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Silbernes* Usedom, Himmelfahrt 1996
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Tagebuch einer Kurzreise
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* silbern = verzögerte Silberhochzeitsreise, die
1993 nicht stattfand.
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| Start
am Mittwoch 15.5.1996 ca. 9:00 Uhr Reinbek A24 bis Neustadt-Glewe Parchim Lübz Plau Alt-Schwerin Malchow |
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| Waren | |||
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| Penzlin Neubrandenburg Friedland Anklam Usedom - Ort (die bewusste Tankstelle steht noch) |
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| Ückeritz Ankunft ca. 15:00 Uhr. Erst einmal eine Ehrenrunde gedreht, um zu sehen, was sich augenfällig verändert hat: Die Straße zum Strand ist frühzeitig gesperrt. Parken ist nur auf gebührenpflichtigem Parkplatz möglich. Im Ort nach Quartier umgesehen - Nachfrage in Pension Buchfink, Möglichkeit für nur eine Nacht, Verweis an die Kurverwaltung. Dort das letzte freie Quartier bekommen, eine kleine Ferienwohnung. Allerdings gibt es hier kein Frühstück. Auf dem Weg zum Strand in Pension Buchfink geklärt, dass wir dort frühstücken können. Noch ein schönes Köstrizer Bier getrunken und dann zum Abendessen weiter ins Strandcafe Utkiek. direkt am Uferabbruch. Mit dem Essen, gebratene Heringe mit Bratkartoffeln, waren wir allerdings nicht zufrieden (matschig). |
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Auf dem Rückweg versucht, mit den Kindern zu telefonieren, es war jedoch niemand zuhause. Wir sind dann zurück zur Wohnung, haben die Räder in den Schuppen geschlossen und sind noch einmal ins Restaurant Deutsches Haus Ückeritz gegangen, dass uns noch von unserem ersten Usedom-Aufenthalt in guter Erinnerung war, denn zum Schlafengehen war es noch ein wenig zu früh. Zum Testen noch eine Kleinigkeit gegessen und getrunken, beides ok und die Bedienung freundlich und flott. Haben dann im etwas kühlen/klammen Bett ganz gut geschlafen; wie das so ist - die erste Nacht im fremden Bett. |
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| Donnerstag, 16.5.1996 - Himmelfahrt. |
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Nach dem Aufstehen einiges Gerangel mit der Dusche - das warme Wasser lässt sich nur schwer einstellen. Dann mit dem Rad zur Pension Buchfink. Das Frühstück hat uns gut geschmeckt. Wir haben uns gleich für die übrigen Tage angemeldet. Nach dem Frühstück haben wir uns auf die Räder geschwungen und sind Richtung Zinnowitz geradelt - über Kölpinsee, Koserow, Zempin. |
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| In Koserow haben wir uns bei frischem Räucherfisch und Bier gestärkt. Die Sonne schien - so gefiel es uns. Zum Himmelfahrtstag - Herrentag, waren viele unterwegs. In Zinnowitz hat sich etliches getan, aber kapitalistisches Licht und sozialistischer Schatten liegen noch dicht beieinander. Beim Radfahren merkten wir doch, dassunsere Kondition zu wünschen übrig ließ. Trotzdem schafften wir den Rückweg im hügeligen Gelände ohne große Probleme. Einen kleinen Abstecher auf den Campingplatz haben wir noch gemacht und stellten fest, dass er schon wesentlich mehr belegt war als zu etwa gleicher Zeit vor zwei Jahren. Der Wohnmobil-Teil war nahezu voll besetzt. |
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Abends wollten wir zum Essen ins Deutsches Haus Ückeritz. Als wir dort gegen 19:30 Uhr ankamen, war es nicht möglich einen Platz zu bekommen. Daraufhin versuchten wir es im Rats-Cafe, riesiges aber leeres Lokal.
Wir haben anstands- |
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| Freitag 17.5.1996 | |
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Nach dem Frühstück in der Pension Buchfink haben wir uns auf die Räder geschwungen und sind Richtung Ahlbeck geradelt - über Bansin und Heringsdorf. Das Wetter war bedeckt und anfangs wars recht kühl, besonders an den Händen. Es ist beeindruckend, was in den Orten in den letzten beiden Jahren renoviert und neu gebaut wurde. Altes und Neues vermengt sich, und schöne alte Gebäude der Bäder-Architektur erstrahlen in neuem Glanz. Daneben aber auch, wie schon Richtung Zinnowitz, liegt noch sehr viel darnieder - es ist noch viel zu tun. Erste Stärkung in Ahlbeck bei Uwe's Fischbude, allerdings nur ein Bier, da das Frühstück noch vorhielt. Später in Bansin haben wir uns für den Rückweg mit Bückel und Lachs versorgt. Es fing jetzt leicht an zu regnen. Zum Glück fuhren wir ab Bansin wieder im Buchen-Hochwald und merkten so nichts vom Nieselregen. Zu Beginn des Campingplatzes Ückeritz haben wir uns dann am Strand niedergelassen und uns den Bückel schmecken lassen. Für den Lachs langte der Appetit nicht mehr, er landete wieder im Gepäck und letztlich im Kühlschrank. |
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Nachdem wir am Vorabend im Deutschen Haus Ückeritz. keinen Platz gefunden hatten, waren wir guter Dinge, dass es an diesem Tag klappen würde. Aber auch diesmal war das Lokal proppevoll, und nur mit Mühe gelang es uns, uns an einem Tisch dazu zusetzen. Dafür war das Essen aber vorzüglich - das Zanderfilet schmeckte ganz prima. Vorsorglich haben wir uns für Samstagabend einen Tisch bestellt. Da wir nach dem guten Essen noch etwas Bewegung brauchten, machten wir uns auf den Weg zum Buchfinken. Wir wählten einen anderen Weg, den wir bisher noch nicht gegangen waren, durch den Wald und sahen vor uns im Dämmerlicht wie eine ganze Wildschweinherde einschließlich Frischlingen das Weite suchte. Darauf schmeckte der Schlummertrunk der die nötige Bettschwere brachte. |
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| Samstag 18.5.1996 | |
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Frühstück in Pension Buchfink und dann zu Fuß Richtung Koserow. Wir wollen doch auch einmal per pedes die Küste erforschen. Es ist sonnig, der Sonnenschein kommt von achtern und so lässt es sich an der Wasserlinie prima laufen. Sehr schnell ist Marscherleichterung angesagt, erst die Jacke, dann der Pullover, aber es ist ein schönes Laufen. Imposant ist die Küstenlinie vom Wasser her. Dass die Abbrüche so hoch sind hatten wir nicht vermutet, ebenso wenig mit welcher Macht die See gegen die Küste arbeitet. Immer wieder sah man Bäume auf dem Wege zum Wasser. Welche Macht das Wasser hat, merkten wir auch an ganz anderer Stelle. Kurz vor Koserow liegt als markante Höhe der Steckels-Berg direkt am Uferverlauf. In seinem Bereich existiert kein Strand, sondern eine massive Uferbefestigung, bzw. das was davon noch übrig ist. Der Hang des Hügels ist bis zum Fuß bewachsen, es gibt keinen direkten Abbruch. Jedoch die Uferbefestigung aus den 30-er Jahren ist völlig zerschlagen, es sieht aus, als sei ein Bunker gesprengt. Das Ganze wird noch garniert durch umgestürzte Bäume, sodass ein Durchkommen äußerst schwierig ist. Mit leichten Verletzungen von Heiko und Ängsten von Verena haben wir es schließlich gepackt und sind glücklich in Koserow bei den Fischerhütten gelandet. Räucherfisch und Bier belebte die Lebensgeister wieder. |
| Den schwierigen Teil des Steckels-Berg sind wir dann
auf dem Rückweg landseitig umgangen. Bei dem Versuch im Raum Koserow
auf den Schreck noch einen Rostocker Doppelkümmel einzufangen, haben
wir noch mal das Musterbeispiel sozialistischer Gastronomie erlebt Die Kellnerin
war total überfordert, als wir auf die Schnelle um einen solchen baten;
sie bat uns, uns erst zu setzen. Nach 5 Minuten erkannte sie, dass es keinen
Rostocker Doppelkümmel gab; für einen Nordhäuser Korn mussten
wir dann noch einmal 10 Minuten warten. Es war schon gediegen, diese Frau
in der Viertelstunde bei der Arbeit zu beobachten.
Mit einer kleinen Pause am Kölpinsee, auch dort schien die Wirtschaft noch starke sozialistische Einschläge zu haben, schafften wir den Rückweg nach Ückeritz. Nun wussten wir aber was wir getan hatten. Die Aufhängungen taten uns ganz schön weh. |
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Wir hatten einen Tisch im Deutschen Haus Ückeritz. zu 19:00 Uhr bestellt. Also brauchten wir keine Bedenken zu haben keinen Platz zu bekommen. Es war erstaunlich, auch diesmal war das Lokal voll. Während unseres Aufenthaltes stellten wir wiederholt fest, dass Leute keinen Platz fanden und wieder gehen mussten. Uns hat die Knoblauchcremesuppe und der Usedomer Fischtopf vorzüglich geschmeckt. Dieses Lokal hat den Wechsel bestens gewuppt; es ist aus heutiger Sicht bestens zu empfehlen. Nach dem Essen Spaziergang und Dammerschoppen in der Pension Buchfink. Als wir dann nach Hause gehen, zieht ein kräftiges Gewitter hoch, das sich, kaum dass wir im Hause sind, mit richtigem Guss entlädt. |
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Sonntag 19.5.1996 |
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Abreisetag: Frühstück in der Pension Buchfink. Quartier bezahlen,
Räder aufs Dach, Gepäck ins Auto - gepackt wurde vor dem Frühstück
und etwa um 11:00 Uhr starten wir. |
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Altentreptow |
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| Waren |
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| Plau Lübz Parchim Neustadt-Glewe |
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| Hamburg. |
| Wir sind gegen 17:00 Uhr im Hause. Zum Abschluss und Abendbrot schmeckt der Räucherlachs aus Bansin zusammen mit einer Flache Knellerwein ganz besonders gut auf der Terrasse. |