgestühl
der Hochaltar
Decke des Hauptschiffes
der Hochaltar
Aussichtsplattform der Giralda
Platz neben der Kathedrale
Blicke von der Giralda
Blick auf die Giralda
historischer Türklopfer
im Orangenhof

Zum Abendessen landen wir "zufällig" wieder in dem "Don Carlos", in dem wir schon mittags waren. Hier gefällt es uns, das Essen ist gut, der Kellner nett und die Stimmung prima. Was wollen wir mehr.

Einen Absacker nehmen wir in der Nähe unseres Hotels zu uns.
 

 
Montag, 05. Juni 2006
Da es sich bei unserem Hotel "América" um ein großes Haus handelt, gibt es das Frühstück in Form eines Büffets. Das ist auch in Ordnung und schmeckt gut. Die Auswahl ist reichlich.
Umfassungsmauer Reales Alcázares"Orangenhof"

Unser Ziel sind heute Vormittag die
Reales Alcázares, die Königlichen Paläste. Es handelt sich hierbei um ein Märchen aus tausend und zwei Nächten, dem schönsten Werk im Mudéjar-Stil. Aber leider ist heute Montag = cerrado! Wir haben mal wieder Pech.

Allerdings haben wir das Glück, dass heute anscheinend Schul-Ausflugstag ist, und die Paläste zum Besichtigungsprogramm gehören. Als eine Schulklasse den Eingangsbereich verlässt, dürfen wir freundlicherweise hineinschauen und sogar ein Foto schießen.

Eingangs-Halle

Eindrücke der Juderia

So bleiben uns nur die Gärten im Außenbereich, die auch sehr schön angelegt sind. Und in den wunderschönen Anlagen tummeln sich viele Schulkinder mit ihren Lehrern. Die Kinder sind sehr adrett einheitlich gekleidet, ohne dass es uniformiert wirkt. Und das fröhliche Lachen und das Stimmengewirr beleben diese historische Stätte!

Wir sehen die Kolumbussäule. Auf der einen Seite sehen wir dort die Jahreszahl "1492" und "Fernando" und auf der Rückseite "Isabel" und "Cristobal Colón". Die Gartenanlagen hier sind auch hier traumhaft; riesige Oleanderbäume, blaublühende Sträucher, Gummibäume, ein paar Jahrhunderte alt, und Palmen und alles ist sehr, sehr gepflegt. Es ist ein Blütenmeer, einfach eine Pracht!

Schulausflug
Kolumbussäule
mittags 11:50 Uhr

Inmitten des Parque de Maria Luisa, der für die iberoamerikanische Ausstellung 1929 angelegt wurde, liegt die Plaza de España, abgeschlossen von einem halbrunden Bau. An dessen Außenwänden sind Kachelbilder mit Szenen aus der Geschichte der 50 spanischen Provinzen zu sehen. Aber an diesem sicher sehr schönen Platz wird, wie überall im Lande, ganz fürchterlich gebaut. Und dieser Baulärm und der Staub bei 32 ° C und Sonnenschein ist doch auf die Dauer ein wenig nervig. So trinken wir am Rande des Parque de Maria Luisa ein kühles Wasser.

Danach begeben wir uns ans Ufer des Rio Guadalquivir, in der Hoffnung, dort in Ruhe gemütlich am Fluss entlang schlendern zu können.

Schlendern können wir wohl, aber mit der Ruhe ist es nicht weit her, denn hier braust der Verkehr über die 6- oder 8-spurige Hauptstraße.

So sehen wir zu, dass wir schnellstens wieder in Richtung Altstadt kommen.

Um 14.30 Uhr genehmigen wir uns in einer sehr ruhigen Seitenstraße hinter der Kathedrale leckere Tapas verschiedener Sorten (Ensalada de atún, pimientos del piquillo al ajillo, tortilla española, ensaladilla rusa y gazpacho).

Hier herrscht eine wunderbare Stille, die wir bei diesem leichten Essen von Herzen genießen.

Diesem doch etwas anstrengenden Vormittag lassen wir eine wohlverdiente Siesta folgen. Wir legen uns für eine gute Stunde aufs Ohr und relaxen.

Café Rayuela, c/ Miguel de Mañara 9, Sevilla

Bei unserer Ankunft im Sonntag stellten wir fest, dass unser Hotel direkt gegenüber dem großen und bekannten Kaufhaus "El Corte Inglès" liegt, und Heiko stellte auch sofort einen ausgiebigen Besuch des Hauses am Montag in Aussicht. Aber nach aller Erfahrung, die ich mit der Besichtigung alter Häuser und Stätten ( und Heiko) gemacht habe, schien mit keine Zeit mehr für ein derartiges Unterfangen übrig zu bleiben.

Umso erstaunter bin ich, als Heiko nun am Montag nach der Siesta vorschlägt, einen Bummel durch das Kaufhaus zu machen!

Die Luft in dem Haus ist natürlich klimatisiert, so dass es sich herrlich bummeln lässt. Die Auslagen sind alle sehr schön präsentiert, alles macht einen sehr ansprechenden und großzügigen Eindruck. Für mich stelle ich allerdings fest, dass auch die großen Größen für mich einfach zu klein sind. Die spanischen Señoras sind eben doch kleiner und schlanker.

Anschließend trinken wir in dem kleinen Lokal in der Einkaufsstraße, in dem wir ganz am Anfang gesessen haben, eine Cerveza und einen Manzanilla. Auf unsere Bitte nach Aceitunas bekommen wir auch sofort welche auf den Tisch gestellt, die wir auch nicht bezahlen müssen. So ist es eben in Spanien, wenn man nach Tapas fragt, bekommt man meistens auch welche - man muss nur danach fragen.

Heute Abend wollen wir zum Abschluss unseres Sevillabesuches noch einmal in das Barrio Santa Cruz hinter der Kathedrale. Dort herrscht ein unheimliches Kneipengewirr, eine Bar neben der anderen und eine uriger als die andere. Hier wollen wir uns ein paar kleine Tapas "reinziehen" und vor allen Dingen uns die Giralda angestrahlt bei Nacht ansehen und fotografieren. In dem kleinen Bistro Sacristia erwischen wir an der Straße zwei Plätze ...

... auf kleinen Hockern an einem simplen quadratischen Holztisch. Wir haben gerade den richtigen Zeitpunkt abgepasst, denn kurz nach uns stehen die Leute schon Schlange. Es scheint also von uns ein guter Griff gewesen zu sein.

Hier gibt es leckere kleine Sachen, wie z.B. Thunfisch mit Orangen und Championes con jamon al ajillo. Ganz lecker! Dazu trinken wir einen leichten Weißwein und als Dessert bestellen wir uns un plato de queso manchego.

Es ist eine unbeschreibliche Stimmung in diesem Viertel, hier tobt wirklich das Leben, wie es im Reiseführer beschrieben ist. Die Leute sind unterwegs mit Kinderwagen und Hund. Und das noch um diese Zeit, um 21:40 Uhr! Und diese Temperatur! Wir haben bestimmt noch 25 - 30 ° C, und wir genießen es, eingedenk der Tatsache, dass in Hamburg die Temperatur wahrscheinlich nicht mal halb so hoch ist.

Und allmählich wird die Beleuchtung der Giralda eingeschaltet, so dass wir unsere Fotos schießen können.

Neben dem Restaurante Sacristia befindet sich eine kleine Bodega, die rappelvoll ist. Diese Bodega besteht aus einem kleinen Raum, der gefüllt ist mit Weinfässern,

einem großen Kühlschrank, einem Tresen und "tausend" Leuten! Irre! Und hier gibt es als Spezialität Vino de Naranja. Müssen wir natürlich probieren und schmeckt vorzüglich. Außerdem gibt es hier Tinto de Verano, den wir kennengelernt haben mit der "Grupo Deter". Er besteht je zur Hälfte aus Rotwein und Zitronenbrause, und das Ganze auf viel Eis. Ist ein herrlich erfrischendes leichtes Sommergetränk, und mit Diätbrause wäre es sogar für mich eine akezeptable Alternative.
An der Plaza de Victoria, in unmittelbarer Nähe unseres Hotels, trinken wir einen letzten Absacker in Sevilla und gehen dann die paar Schritte hinüber zu unserem Hotel.
Morgen früh heißt es Kofferpacken, denn dann geht es in Richtung Flughafen.
 

Dienstag, 06. Juni 2006

Die Koffer werden größtenteils vor dem Frühstück gepackt. Nach der Stärkung wird die Rechnung für die Übernachtungen sowie die Parkgebühr bezahlt, und wir gehen mit unserem Gepäck in die Tiefgarage zu unserem Auto.

Nun beginnt das Abenteuer: "Fahrt zum Flughafen". Die grobe Richtung hat man uns an der Rezeption des Hotels genannt und ansonsten folgen wir der Ausschilderung "Aeropuerto". Vor Erreichen des Flughafens tanken wir das Auto noch voll - wir haben tatsächlich die letzte Tankstelle vor den Flughafen erwischt -, fahren in Richtung Ankunft und "Rent a Car" und geben beim "Crown"-Schalter den Schlüssel für das Auto ab. Ein Mitarbeiter der Firma nimmt den Wagen ab, notiert den Kilometerstand und kontrolliert die Tankanzeige, und damit ist für uns das Thema Auto erledigt. Gott sei Dank hat alles einwandfrei und ohne Komplikationen geklappt, denn nach unserem Crash hatten wir doch leichte Manschetten vor dieser Fahrt durch die unbekannte Großstadt.

Es ist nun ca. 14:00 Uhr, und wir haben alle Zeit der Welt, können alles in Ruhe angehen lassen. Zunächst trinken wir eine Tasse Kaffee und gehen dann langsam in den Abflugbereich. Dieser Flughafen ist deutlich kleiner als unser in Fuhlsbüttel, hat nur 48 Abfertigungsschalter.

Wir stärken uns mit einer kleinen Mahlzeit (Albondigas und Paprikagemüse) und bezahlen dafür pro Kopf € 6,20. Um 15:30 Uhr können wir unser Gepäck einchecken. Unser Flieger startet in Sevilla pünktlich um 17:10 Uhr.

Es geht zunächst nach Palma de Mallorca, wo wir umsteigen müssen. Wir kommen dort planmäßig gegen 18:35 Uhr an und begeben uns auf den langen Weg - in Palma sind es unendlich lange Wege, die größtenteils mit Laufbändern zu überbrücken sind - zu unserem Abflugbereich D nach Hamburg.

Und dort erfahren wir die "freundliche" Nachricht, dass unser Anschluss-Flug statt
um 20:05 Uhr erst mit ca. 1 ½ stündiger Verspätung starten wird! Da kommt Freude auf! Unser erster Gedanke ist der, dass wir u.U. in Hamburg gar nicht mehr landen können, da ab 23 Uhr Landeverbot herrscht. Aber man versichert uns, dass es eine Ausnahmegenehmigung für diesen Flug gibt. Na, wenigstens etwas. Wir kriegen die Zeit auch 'rum. Nachdem der Flieger dann in PMI angekommen ist, geht alles ganz schnell. Kurz vor Mitternach setzt die Maschine in HAM auf!

Eike und Jenny holen uns ab und sind auch froh, die lange Wartezeit geschafft zu haben.
Es gibt viel zu erzählen, und in der Lesserstraße steigen wir um in unseren Wagen.
Es ist schön wieder zu Hause zu sein!

Über unser "besonderes Erlebnis" am 30. Mai werden wir mit den Kindern in den nächsten Tagen reden. Wir wollen es ihnen behutsam beibringen, denn es wird auch für sie ein Schock sein, den es zu verkraften gilt.

Wir selber haben noch ziemlich daran zu knacken. Abgesehen von den körperlichen Beschwerden, durch die man ständig daran erinnert wird, sind es die emotionalen, die stark im Vordergrund sind. Ich muss das Bild des Brummi-Kühlers und das Geräusch des Aufpralls aus dem Gedächtnis kriegen! Und daran muss ich arbeiten.

Als Folge dessen fahre ich seit diesem Ereignis lieber mit der Bahn als mit dem Auto.


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